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Lotsen für den Weg in die deutsche Gesellschaft

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Der Landkreis hat neue Helfer für Flüchtlinge eingestellt

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Die Integrationslotsen des Kreises (v.l.): Ariane Haß, Sven Hüttemann, Anne Wittmann, Detlef Klietz, Lubov Maschkin, Olaf Moschell und Andrzej Mazul-Guty.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald will die Betreuung von Flüchtlingen verbessern. Statt zwei kümmern sich nun sieben sogenannte Integrationslotsen um die Menschen, deren Asylantrag bewilligt wurde und die nun – vorerst für drei Jahre – in Deutschland bleiben dürfen. Die OZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Verträge sind befristet. Niemand weiß, wie sich die Flüchtlingssituation entwickeln wird.“Gerd Hamm, Leiter des Sozialamtes

Um wen kümmern sich die Integrationslotsen? „Die Lotsen sollen sich vorwiegend um diejenigen kümmern, die im Kreis bleiben wollen“, sagt Sozialamtsleiter Gerd Hamm. „Wer die Region verlassen will, wird natürlich auch betreut. Aber nicht so intensiv.“

Was machen die Integrationslotsen? Sobald Flüchtlinge ihre Aufenthaltserlaubnis in der Hand haben, kommen einige Herausforderungen auf sie zu: Sie müssen auf dem freien Markt eine eigene Wohnung finden, sich für einen Integrationskurs anmelden, Deutsch lernen, Angelegenheiten mit dem Jobcenter klären. Hinzu kommen möglicherweise Probleme bei der Familienzusammenführung, Fragen zu Arztbesuchen, Angelegenheiten mit der Krankenkasse, der Schule oder der Kita und viele andere Dinge bei der Organisation des Alltags. Und dann noch der Eintritt in den Arbeitsmarkt. Unterstützung wird also in vielerlei Hinsicht benötigt. „Zuerst wird geschaut, was bei der jeweiligen Person am dringendsten ist“, sagt Sven Hüttemann, einer der fünf Neuen. Die Arbeit reicht von Ämterbegleitung über die Vermittlung von Dolmetschern bis hin zum Erstellen von Lebensläufen. Die Lotsen würden nach und nach Netzwerke mit den Behördenmitarbeitern aufbauen. Letztlich solle aber nicht jeder Gang abgenommen werden.

Wer sind die Integrationslotsen? Lubov Maschkin und Andrzej Mazul-Guty sind schon mehrere Jahre dabei. Die fünf Neuen stammen aus unterschiedlichen Bereichen, waren vorher zum Beispiel an der Uni oder in der Verwaltung tätig. Fast alle waren vorher schon in der Flüchtlingshilfe engagiert. Jeder ist nun für einen Teil des Landkreises zuständig. Für Greifswald ist das zum Beispiel Ariane Haß, die vorher Deutsch als Fremdsprache studiert hat. Für Wolgast und die Insel Usedom ist Sven Hüttemann verantwortlich. Er arbeitete vorher im Personalbereich und kennt sich eigener Aussage nach in anderen Kulturkreisen gut aus.

Welche Sprachen sprechen sie? Trotz zahlreicher Bewerbungen und umfangreichem Auswahlverfahren: Arabisch, persisch oder paschtunisch spricht niemand. Dafür geben fast alle Englisch als Zweitsprache an. Der ein oder andere kann auch polnisch oder russisch.

Warum war die Aufstockung von zwei auf sieben notwendig? In diesem Jahr sind bislang mehr als 920 neue Flüchtlinge im Kreis angekommen. Die Zahlen sind zwar im Vergleich zum Herbst vergangenen Jahres drastisch gesunken, zu tun gibt es aber immer noch genug.

Wer bezahlt die Integrationslotsen? Derzeit der Landkreis. Dort sieht man allerdings das Land und den Bund in der Pflicht. Geklärt ist das abschließend noch nicht. „Die Löhne richten sich nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes“, sagt Hamm. Die Stellen sind befristet. Hamm: „Niemand weiß, wie sich die Flüchtlingssituation entwickeln wird.“

Kai Lachmann

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