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Kirchengemeinden im Wandel

Züssow Kirchengemeinden im Wandel

In Züssow reden evangelische Gläubige heute und morgen über neue Wege

Züssow. „Manche Ortsgemeinden fragen sich nicht, welche Zukunft sie haben, sondern ob sie überhaupt eine Zukunft haben“, sagt der pommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit. Gerade auf den Dörfern gehören die Kirchengebäude nach Ansicht des Bischofs zum „Traditionsschatz“ und die Kirchengemeinde manchmal zu den letzten zivilgesellschaftlichen Akteuren. Doch wie lange noch? Welche Ideen und Modelle gibt es für die Zukunft der kirchlichen Ortgemeinden? Mit diesem Thema wird sich die pommersche Kirchenkreissynode heute und morgen in Züssow beschäftigen.

Zahlen belegen: Der Rückgang bei den Kirchenmitgliedern ist prozentual mehr als doppelt so hoch wie der Rückgang der Gesamtbevölkerung. Allein der pommersche Kirchenkreis hat zwischen 2011 und 2015 über zehn Prozent seiner Mitglieder verloren. Es muss also noch andere Gründe für die starke Schrumpfung der Kirchenmitgliederzahl geben. Für Bischof Abromeit ist es einerseits der massive Traditionsabbruch aufgrund der zahlreichen Kirchenaustritte in den vergangenen Jahrzehnten. Andererseits werde der Glaube in evangelischen Familien nicht mehr so selbstverständlich weitergegeben wie früher. „Die Kinder kennen keinen Gleichaltrigen, der Christ ist. Warum sollten sie es dann sein?“

Damit es nicht zum kulturellen Abbruch kommt, müsse man den Menschen deutlich sagen: „Wenn das Dorf nicht in der Kirche bleibt, wird auch die Kirche nicht im Dorf bleiben“, so Abromeit. Mit den Entwicklungen einher gehe ein tiefer Wandel der Pastorenrolle. Das „Mehr-Gemeinden-Pfarramt“ bringe die Schwierigkeit mit sich, dass eine Identifikation mit der jeweiligen Kommune immer schwieriger werde. „Das führt dazu, dass der Pastor nicht mehr Teil der Gesellschaft des Ortes ist.“

Man müsse etwas erproben, sagt der Bischof und betont, dass es das Nebeneinander verschiedener Modelle brauche. Kirchengemeinden sollten mehr Mut haben, ein klares, eigenes Profil zu entwickeln. Das hänge jedoch auch von den örtlichen Gegebenheiten ab. Eine Gemeinde in Stadtnähe oder im Tourismusgebiet habe eben andere Möglichkeiten als eine im östlichen Teil Vorpommerns.

Von nik

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