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Ostvorpommern Levenhagen: Sanierung der Kirche läuft
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Levenhagen: Sanierung der Kirche läuft
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06:21 13.08.2015
Die Levenhagener packen selbst an, um den Kirchenboden zu entfernen. Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Dersekow-Levenhagen und Görmin

Die Innenwände sind durch Algen schwarz-grün angelaufen, es riecht modrig. Die in Teilen 700 Jahre alte Marienkirche in Levenhagen, die unter Experten als eine der schönsten in der Greifswalder Umgebung gilt, leidet unter der Feuchtigkeit.

Doch Besserung ist in Sicht. Freiwillige Helfer haben nun bei einem „Subbotnik“ den Bodenbelag entfernt. „Dabei handelte es sich um einen Betonboden, auf den Doppelkammerfliesen aufgebracht waren.

Leider staute sich darunter das Wasser und suchte sich andere Wege, zum Beispiel in die Wände“, erklärt Irmfried Garbe, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinden Dersekow-Levenhagen und Görmin. Der Belag stamme aus dem Jahr 1966. „Damals wusste man es wahrscheinlich nicht besser“, versucht Garbe den baulichen Fehler zu entschuldigen. Vor zwei Jahren schon hatten Männer aus dem Dorf dem Kircheninnern etwas Luft verschafft, indem sie den Betonboden wegbrachen, wo er direkt an die Wände stieß.

Sonderlich schwer sei es nicht gewesen, den Boden aufzustemmen. „Wir brauchten nur Brechstangen, um die drei bis vier Zentimeter dicke Schicht zu lösen“, so Garbe. Bis zu 15 Menschen setzten ihre Muskelkraft ein, um dem Boden zu Leibe zu rücken. „Ich habe gehofft, dass so viele kommen. Das zeigt, dass den Levenhagenern ihre Kirche am Herzen liegt“, freut sich der Pfarrer. Ungeahnte „Schätze“

oder Überreste aus längst vergangener Zeit traten bei dem Arbeitseinsatz nicht zutage. Nun muss der Kirchenboden drei bis vier Wochen trocknen, deswegen wird ständig gelüftet.

Danach kann der neue Belag aufgebracht werden. „Wir werden Tonfliesen verlegen lassen, die wasserdurchlässig sind. Für eine Fläche von etwa 130 Quadratmetern kostet das um die 20 000 Euro, hinzu kommt die Arbeitsleistung“, erläutert Garbe und betont im gleichen Atemzug, „wir benötigen weiterhin Spenden“. Mit diesen solle auch eine mobile Bestuhlung angeschafft werden, da die vorhandenen Bänke nur etwa 50 Plätze bieten, bei Konzertveranstaltungen allerdings bis zu 100 Besucher begrüßt werden.

Derzeit läuft die Ausschreibung für die Tonfliesen. „Wir suchen deutschlandweit. In Greifswald und Umgebung gibt es keine Firma, die das machen kann“, so Garbe. Doch die Ziegelei Glindow bei Potsdam sei zum Beispiel gut geeignet, den Auftrag zu übernehmen. Garbe: „Die Firma hat Erfahrung mit solchen Projekten.“ Er ist überzeugt, dass die neuen Fliesen deutlich länger als 50 Jahre halten werden.

„Ich denke, dass sie 200 bis 300 Jahre halten werden“, zeigt sich der Pfarrer zuversichtlich. Um der Feuchtigkeit von außen Herr zu werden, soll der Chor des Sakralbaus später eine Dachrinne erhalten. Nicht zuletzt möchte die Gemeinde neue Elektrik im alten Gemäuer installieren lassen. Der Kirchenkreis hat für die Kirchensanierung insgesamt 50000 Euro zugesagt. Nochmal so viel brachte die evangelische Gemeinde von Dersekow, Görmin und Levenhagen durch Spenden, dank Stiftungen und den Griff in die eigene Kasse zusammen. Die Feuchtigkeit wird nicht so schnell aus dem Gemäuer weichen. In zwölf Monaten, prognostizierte ein Fachmann, würden, entsprechende Bedingungen vorausgesetzt, gerade mal zwei Zentimeter Wand abtrocknen. In diesem Tempo dürfte es Jahrzehnte dauern, bis Levenhagens Marienkirche wieder im Trockenen ist. Die alten Fußbodenfliesen aus dem Kirchenchor würde Garbe am liebsten zu Geld machen. „Sie sind noch brauchbar. Wer sie haben möchte, kann sich gerne bei mir melden. Der symbolische Preis für eine Fliese beträgt einen Euro.“

Spenden an Kirchengemeinde Dersekow-Levenhagen:

Iban: DE76 3506 0190 1561 3600 10, Stichwort: Kirche Levenhagen

20 000 Euro wird der neue Boden für eine Fläche von etwa 130 Quadratmetern kosten.“Irmfried Garbe, Pfarrer der Kirchengemeinden Dersekow-Levenhagen und Görmin



Reik Anton

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