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Lubmin: Flut reißt Löcher in Seebrücke

Lubmin Lubmin: Flut reißt Löcher in Seebrücke

Strand geflutet – viele Abbrüche an den Dünen – Zugänge wurden gesperrt

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Eine Metallstange für Uneinsichtige: Gemeindearbeiter Hans-Jürgen Thürk (rechts) und Mitarbeiter Bernd Peper befestigten gestern eine zusätzliche Speer am Seebrücken-Zugang.

Quelle: Fotos: Sven Jeske

Lubmin. Land unter am Strand: Ingeburg Schulz traut ihren Augen nicht. „Was die hier mal aufgespült haben, ist alles weg“, ruft die Frau aus Latzow bei Rubenow. Sie hat die Lubminer Seebrücke im Rücken und blickt auf die Dünen. Die schauen aus als hätte ein Riese hineingebissen – Abbrüche, wohin man schaut.

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Strand geflutet – viele Abbrüche an den Dünen – Zugänge wurden gesperrt

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Am Donnerstag war Ingeburg Schulz in Zinnowitz. Stunden zuvor hatte eine Sturmflut an Ostsee- und Boddenküste getobt. Wind und Wellen leisteten ganze Arbeit. Nun, da die Rentnerin am Strand von Lubmin steht, findet sie: „Hier sieht es schlimmer aus als in Zinnowitz.“

„Wir hatten schon schlimmeres“, sagt Manfred Brauns, Betreiber der Lubminer Fischgaststätte „Zum Anker“, die nur durch eine Straße von der Düne getrennt ist. Der 63-Jährige – ein Seebad-Urgestein – hat „schon sechs oder sieben Sturmfluten“ in seinem Heimatdorf erlebt. „In den 1980er Jahren“, weiß er noch, „schwappte Boddenwasser über die Düne auf die Straße vor meinem Lokal“. Dazu kam es diesmal nicht. Immerhin, der Badestrand vor seinem Haus ist nicht mehr da.

Weggespült wurde auch der Strandabgang 12 am Hotel „Blaumuschel“. Hier hat die Flut ausgelegte Betonplatten unterhöhlt und zum Einsturz gebracht. Die Gemeinde sperrte den Zugang mit rot-weißem Flatterband ab. Das gleiche tat sie an der Seebrücke. „Das Wasser hat mehrere Seitenbalken und auch einige Trittbretter aus der Brücke gerissen“, erklärt Lubmins Gemeindearbeiter Hans-Jürgen Thürk.

Um sicher zu gehen, dass niemand den Steg betritt, riegelten er und Kollege Bernd Peper den Brückenzugang gestern zusätzlich mit einer Metallstange ab.

Heidi Moritz hat gesehen, wie die Wellen gegen die Seebrücke peitschten. „Die sind sogar über das Holzgeländer hinweggefegt, da konnte einem mulmig werden“, sagt die Inhaberin eines kleinen Familienhotels in Sichtweite des etwa 350 Meter langen Bauwerks. Dass die Seebrücke bei alledem nahezu unbeschadet blieb, sei ein Wunder.

Nicht immer ging es für das Lubminer Wahrzeichen so glimpflich aus: Im Winter 1995 brachten Eisgang und ein Sturm die Brücke aus dem Lot. Heidi Moritz kann sich noch gut an die Ereignisse von damals erinnern. „Das war ein harter Winter. Um die Brückenpfeiler hatte sich dickes Eis gelegt. Ein Sturm drohte. Einheimische Fischer appellierten, die Pfeiler unbedingt eisfrei zu halten. Doch per Hand war da nichts mehr zu machen. Man hat dann noch eine Probesprengung vorgenommen, aber da trat schon Dunkelheit ein und man sah nicht mehr viel.“ Der Sturm kam, es knallte und rauschte. Am Morgen danach hatte die Brücke Schlagseite. „Ihr mittlerer Bereich war vom Eis regelrecht verschoben worden. „Danach gab es einen langen Rechtsstreit um die Statik“, entsinnt sich der langjährige Gemeindevertreter Frank Tornow. Die Brücke sei schließlich wieder gerichtet worden.

Die jetzigen Sturmschäden hält Tornow für reparabel. Der Sandabtrag allerdings sei bedenklich. Die letzte Strandaufspülung liege elf Jahre zurück. Seitdem habe der Bodden immer wieder mal hier und da an den Dünen geknabbert. „Wir müssen überlegen, wie wir damit umgehen“, sagt Tornow. Am Montag kommt der Bauausschuss der Gemeinde zusammen. Dann wird die jüngste Sturmflut Thema sein. Denkbar, dass in diesem Zusammenhang auch wieder über den Bau von Buhnen geredet wird. So wie im Jahr 2008 schon mal. Damals konnten sich die Lubminer nicht dazu durchringen. Es heißt, die Folgekosten seien strittig gewesen.

Immer wieder Sturm

Stürme gehören zur Geschichte des Seebads Lubmin. Am 31. Dezember 1904 etwa tobte ein ganz schlimmer. Damals rissen Wellen hier und da auf bis zu 20 Meter vom Ufer weg. Mehr als 40 Boote wurden zerstört. Im März 1935 gab es starke Sturmschäden an der Seebrücke und am damaligen Eisenbahnerheim. Im Herbst 1935 richtet eine Sturmflut große Schäden an der Seebrücke an. Im April 1949 ertrinken fünf fischende Männer aus Spandowerhagen bei einem Sturm.

Sven Jeske

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