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Kemnitz: Ortsumgehung in der Planung

Kemnitz Kemnitz: Ortsumgehung in der Planung

Kann Kemnitz aufatmen? Die lange geforderte Entlastungsstrecke rückt in greifbare Nähe. Die Verkehrsuntersuchungen seien abgeschlossen, bis zum Jahresende wolle das Ministerium nach alternativen Verkehrsführungen suchen und diese auf ihre Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit hin prüfen.

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Die Kemnitzer sind genervt: Durch ihr Dorf fahren immer mehr Lkw in Richtung Hafen Vierow und Lubmin bzw. Richtung B 109.

Quelle: Foto: Katharina Degrassi

Kemnitz. „Es bewegt sich etwas“, sagt Kai Pörschke aus Kemnitz und zeigt auf den neuerlichen Brief des Petitionsausschusses des Landtages MV. Darin wird ihm mitgeteilt, dass sich das Schweriner Verkehrsministerium ernsthaft mit der Planung einer Umgehungsstraße für Kemnitz und den Ausbau der Kreisstraße 20 von der B 109 bei Hanshagen zur L 26 bei Kemnitz beschäftige. Beides, heißt es in dem Schreiben, „stünde in engem Zusammenhang mit der Verbesserung der Anbindung der Häfen Vierow und Lubmin und der Entlastung der Ortsdurchfahrten Kemnitz und Eldena vom Schwerlastverkehr“.

 

OZ-Bild

80 Prozent der Lkw-Fahrer fahren im Ort viel zu schnell.Kai Pörschke Einwohner von Kemnitz

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Die Verkehrsuntersuchungen im Rahmen der Vorplanung seien abgeschlossen. Bis zum Jahresende wolle das Ministerium nach alternativen Verkehrsführungen suchen, diese auf Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit überprüfen und sich dann entscheiden. Für Pörschke sind diese Aussagen ein riesiger Fortschritt. Der zweifache Familienvater hatte im März vergangenen Jahres einen Eilantrag an den Petitionsausschuss gerichtet. Genervt vom starken Fahrzeugaufkommen vor seiner Haustür – täglich fahren Dutzende große Lkw durch den Ort – und beunruhigt über das rasante Tempo von Autos, die statt der erlaubten 30 km/h oft mit über 100 km/h durch das Dorf brettern, bat Pörschke das Gremium um Beistand. „Doch bislang hieß es immer, dass zu Realisierung einer Umgehungsstraße nichts gesagt werden könne. Man verwies mich stattdessen auf die errichtete Verkehrsinsel, welche die Lage doch beruhige. Aber das Ding wird hier im Ort als Schildbürgerstreich wahrgenommen“, schildert Pörschke.

Das habe er im März dieses Jahres auch dem Petitionsausschuss des Landtages mitgeteilt und angefügt, dass er sich von den Politikern verschaukelt vorkomme, weil sich niemand der Sorgen annähme.

„Verkehrsmessungen im IV. Quartal 2016 haben ergeben, dass 80 Prozent der Lkw-Fahrer innerorts zu schnell unterwegs waren“, so der Kemnitzer. Tatsächlich hat die in einer Kurve errichteteVerkehrsinsel nicht zur Entlastung beigetragen. Verkehrskontrollen bzw. Geschwindigkeitsmessungen würden zudem wenig Sinn machen, da die Lkw-Fahrer sich über Funk gegenseitig informieren.

Die Forderung nach einer Ortsumgehung für Kemnitz dauert seit Jahren an: Der Bund hatte im Frühjahr 2009 eine Machbarkeitsstudie zur Verkehrsentwicklung des Industriestandortes Lubmin in Auftrag gegeben. Sie sollte auch Aussagen zur Verkehrsentlastung vom Kemnitz enthalten. Damals favorisierten Fachleute den Neubau einer Straße, die von der B 109 zwischen Greifswald und Diedrichshagen kommend bis Höhe Kemnitz parallel zur Bahnstrecke Greifswald – Lubminer Heide verlaufen, dann einem Schlenker um Kemnitzerhagen machen und hinter Kemnitz an die L 26 Richtung Lubmin andocken sollte.

Die Kosten für die Trasse wurden damals auf sechs Millionen Euro geschätzt. „Das wird deutlich teurer“, mutmaßt Kai Pörschke. Und da die Kreisstraße 20 mit eingebunden werde, mache für ihn nur eine Umgehung Sinn, die von der K 20 um Kemnitz herum Richtung Stilow führe und dort auf die L 262 nach Lubmin mündet.

Aus dem Verkehrsministerium hieß es gestern, dass die Untersuchung noch laufe, welche Variante am besten geeignet ist, die Anbindung der Häfen Vierow und Lubmin zu verbessern. „Geprüft werden mehrere Varianten von Ortsumgehungen, die sowohl westlich als auch östlich um Kemnitz herumführen. Erst wenn das Ergebnis vorliegt, können die Kosten beziffert werden. Die Straßenbauverwaltung bindet auch die Ertüchtigung der Kreisstraße OVP 20 in die Überlegungen ein. Die Maßnahme wird in Trägerschaft des Landkreises Vorpommern-Greifswald umgesetzt“, sagt Hermann Olbermann aus dem Verkehrsministerium.

Cornelia Meerkatz

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