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Ostvorpommern Liberaler will aufs Treppchen
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Liberaler will aufs Treppchen
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03:38 07.09.2013

In Jeans und gelbem T-Shirt steht er vor seinem gelben Haus in Spantekow. Ach, die FDP! „Zufall. Das hat damit nichts zu tun“, sagt Christian Bartelt und lächelt. Seine schneeweißen Zähne blitzen. Kein Wunder, der Mann ist Zahnarzt. Und Kommunalpolitiker. Christian Bartelt ist Kreisvorsitzender der Liberalen und tritt am 22. September für die FDP bei der Bundestagswahl an. Er formuliert ein klares Ziel für die Erststimme, bei der die Kandidaten gewählt werden: „Ich will aufs Treppchen!“ Sieben Bewerber wollen dem CDU-Mann Matthias Lietz das Direktmandat für den Wahlkreis 16 (Mecklenburgische Seenplatte I/Vorpommern-Greifswald II) streitig machen. „Lietz ist der Favorit. Danach ist alles offen“, sagt der 36-Jährige, der sich als „genetisch liberal“ bezeichnet. Seine Mutter sitzt in der Gemeindevertretung. Bartelt ist seit 2004 Kreistagsmitglied. „Mein Motto lautete schon immer, nicht nur meckern sondern mitgestalten“, sagt Bartelt. Ehrenamtliches Engagement steht für ihn oben an. „Es wird aber zunehmend schwieriger. Durch die Kreisgebietsreform müssen wir zu den Ausschusssitzungen weiter fahren.“ Dazu kommen viele Termine als FDP-Kreisvorsitzender. „Ohne meine Frau im Rücken, könnte ich das nicht leisten“, so der Spantekower, der neben Familie und eigener Zahnarztpraxis auch noch regelmäßig Basketball in Greifswald spielt.

Doch in den vergangenen Wochen stand der Wahlkampf im Fokus. Bartelt ist zuversichtlich, dass die FDP auf Bundesebene zwischen 5 und 8 Prozent holt. Er strebt ein zweistelliges Ergebnis an. Bei der Debatte um den gesetzlich einheitlichen Mindestlohn hat er eine klare Position: „Mit mir nicht. Die Tarifparteien sollten sich einigen. Wo es keine organisierten Arbeitnehmer gibt, muss es aber eine Lohngrenze geben.“ Der Liberale will sich für den Wiederaufbau der Karniner Brücke und den Erhalt des Flughafens Heringsdorf einsetzen. „Der Airport ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Region.“

Stichwort Region: Der FDP Kreisverband firmiert noch immer unter dem alten Namen Ostvorpommern. Im April hatte der Landesparteitag bereits der Fusion der Kreisverbände OVP, Greifswald und Uecker-Randow zugestimmt, doch zu Potte gekommen sind die Liberalen noch nicht. „Durch die Bundestagswahl hat sich das verzögert. Ich rechne im November mit dem Zusammenschluss“, sagt Bartelt, der noch nie daran gedacht habe, bei einer großen Partei anzuheuern. „Für den politischen Erfolg würde ich doch nicht meine Seele verkaufen.“ Außerdem stehe es gar nicht so schlecht um die FDP — „auf Landes- und Bundesebene haben wir relativ junge, aktive Leute.“ Dazu gehört auch Bartelt, der Mitglied im Bundessportausschuss der FDP ist. Der ehemalige Leichtathlet, der im Speerwerfen und Kugelstoßen in Neubrandenburg zu Hause war, hat mit den Werfergrößen Franka Dietzsch und Astrid Kumbernuss in einer Gruppe trainiert. Heute ist er Vorsitzender des Altschülerrates der Sportschule Neubrandenburg. Regelmäßig lädt er dort zu einem Werfertreffen ehemalige Akteure ein.

Vielleicht gelingt ihm am 22. September der große Wurf.

Henrik Nitzsche

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