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Ostvorpommern Kulturhaus-Ruine: Kreis verärgert Bandelin
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Kulturhaus-Ruine: Kreis verärgert Bandelin
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00:00 22.03.2013
Keine gravierenden Schäden? Das Kulturhaus sei abrissreif, heißt es in Bandelin. Quelle: jes
Bandelin

Bleibt die Gemeinde Bandelin auf „ihrem“ heruntergekommenen Kulturhaus sitzen? Maßgebliche Vertreter der 600-Seelen-Kommune würden das seit zweieinhalb Jahren leerstehende Gebäude lieber heute als morgen abreißen lassen (die OZ berichtete). Doch so einfach ist das nicht. Zum einen gehört es dem Landkreis. Zum anderen steht es unter Denkmalschutz.

Nun streute die Kreisverwaltung auch noch Salz in die Wunde. Ihr Sprecher Achim Froitzheim erklärte, die Denkmalschutzbehörde habe „keine gravierenden Gebäudeschäden festgestellt, die eine Abrissgenehmigung rechtfertigen würden“. Zudem wies Froitzheim der Gemeinde indirekt eine Schuld an der jetzigen Misere zu. Sie sei das letzte verbliebene Mitglied eines Vereins, der das Kulturhaus Anfang der 1990er Jahre per Erbbaupachtvertrag vom damaligen Landkreis übertragen bekam. Der Vertrag habe den Verein verpflichtet, für die Erhaltung des Gebäudezustandes zu sorgen. „Dies hat er vertragswidrig nicht getan, obwohl es eine Zeit lang Fördermittel gab“, merkt Froitzheim an.

Sein Statement sorgte in Bandelin gestern für Aufregung: „Offenbar hatten die Leute von der Denkmalschutzbehörde eine schwarze Brille auf, als sie das Kulturhaus besichtigten“, kommentierte Bandelins stellvertretender Bürgermeister, Peter Eisenbeis, die Behauptung, es gebe keine gravierenden Schäden. „Ich weiß nicht, was da noch alles kaputtgehen soll. Das fast 60 Jahre alte Kulturhaus ist abrissreif.“ Damit der Giebel nicht abstürze, habe man im Laufe der Zeit mehrere Giebelanker einziehen müssen. Zudem sei das Fundament aufgefüllt worden, damit das Objekt nicht absacke. Die Statik sei fragwürdig. „Das Haus wurde in einer Zeit errichtet, in der gutes Baumaterial Mangelware war“, gibt Peter Eisenbeis zu bedenken. Inzwischen sei der Bau feucht. „Das bekommt man nicht mehr hin“, glaubt Eisenbeis, der dafür plädiert, den Zustand des Hauses von Bausachverständigen bewerten zu lassen und nicht von Leuten, die den ganzen Tag im Büro einer Behörde säßen und keine rechte Ahnung von Statik hätten.

Von Schuldzuweisungen hält Peter Eisenbeis in dieser Situation gar nichts. Niemand in Bandelin habe das Kulturhaus schließlich mutwillig vor die Hunde gehen lassen. Kreis und Gemeinde sollten einvernehmlich an einer Lösung arbeiten, meint er. Die Kommune hat vorgeschlagen, dass der Landkreis das von ihm erbbaurechtlich verpachtete Kulturhaus zurücknehmen und für einen symbolischen Euro an die Gemeinde verkaufen sollte. Die würde es dann auf eigene Kosten abtragen lassen.

Peter Eisenbeis und andere glauben nicht an eine Wiederbelebung des einst vielgenutzten Kulturhauses. „Selbst wenn seine Sanierung möglich wäre, blieben danach immense Betriebskosten, die niemand dauerhaft stemmen könnte und wollte.“ Die Zeit solcher Bauten, sagt Eisenbeis, sei vorüber. Was im Sozialismus möglich war, ist heute so nicht mehr denkbar.

Das Kulturhaus gleicht inzwischen einer Ruine, in die trotz Sicherungsmaßnahmen immer wieder eingebrochen wird. Einmal hat es hier sogar gebrannt.

Sven Jeske

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