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Ostvorpommern Junger Koch ist Feuer und Flamme
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Junger Koch ist Feuer und Flamme
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00:05 24.02.2017
Der Auszubildende Christopher Baraditz (24) flambiert in der Küche des Greifswalder Mercure Hotels einen Crêpe. Urteil des OZ-Fotografen: Mmmh! Quelle: Foto: Kai Lachmann
Greifswald

Thunfisch und Avocado als Vorspeise, dann eine Suppe aus Pastinaken und Möhren, zum Hauptgang Wildschwein mit Champignons und als Dessert eine Kreation aus Mohn und Speisequark: Die Jurymitglieder bei der „regionalen Jugendmeisterschaft in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen“ dürfen sich glücklich schätzen ob des Menüs, das ihnen am Montag und Dienstag in einem Hotel am Fleesensee kredenzt wird. Sechs angehende Köche aus dem östlichen Mecklenburg-Vorpommern kochen um die Wette.

Einer von ihnen – der einzige aus dem Raum Greifswald – ist Christopher Baraditz vom Mercure Hotel am Gorzberg. Der 24-Jährige wirkt gelassen. „Ich gehe mit einem positiven Gefühl an die Sache“, sagt er. Die Gewinner nehmen am Landeswettbewerb teil. Dort seien die Bedingungen schwieriger, sagt Baraditz. Die Teilnehmer wüssten vorher nicht, was sie kochen sollen. Aus vorgegebenen Zutaten müssen sie dann etwas Überzeugendes zaubern. Wenn Baraditz daran denkt, macht sich ein Lächeln auf seinem Gesicht breit. Man sieht es sofort: Er will dort hin.

Der Wettbewerb findet für drei Berufsgruppen statt und wird in Mecklenburg-Vorpommern von der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga organisiert. An den theoretischen Vorausscheiden im Januar in Wolgast und in Waren haben insgesamt 31 Auszubildende in den Berufen Hotel- und Restaurantfachmann sowie Koch teilgenommen. „Ich habe Christopher gefragt, ob er mitmachen will und er war einverstanden“, erzählt sein Chef, Mercure-Hoteldirektor Richard Paymans. Er traut seinem Lehrling viel zu. „Es macht Spaß, ihn zu fördern“, sagt er. „Wahrscheinlich wird er später mal Küchenchef.“

Baraditz’ Träume gehen indes noch weiter. „Vielleicht mache ich auch mal ein eigenes Restaurant auf. Zusammen mit meinem Bruder. In Wien.“

Ursprünglich kommt der angehende Koch aus Ungarn. Dort studierte er Tourismus, doch das Arbeiten in der Küche reizte ihn mehr. „Ich habe früher schon meiner Mutter geholfen und wollte zu Hause immer gerne kochen.“ Als er in Greifswald anfing, hatte er Grundkenntnisse, heute spricht er sehr gutes Deutsch. Gelernt hat er es in der Küche, und das, obwohl seine Kollegen aus Italien, Griechenland und Syrien stammen.

Angestellte aus 17 Nationen beschäftigt Paymans in seinen drei Greifswalder Betrieben, zu denen neben dem Hotel das Steakhouse in Wieck und die Kantine des Friedrich-Loeffler-Instituts gehören.

Zurzeit bildet er 20 Personen aus. „Unsere gemeinsame Sprache ist Deutsch“, sagt Paymans, der selbst aus den Niederlanden stammt.

Aber zurück zum Wettbewerb: Die Herausforderung besteht nicht nur darin, der Jury Gaumenfreuden zu bereiten, sondern auch, die passenden Mengen der Zutaten zu ordern. „Zu viel oder zu wenig gibt Punktabzüge“, weiß Christopher Baraditz. Die Generalprobe hat er schon mal mit Bravour gemeistert. Und das, obwohl noch eine unerwartete Schwierigkeit auf ihn wartete. „Ich hatte Zutaten für sechs Personen. Aber dann kamen noch zwei dazu.“ Und zwar nicht irgendwer, sondern sein Chef und dessen Sohn. Der Auszubildende improvisierte kurzerhand: „Ob eine Vorspeise 70 Gramm wiegt oder nur 50, das merkt man nicht.“ Die Paymans waren jedenfalls begeistert: „Das hat wunderbar funktioniert“, lobt der Hoteldirektor.

Die drei Besten kommen eine Runde weiter

Die 25. regionalen Jugendmeisterschaften in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen finden am 27. und 28. Februar in Göhren-Lebbin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) statt. In allen drei Berufsgruppen (Hotel-, Restaurantfachmann, Koch) gibt es sechs Teilnehmer. Sie müssen sich zunächst einem Theorieteil stellen, in dem berufsspezifische Fachkenntnisse abgefordert werden.

Die Hauptaufgaben

Köche: Zubereitung eines Vier-Gänge-Menüs für zehn Personen

Restaurantfachleute: Gestaltung und Eindecken einer Festtafel; Speisen- und Getränkeservice, spezieller Service, tranchieren, filetieren, flambieren oder

mixen

Hotelfachleute: praktische Aufgaben aus den Bereichen Marketing, Empfang, Wirtschaftsdienst und Service.

Die drei besten Teilnehmer jeder Berufsgruppe qualifizieren sich für die Landesmeisterschaften am 20. und 21. März.

Kai Lachmann

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