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Kapelle Jarmshagen könnte auseinanderfallen

Jarmshagen Kapelle Jarmshagen könnte auseinanderfallen

Etwa 68 000 Euro sind nötig, um die Wände zu stabilisieren / Gemeinde und Förderer sind auf Sammeltour bei Stiftungen

Jarmshagen. Ein Gottesdienst oder ein Konzert in der über 200-jährigen Fachwerkkapelle von Jarmshagen (Gemeinde Wackerow) ist trotz des Fehlens einer Orgel besuchenswert. „Wenn hier handgemachte Musik erklingt und Geige oder Gitarre gespielt wird, ist das ein besonderes Erlebnis“, berichtet Pastor Volker Gummelt. „Unsere Kapelle passt einfach herrlich in unsere Gegend“, schwärmt Friedrike Schimke, die stellvertretende Vorsitzende des noch jungen Fördervereins der Kapelle Jarmshagen. „Unser Propst Gerd Panknin war ganz begeistert, als er zur Visitation bei uns war“, ergänzt Petra Diedrich, die gegenüber der Kirche wohnt und den Schlüssel verwaltet.

 

OZ-Bild

Das Fachwerk des Kirchleins ist marode.

Quelle: Foto: Eckhard Oberdörfer

Aber das Kleinod ist bedroht. Pilzbefall und Fäulnis haben dem Holz zugesetzt. Die starken Schäden am Fachwerk im unteren Bereich fallen auch flüchtigen Betrachtern sofort auf. Bei genauerem Hinschauen sieht man sogar schon, dass die Kirche quasi auseinanderfallen könnte, eine Wand ist leicht geneigt.

„Wenn nichts gemacht wird, wird das auch passieren“, sagt der Pastor. „Die Seitenwände sind mit 13,20 Meter zu lang. Es gibt keine Anker, die die Kirche zusammenhalten oder eine Zwischenwand.“

Was unternommen werden müsste, um die Kapelle zu erhalten, steht dank des Gutachtens einer Ingenieurfirma grundsätzlich fest. Noch in diesem Jahrzehnt müsse unbedingt etwas passieren, so der Pfarrer.

„In der Mitte soll ein Spanneisen eingezogen werden“, erläutert der Vorsitzende des Fördervereins, Karlheinz Tietze den Plan. Die Schäden am Fachwerk im unteren Bereich würden insbesondere durch Spritzwasser verursacht. An der Kapelle gibt es keine Regenrinne, und deren Anbau werde der Denkmalschutz nicht zustimmen, ist Volker Gummelt überzeugt. Darum wäre ein Traufpflasterung nach Beseitigung der Schäden eine gute und zugleich bezahlbare Lösung. Unbedingt gesichert werden muss auch der kleine Dachreiter, der schon eine merkliche Schieflage eingenommen hat.

„Die geschätzten Kosten liegen bei 68000 Euro“, sagt Volker Gummelt. Das ist für die Gemeinde viel Geld, zumal die Kapelle nicht zu den Patronatskirchen Mecklenburg-Vorpommerns gehört, bei denen das Land die Hälfte der nötigen Summe übernehmen würde. „Darum sind wir gemeinsam mit dem Förderverein auf Spendensammeltour bei Stiftungen“, erzählt Pastor Gummelt. Sehr schön wäre es, bei einer Sanierung der Kapelle auch gleich für eine bessere Nutzbarkeit zu sorgen. Das heißt, das Kirchlein sollte eine Heizung bekommen. „Bei unseren Andachten zur Passionszeit im Frühjahr wechseln wir von Gristow über Neuenkirchen nach Jarmshagen“, erzählt der stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Diethard Gericke. Das komme sehr gut an, gehe aber auch nur, weil Andachten recht kurz im Vergleich zu Gottesdiensten sind. Auch das traditionelle Krippenspiel der Wackerower Kindertagesstätte am Heiligen Abend findet in Jarmshagen statt. Auch ein Argument für eine Heizung.

Etwa 50 Besucher haben in der Kapelle Platz. Auch ein neuer Anstrich im Innern würde dem Gotteshaus gut tun.

Info: Spenden werden auf das Konto des Fördervereins (IBAN DE66 1505 0500 0102 0579 23) erbeten.

Eckhard Oberdörfer

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