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Kubrat Pulev, Europameister im Schwergewicht, coacht Schüler und hilft kleinen Krebspatienten

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150 Lubliner Schüler beteiligten sich mit Kubrat am Benefizlauf zugunsten des Kinderkrebsvereins. 500 Euro kamen zusammen.

Lubmin. /Greifswald. „Das glaubt mir mein Vater nie, dass ich mit einem Europameister geboxt habe“, sagt Anne-Marie Peters aus der 8. Klasse der Schule „Am Teufelstein“

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Kubrat Pulev, Europameister im Schwergewicht, coacht Schüler und hilft kleinen Krebspatienten

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Der Europameister

Kubrat Pulev wurde in Sofia (Bulgarien) geboren. In diesem Jahr holte er den Europameister-Titel. Trainer des 1,94 m großen und 112 kg schweren Boxers ist Ulli Wegner. Er hat 24 Kämpfe bestritten, 23 davon gewonnen.

in Lubmin. Das zierliche Mädchen ist eher schüchtern. Aber als gestern Kubrat Pulev in der Turnhalle fragte, wer sich mal gegen ihn versuchen wolle, da hob sie flink die Hand.

Der Bulgare, seit diesem Jahr Europameister im Schwergewicht, zeigt ihr und anderen Schülern, wie man sich vor dem Gegner schützt und wie wichtig es ist, ständig in Bewegung zu sein. „Beinarbeit ist alles, dafür braucht man Kondition. Hauptsache, nicht steif wie ein Stock dastehen, sonst ist es vorbei“, erläutert ihr der 1,94-Meter-Hüne. Als Anne-Marie die Boxhandschuhe auszieht, bekommt sie von den Mitschülern Applaus. Auch Vincent Nimz aus der 8. Klasse und Markus Kolhoff aus Klasse neun versuchen sich. Zuvor hatte der Bulgare viele Fragen der Lehrer und Schüler zu seinem Werdegang und seinem Trainer Ulli Wegner beantwortet. Kubrat war mit ihm bereits vier Mal zum Training auf Usedom. „Dort sind ideale Bedingungen“, findet er.

Eine gute Figur macht auch Tom Heidtmann aus der 10. Klasse. Der hat eine Weile selbst geboxt und erfolgreich zwei Kämpfe bei Landesmeisterschaften bestritten. „Es war eine wichtige Erfahrung für mich, aber ich wollte zurück zum Fußball“, berichtet er. Sophia Link aus der 10. Klasse ist ebenfalls Boxerin, muss aber wegen einer Handverletzung pausieren. Dennoch kann sie Kubrats Angebot nicht widerstehen. Schnell bindet sie sich die Bandagen um und zieht ihre Boxhandschuhe an. „Links, links, rechts, rechts, rechts ...“ – Sophia hämmert auf die Pratzen an Kubrats Händen ein. „Das hast Du sehr gut gemacht“, lobt sie der Europameister dafür.

„Was für eine coole Sportstunde, ich glaube, ich schaue künftig doch mal beim Boxen zu“, meint Anne-Marie und holt sich wie viele andere Schüler noch ein Autogramm. Der Wusterhusener Lutz Fredrich, einst selbst aktiver Leistungssportler, hat den Kontakt zur Schule in Lubmin hergestellt. „Kubrat Pulev wollte den Schülern zeigen, dass Sport etwas sehr Schönes ist. Man wird gefordert und bekommt unwahrscheinlich viel zurück“, sagt Fredrich und ergänzt: „Für manche geht sogar ein Traum in Erfüllung und sie finden den Weg zum Leistungssport.“

Zum Ende des Besuches zeigen 150 Lubminer Schüler noch, was sie sportlich drauf haben: Sie laufen zwei Kilometer durch den Ort für einen guten Zweck. Das Geld kommt dem Kinderkrebsverein der Unimedizin in Greifswald zugute. Kubrat und sein Begleiter Frank Shabani, ebenfalls ehemaliger bulgarischer Boxchampion, laufen mit. Gut 500 Euro kommen am Ende zusammen.

Das Geld brachte Kubrat Pulev gestern Nachmittag in die Kinderonkologie der Unimedizin Greifswald zusammen mit Geschenken von ihm: Spiele sowie ein riesiger Fernseher für das neue Elternhaus des Vereins. Schwester Dagmar Riske, zugleich Vereinsvorsitzende, und die Stationsmitarbeiter freuen sich riesig. Dann kommt Casimir mit seiner Mama Christine Dangel vorbei. Der sechsjährige krebskranke Junge hofft, in Greifswald wieder gesund zu werden. Mit großen Augen schaut er zu Kubrat auf. Der sonst so fröhliche Boxer ist ganz still geworden. Er setzt sich für ein Foto zu dem Jungen und streicht ihm liebevoll übers Haar. „Wir regen uns über jeden Mist auf. Aber in solchen Momenten weißt Du, was wirklich wichtig ist“, meint er zum Abschied.

Cornelia Meerkatz

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