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Lubmin: Bürger fordern Strandversorgung

Lubmin Lubmin: Bürger fordern Strandversorgung

Tourismus- und Gewerbeverein spricht von akutem Problem – Der Bürgermeister soll handeln

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Bis zu vier Elektromobile sollten Besucher des Lubminer Strands in diesem Sommer mit Eis, Bockwurst und Kaffee versorgen. Doch es fährt nicht ein einziges.

Quelle: Antje Brecht

Lubmin. Es ist der Seebad-Aufreger dieses Sommers: Wer den Lubminer Strand besucht, kann nicht damit rechnen, hier mit Bockwurst, Eis oder Kaffee versorgt zu werden.

Unser Seebad muss durch Service glänzen.“Marco Hanke, Tourismusverein Lubmin

Vergeblich halten Sonnenanbeter und Badende Ausschau nach den kleinen Elektrowagen, die in den Vorjahren hin- und herfuhren (die OZ berichtete). Obgleich die Seebadgemeinde den Service neu ausgeschrieben und an ein ortsfremdes Unternehmen vergeben hatte, tut sich nichts. Bis heute hat der auserwählte Dienstleister kein einziges Versorgungsfahrzeug in die Spur geschickt.

Das schade dem Image des kleinen Seebads, ist Marco Hanke, Vorsitzender des örtlichen Tourismus- und Gewerbevereins, überzeugt. Lubmin, geographisch umgeben von Urlauberhochburgen wie Rügen und Usedom, könne sich derlei nicht erlauben. „Gerade wir müssen durch Service glänzen“, meint Hanke. Er sieht den Bürgermeister in der Pflicht. Der müsse etwas unternehmen, um die Strandversorgung doch noch in Gang zu bringen. „Wenn das auserkorene Unternehmen nicht reagiert, muss die Gemeinde den Vertrag mit ihm kündigen. Der Bürgermeister braucht dazu bloß die vier Leute vom Hauptausschuss der Gemeinde einzuberufen.“

Bernd Hühr, Geschäftsführer des örtlichen Sport- und Freizeitzentrums Schawi, könnte die bislang ausgebliebene Strandversorgung sofort aufnehmen. Er hat die Fahrzeuge und das Personal dafür. Doch er darf nicht. „Die Gemeindevertretung hat den Service per Beschluss an ein anderes Unternehmen vergeben“, stellte Bürgermeister Axel Vogt unlängst klar und fügte hinzu, damit habe jenes Unternehmen de facto das Recht, die Strandversorgung immer noch aufzunehmen. Daran rütteln ließe sich nicht mehr, da die politische Vertretung des Seebads in der Sommerpause sei und erst im August wieder zusammenkomme. Genau das bezweifeln Marco Hanke und andere: „Wir haben ein aktuelles Problem! Da kann man nicht sagen, ich vertage die Lösung, weil jetzt Ferien sind.“ Hankes Eindruck: „Es fehlt der Wille, etwas zu machen.“ In einem Schreiben an die Gemeindevertretung beantragte der Lubminer Tourismus- und Gewerbeverein nun, die Vergabe der Strandversorgung für das Jahr 2016 durch die Kommunalaufsicht des Landkreises rechtlich prüfen zu lassen. Laut Hankes Recherchen gab es da eine Ungereimtheit. Die Ausschreibung durch die Gemeinde hatte den Bewerbern auferlegt, mit ihrem schriftlichen Angebot ein ausführliches Konzept sowie den Nachweis der gewerblichen und hygienischen Voraussetzungen vorzulegen. Einen Hygienenachweis aber soll das Unternehmen, das später den Zuschlag erhielt, mit seiner Bewerbung nicht eingereicht haben.

Die Gemeinde selbst trifft möglicherweise keine Schuld, da sie die Ausschreibung durch die Verwaltung des Amtes Lubmin ausführen ließ. Bürger und Urlauber aber machten das Seebad und seine Vertreter für den Missstand verantwortlich, gibt Hanke zu verstehen. „Insofern wäre es auch im Interesse der Gemeindevertretung, die Angelegenheit durch eine übergeordnete Instanz überprüfen zu lassen.“

Derweil haben mehr als 300 Menschen eine Petition für die umgehende Wiederaufnahme der Strandversorgung unterschrieben.

Sven Jeske

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