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Ostvorpommern Kornelkirsche – lecker und so gesund
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00:01 13.10.2017
Angelika Westphal mit einigen ihrer Produkte, die sie morgen im Naturerlebnispark vorstellt. Quelle: Foto: Peter Binder

Premiere im Naturerlebnispark: Am Sonnabend wird dort zum ersten Gristower Wildobsttag eingeladen. Von 10 bis 16 Uhr gibt es für Interessierte Informationen zum Wildobst, es wird das Projekt „Landfrugens Wilde Früchtchen“ vorgestellt. Und es findet sogar eine Verkostung statt. Initiator des Ganzen ist Angelika Westphal aus Groß Karrendorf und Spezialistin, wenn es um Wildfrüchte geht. „Ich will eine Lanze dafür brechen“, sagt sie.

Nach Westphals Worten würden viele Menschen der Region gar nicht wissen, was es in der Natur für Schätze gibt. „Ich merke das immer, wenn ich meine Brotaufstriche und Chutneys auf Märkten anbiete.

Oft fragen mich dann die Besucher, ob das Zeug, das ich da verarbeitet habe, nicht giftig sei“, berichtet die 69-Jährige. Wenn sie dann erläutere, wie gesund Berberitze, Aronia, Eberesche und Felsenbirne sei und was sich daraus herstellen lässt, gebe es oft großes Staunen. „Das zeigt mir, dass wir auf diesem Gebiet erst am Anfang stehen. Die Leute haben vergessen, dass Wildfrüchte sehr gesund und schmackhaft sind. Ihre Großeltern wussten das noch“, sagt Westphal.

Begonnen hat ihre Leidenschaft für die Wildfrüchte vor über zehn Jahren. Damals pflückte sie Wildstrauch-Obst für den eigenen Bedarf und verkochte es zu Brotaufstrichen. Als langjährige Gartenfreundin wollte sie mehr. Sie kam zum Landfrauenverband, warb über die Bosch-Stiftung Geld ein. „So konnte ich nicht nur innovative Produkte für MV, eben ,Landfrugens Wilde Früchtchen’, entwickeln; auch der ländliche Raum und die Forschung auf dem Gebiet des Wildobstes rückten in den Fokus, bekamen mehr Aufmerksamkeit. Im Naturerlebnispark Gristow kochte und lagerte sie fortan ihre Produkte. „Außerdem haben wir auf dem Gelände hier vor drei Jahren 100 Wildobststräucher gepflanzt. Von einigen ernte ich nun“, so die Groß Karrendorferin.

Ihre Marmeladen und Chutneys aus Kornelkirsche, Ölweide, Mispel, Mahonie, Zierquitte, Schneeball und Maibeere haben inzwischen in der ganzen Region Liebhaber gefunden. „Gewinn lässt sich damit noch nicht erwirtschaften, aber es reicht, um immer wieder die Zutaten und die Gläser neu zu kaufen“, berichtet Angelika Westphal. Sie experimentiert weiter, hat beispielsweise morgen beim zu verkostenden Drei-Gang-Menü auch zwei von ihr kreierte Wildobstessige dabei: Einen verwendet sie für den Süßkartoffelsalat, den anderen für die Rotweinbirne.

Die Wildobst-Fachfrau hat noch zahlreiche andere Ideen auf Lager: Wildobstsenf als Granulat, Fruchtaufstriche nicht nur in kleinen Gläsern, sondern für die Gastronomie in größeren Eimern, Ansatzliköre ... „Ich habe zu allem Erfahrungen gesammelt und weiß genau, womit welche Frucht harmoniert“, betont Westphal. So könnten künftig aus ihrer Sicht die Früchte des Schneeballs zu einem echten Renner werden. „Der Aufstrich ist besonders in Russland als Spezialität bekannt. Ich habe das hier schon an einer Bekannten getestet, die Spätaussiedlerin ist. Die war total begeistert“, sagt sie.

Angelika Westphal träumt davon, dass ins Wildfrucht-Projekt die lokale Wirtschaft mit einsteigt. „Natürlich hat die traditionelle Herstellung meiner Aufstriche per Hand seinen Preis. Aber es werden landestypische einheimische Rohstoffe verarbeitet – genau das wünschen sich viele Menschen in Vorpommern.“ Auch deshalb arbeitet sie weiter daran, dass im Naturerlebnispark Gristow ein großer Wildobstgarten entsteht.

Ein oft unentdeckter Schatz

Zwei kleine Sanddornbeeren sollen mehr Vitamin C enthalten als eine ganze Zitrone. Auch andere Wildfrüchte gelten als Nährstoffbombe. Anders als Kulturobst verfügen sie über einen wesentlich höheren Gehalt an Vitaminen, Farbstoffen und organischen Säuren. Sterneköche und Gourmets haben Wildfrüchte längst für sich entdeckt. Sie schätzen sie wegen ihres ausgezeichneten Aromas, ihrer Bekömmlichkeit und ihrer vitalisierenden Wirkung. Zudem haben Wildfruchtsträucher eine ökologische Bedeutung. Sie bieten Sicht- und Windschutz, sind Lebensraum für Bienen und Wildtiere und pflegeleicht.

Cornelia Meerkatz

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