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Ostvorpommern Lösung für Kieshofer Moor in Sicht
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Lösung für Kieshofer Moor in Sicht
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00:01 20.12.2016
Der Wasserstand ist aus Sicht des Natur- schutzes zu niedrig. Hans Joosten Professor und Moorexperte

„Kann das Wasser nicht runter, muss das Land hoch“, diese vor zwei Jahren geborene Idee könnte bald die Probleme der Anwohner mit dem seit 1938 bestehenden Naturschutzgebiet Kieshofer Moor lösen.

Erhöhung des umgebenden Geländes könnte Probleme für Anwohner lösen

Der Hintergrund: Hohe Wasserstände zogen in der Vergangenheit angrenzende Wiesen, Felder und Wälder in Mitleidenschaft und führten zu feuchten Kellern. Besonders schlimm für die Bürger in Groß und Klein Kieshof sind Gnitzen, die sich durch die für sie idealen Lebensverhältnisse massenhaft vermehrten und zu bestimmten Zeiten im Sommer den Aufenthalt im Freien quasi unmöglich machen. Als Ursache der Probleme gilt eine 1994 gebaute Stauvorrichtung, mit der der Wasserstand im Moor angehoben werden sollte und wurde (die OZ berichtete).

„Ich gehe davon aus, dass die nötigen Unterlagen, die Planungen, Berechnungen und Karten für eine Erhöhung des umliegenden Geländes im Januar vorliegen“, sagt Prof. Hans Joosten vom Greifswalder Moorzentrum. Er leitet die Arbeitsgruppe Moor- und Paläökologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, die die Entwicklung im und ums Moor wissenschaftlich begleitet. Die Unterlagenwürden gegenwärtig vom Büro Umweltplan erarbeitet. Die Lösung: Das Land um das Kieshofer Moor wird aufgefüllt. Dadurch würden die Felder und Wiesen um den Ort zumindest deutlich weniger beeinträchtigt. Diese Idee wurde im Dezember 2014 in Gesprächen mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie erarbeitet.

Hauke Kroll, Abteilungsleiter Moorschutz/Kompensation der Landgesellschaft MV in Greifswald, nennt noch eine zweite denkbare Variante. „Man könnte auch eine Leitung rund um das Moor legen und so das Wasser, das vom Dorf kommt, in den Graben 10 jenseits der Straße ableiten“, sagt er. Die Landgesellschaft MV wurde beauftragt, Vorschläge zur Lösung der Probleme um das Kieshofer Moor zu unterbreiten. Das gemeinnützige Siedlungsunternehmen führt seit 1991 Maßnahmen zur Agrarstrukturverbesserung und zur Regionalentwicklung durch, dazu gehört auch die Renaturierung von Mooren.

Eines ist für Hans Joosten aus Naturschutzsicht indes nicht denkbar: Dass der Wasserstand auf dem heutigen zu niedrigen Niveau bleibt. Denn das Kieshofer Moor sei nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU geschützt. Gründe für Ausnahmen von den dort getroffenen Regelungen wie eine Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit gebe es im Fall des Kieshofer Moores nicht.

Ein ganz großer Akteur in Sachen Zukunft des Kieshofer Moores ist die Universität. Ihr gehören die meisten Flächen in diesem Bereich und sie betreibt hier Forstwirtschaft. Höherer Wasserstand führt zum Absterben von Bäumen. „Uns liegt die Entwicklung des Moores am Herzen“, betont Unisprecher Jan Meßerschmidt. „Das muss gleichzeitig mit einem Interessensausgleich mit den Anwohnern in der unmittelbarer Nähe des Moores und auch mit den betroffenen Landwirten und der Forstwirtschaft erfolgen.“

Interessierte Bürger und Naturschützer wünschen sich ferner, dass der verfallene Bohlensteg ins Moor wiederhergestellt wird. Seit 2014 ist er nicht mehr betretbar. Jan Meßerschmidt ist nicht sicher, ob sich dieser Wunsch erfüllen lässt. „ Es muss noch geprüft werden, ob und unter welchen Bedingungen der Steg ins Moor wieder errichtet werden kann“, sagt er.

Eckhard Oberdörfer

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