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Löcherstopfen hier, Teilsanierung da

Groß Kiesow Löcherstopfen hier, Teilsanierung da

Bei der Reparatur seiner Straßen agiert der Landkreis stückhaft – Das Ergebnis sieht man in Sanz

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Gestern in Behrenhoff: Der Kreis lässt die Ortsdurchfahrt wiedermal flicken.

Quelle: Fotos: Sven Jeske

Groß Kiesow. Nagelneue Piste da, gestopfte Asphaltlöcher dort: In Sanz geht beides ineinander über. Wer sehen will, wie der Landkreis mit seinen Straßen verfährt, muss hierher kommen: an die noch frische Nahtstelle. Sie kündet vom Vermögen und Unvermögen ein und derselben Institution.

 

OZ-Bild

Gestern in Sanz: Arbeiten an der nagelneuen Ortsdurchfahrt.

Quelle:

Pro Quadratmeter Kreisstraße hat der Kreis fünf Cent im Monat übrig.“Anke Radlof, Sprecherin der Kreisverwaltung

Zwischen Groß Kiesow und dem Ortsausgang von Sanz investierte der Landkreis gerade 190000 Euro, um auf einer Länge von gut drei Kilometern die Trag- und Deckschicht zu erneuern. Für die restlichen viereinhalb Kilometer derselben Trasse reichte das Geld hingegen nicht mehr: Zwischen Sanz, Müssow und Behrenhoff wurden – wiedermal – lediglich die Löcher gestopft.

825 Kilometer Straße nennt der Kreis sein Eigen. Für die Grundsanierung plante er in diesem Jahr etwa 8,5 Millionen Euro ein. Weitere, etwa 4,1 Millionen Euro wurden laut Kreisverwaltung für Reparaturen veranschlagt. Was viel anmutet, erweise sich bei näherer Betrachtung als Tropfen auf den heißen Stein, gab Pressesprecherin Anke Radlof gestern zu verstehen. Denn setze man die mehr als 12 Millionen Euro ins Verhältnis zur Streckenlänge von 825 Kilometern (rund 11 Millionen Quadratmeter) seien für Streckenkontrolle, Baumpflege, Winterdienst, Deckenerneuerung, Beschilderung, Reinigung der Kanalisation, Brückenunterhaltung, Grasmahd und ja auch Flickarbeiten monatlich gerademal fünf Cent pro Quadratmeter Straße verfügbar.

Eine Milchmädchenrechnung? Vielleicht. Fakt ist: Der Kreis hat nicht genug Geld, um kaputte Straßen in einem Zug zu erneuern. Und so werden sich die Bürger von Behrenhoff weiterhin gedulden müssen.

Gestern wurden – zum wievielten Male eigentlich? – die Löcher ihrer Ortsdurchfahrt gestopft. Glaubt man den Angaben der Kreisverwaltung, bleibt die Straße in Behrenhoff auch in den kommenden Jahren Flickwerk. Immerhin: Es sei beabsichtigt, die Strecke von Sanz über Müssow bis zum Ortseingang Behrenhoff in den nächsten maximal drei Jahren von Grund auf zu sanieren, hieß es gestern. Allerdings unter Vorbehalt. Denn Voraussetzung dafür sei, dass das Innenministerium die Haushaltsplanungen des hochverschuldeten Landkreises genehmigt.

Im Falle Behrenhoffs ginge es vermutlich schneller, folgte die Gemeinde den Beispielen der Stadt Strasburg und der Gemeinde Benz auf Usedom. Beide Kommunen erklärten sich 2015 bereit, acht (Strasburg) bzw. 2,1 Kilometer (Benz) schadhafte Straße vom Landkreis zu übernehmen, um sie mit Fördermitteln selbst zu sanieren. „Wenn wir nicht die Initiative ergreifen, bleibt die kaputte Kreisstraße eine Piste bis Sankt Nimmerlein“, hatte Strasburgs Bauamtschefin Anke Heinrichs erklärt und darauf verwiesen, dass ihre Kommune im Gegensatz zum Landkreis

Fördermittel aus dem EU-Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums bekommen könne, um besagte Straße zu erneuern.

Auch die Gemeinde Benz auf Usedom gab an, Geld aus dem EU-Programm erhalten zu können. Im Unterschied zu Strasburg knüpfte sie die Übernahme der durch ihr Territorium verlaufenden Kreisstraße an die Bedingung, dass der Kreis für den kommunalen Eigenanteil aufkommt, der im Falle einer EU-Förderung fällig würde. Im Fall Benz ging die Kreisverwaltung davon aus, mehr als 340000 Euro zahlen zu müssen, um die 2,18 Kilometer Straße an die Gemeinde loszuwerden. Der Kreistag hatte nichts dagegen und nickte den Deal ab.

Sven Jeske

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