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Künstliche DNA für die Feuerwehr

Neuenkirchen Künstliche DNA für die Feuerwehr

Diebe haben es künftig bei Einbrüchen schwerer / Auch Privatpersonen können den neuen Diebstahlschutz nutzen

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Börger Glawe (vorn) zeigt Wehrführer Heiko Burgas, wie künstliche DNA und Mikropunkte mit UV-Licht sichtbar gemacht werden.

Quelle: Fotos: Peter Binder

Neuenkirchen. Diese Markierung hat es in sich: Dieben, die es auf den Bootsmotor, Kettensägen, das Notstromaggregat oder andere Einsatztechnik der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen abgesehen haben, wird es erheblich schwerer gemacht. Seit gestern sind all diese Gegenstände genau wie das Gebäude selbst mit einer künstlichen DNA versehen und damit viel besser gegen Diebstahl gesichert.

 

OZ-Bild

Uwe Schwerin hält ein Fläschchen mit künstlicher DNA.

Quelle:

Anmeldung

Künstliche DNA hilft beim Diebstahlschutz. Der Landkreis hat ein in MV einmaliges Pilotprojekt gestartet und will künftig alle Feuerwehren des Landkreises damit versehen. Auch Privathaushalte können das Angebot nutzen.

Anmeldung: ☎ 03971/25133506 oder 0160/4531776

Doch wie funktioniert nun die künstliche DNA? Polizeihauptmeister Uwe Schwerin demonstriert, wie leicht und schnell wertvolle Gegenstände und Maschinen damit zu versehen sind: Er steckt einen Tupfer in ein Fläschchen mit einer milchig schimmernden Flüssigkeit. Sie enthält künstliche DNA. Erst bei genauerem Hinsehen kann man darin noch sogenannte Mikropunkte erkennen, die eine Codierung tragen.

Schwerin tupft ein paar Kleckse der Flüssigkeit auf das Rettungsboot, das Notstromaggregat, die Kettensäge und weitere Gegenstände. Auch die Tür bekommt auf Drängen von Wehrleiter Heiko Burgas etwas ab. Schon nach kurzer Zeit ist nichts mehr sichtbar. Die künstliche DNA ist nun nur noch mit Hilfe einer UV-Lampe zu erkennen, die Mikropunkte sind nur mit dem Fotomikroskop auszulesen. „Abwaschen geht nicht, man könnte höchstens die Mikropunkte gewaltsam abkratzen oder abschleifen. Dazu müsste man aber wissen, wo sie angebracht sind“, erläutert Schwerin. Doch Dieben würde das überhaupt nichts nutzen, denn die künstliche DNA lässt sich gar nicht entfernen und ist zudem in einer zentralen Datei registriert. „Das schreckt Diebe und Hehler ab“, ist sich der Polizeihauptmeister sicher.

Diebstahlschutz mit künstlicher DNA ist ein Pilot-Präventionsprojekt, mit dem das Land den Landkreis Vorpommern-Greifswald betraut hat. 50 000 Euro wurden dafür zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Anklam und dem Christlichen Jugenddorfwerk Zinnowitz bis Ende 2017 vor allem die Grenzkriminalität zu verringern, da gerade Bootsmotoren, aber auch landwirtschaftliche Geräte und teure Fahrzeuge immer wieder bei Dieben aus Osteuropa begehrt sind. Auch die Aufklärung der Bevölkerung über den richtigen Diebstahlschutz gehört dazu. „Eigentlich hatten wir zuerst daran gedacht, Codiermaschinen zu kaufen“, sagt Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos). Doch die Codierungen könnten problemlos entfernt werden. „Also musste etwas anderes her“, so Scheer. Dass die jetzige Lösung künstliche DNA mit Mikropunkten koppele, sei hervorragend und biete doppelten Schutz.

„Aber auch Privatpersonen können sich von uns zum Diebstahlschutz beraten lassen und bei ihren Wertgegenständen künstliche DNA einsetzen“, erläutert Schwerin. Allerdings müsse sie selbst bezahlt werden. „Eine Abpackung für zu Hause kostet 79 Euro. Damit lassen sich 50 Wertgegenstände markieren. Der Anbieter, mit dem wir zusammenarbeiten, gibt wegen des Pilotprojektes allen Bürgern des Landkreises Vorpommern-Greifswald sogar noch 20 Prozent Rabatt“, berichtet Börger Glawe, Koordinator des Kreispräventionsrates. Er rät wie Uwe Schwerin den Bürgern, von diesem Angebot Gebrauch zu machen. „Mit diesem Sicherheitspaket – Aufkleber auf Türen und Wertgegenständen machen den Einsatz künstlicher DNA deutlich – sind Diebe leichter zu überführen“, sagt er.

Cornelia Meerkatz

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