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Lehrapotheke der Uni eingeweiht

Greifswald Lehrapotheke der Uni eingeweiht

Pharmaziestudenten sollen künftig noch besser auf die Berufspraxis vorbereitet werden. In der Jahnstraße wurde darum in einem ehemaligen Chemielabor eine Lehrapotheke eingerichtet. Neben Studenten werden Schauspieler als „Patienten“ eingesetzt, um die Situation möglichst real darzustellen.

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Die Pharmaziestudentinnen Dorothea Hallier, Elisabeth Schuster und Alice Stephan mit Christoph Ritter und Georg Engel (von links) in der Apotheke.

Quelle: Foto: Pb

Greifswald. Gestern wurde die Lehrapotheke des Instituts für Pharmazie eingeweiht. Ein guter Tag für Patienten, schätzt Dr. Gerd Engel ein. Der Greifswalder ist seit zwei Jahren Präsident der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern. „Mit der neuen Lehrapotheke können die Studierenden besser auf dem Weg aus dem anspruchsvollen Studium in die Praxis begleitet werden“, erläutert er seinen Standpunkt. In seiner Studienzeit in Frankfurt/Main habe es leider keine solche Einrichtung gegeben. Engels Arbeitsort liegt nicht weit entfernt. Er leitet die Greifswalder Uniapotheke.

In der Lehrapotheke der Hochschule lernen Pharmaziestudenten, wie sie als Apotheker mit Patienten sprechen sollten und diese gut beraten können. Da geht es beispielsweise um die Wirksamkeit von Arzneien sowie deren angemessenen und effektiven Einsatz. Ihr Wissen sollen die künftigen Apotheker in einer verständlichen Sprache vermitteln.

Die mit Hilfe von Firmen und der Fachschaft Pharmazie eingerichtete Apotheke hat ihren Sitz in einem früheren Chemielabor im Altbau des Instituts für Pharmazie in der Jahnstraße. Der Tresen mit einer sogenannten Kompaktkasse wie in der Praxis und das dahinter liegende Medikamentenregal vermitteln die Originalatmosphäre einer Apotheke. Außerdem stehen zahlreiche Demonstrationsgeräte und Hilfsmittel zur Anwendung von Arzneien zur Verfügung, um den Umgang damit zu erlernen.

„Der Raum hat einen idealen Zuschnitt für eine Lehrapotheke“, schätzt Christoph Ritter, Professor für klinische Pharmazie, ein. Nach dem Umzug in den nahen Neubau in der Felix-Hausdorff-Straße musste der Raum zunächst saniert werden. Im letzten Wintersemester erfolgte die Einrichtung.

Für Greifswald sei es die erste Einrichtung dieser Art. „In Deutschland gibt es auch nicht an vielen Standorten eine Lehrapotheke“, so Ritter. Sie werde vor allem von Studenten des 7. und 8.

Semesters, also gegen Ende des Studiums, genutzt. Zunächst würden die Studenten theoretisch auf ihre Aufgaben vorbereitet. Ein schriftliches Konzept fürs Gespräch müsse erarbeitet werden, erläutert der Professor. „Das wird dann bearbeitet, mit den Studierenden diskutiert und weiterentwickelt.“ In einem ersten Schritt dieser Ausbildung spielen Studenten sowohl die Apotheker als auch die Patienten. Auch die Juroren sind Studenten.

Dank Videoaufzeichnung lässt sich jede Situation im Gespräch im Nachhinein genauer analysieren. „In einer zweiten Stufe kooperieren wir mit der medizinischen Psychologie in Rostock“, erläutert Ritter das Vorgehen. „Die befassen sich in der Lehre für die Medizinerausbildung seit einiger Zeit mit der Kommunikation mit Patienten.“

In dieser zweiten Stufe werden nicht mehr Studenten, sondern Schauspieler die Rolle der Patienten übernommen.

„Ich freue mich auf die Arbeit in der Lehrapotheke“, sagt Dorothea Hallier. Sie studiert im sechsten Semester. Die Schwerinerin stammt aus einer Apothekerfamilie. „Mehr über das Umfeld in der Apotheke zu erfahren ist extrem wichtig. „Die Ausbildung in Greifswald ist hervorragend. Professor Ritter hält sehr gut Kontakt mit uns.“.

Eckhard Oberdörfer

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