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Ostvorpommern Malen für die Dorfgemeinschaft
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Malen für die Dorfgemeinschaft
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00:06 21.02.2015
Alle 14 Tage greifen mehr als 20 Frauen und Männer in Weitenhagen gleichzeitig zu Pinsel und Farbe. Quelle: Sven Jeske

In kaum einem anderen Dorf des Greifswalder Umlands dürften gegenwärtig so viele Menschen gleichzeitig zu Pinsel und Farbe greifen wie in Weitenhagen.

Durchschnittlich 25 — vornehmlich Frauen — kommen hier alle zwei Wochen zusammen, um gemeinschaftlich zu malen.

Seit Oktober geht das so. Da begannen langjährige Hobbymaler wie Angelika Schwedler und Gabriele Hauswald mit einem sogenannten Kleinprojekt, für das sie zuvor erfolgreich Geld aus dem Landesprogramm „Arbeit durch Bildung und Innovation“ beantragt hatten. Mit dem fördert Schwerin unter anderem Initiativen, die „das Gemeinwesen auf der Basis zivilgesellschaftlichen Engagements stärken“ und soziale Gruppen einbinden, „die in besonderem Maße von gesellschaftlichem Ausschluss bedroht bzw. betroffen sind“.

„Unser Malprojekt führt Dorfbewohner zusammen und fördert den Heimatgedanken“, unterstreicht Grit Hauswald. Bilder mit Motiven aus der Gemeinde entstünden so. Gedacht für das Dorfgemeinschaftszentrum.

Malen — „Als Jugendliche konnte ich das ganz gut“, erinnert sich Marlies Heyer. Später habe sie es auch wieder probiert. Doch die Zeit dafür fehlte. Das Kleinprojekt gab der inzwischen nicht mehr arbeitenden Weitenhägerin Gelegenheit, ein Bild zu vollenden, „das ich vor zehn Jahren begonnen hatte“. Im Laufe der Monate hielt sie weitere Motive auf Leinwand fest. Die Gemeinschaft, sagt Heyer mit Blick auf die anderen Frauen im Raum, sei schön. „Es lernt sich anders so. Manches bekommt man alleine nicht hin. Ich schaue und staune, wie andere malen.“

Gabriele Köpp ist überrascht, auf wie viel Interesse das Projekt gestoßen ist. „Einige Frauen sind blutige Anfänger, viele legen großes Geschick an den Tag.“ Köpps erste Pinselstriche liegen 27 Jahre zurück. „Ich brauchte ein Hobby. Nur Haushalt, Kinder und Arbeit — das konnte es nicht gewesen sein“, erklärt die Greifswalderin. Sie belegte Malkurse im St. Spiritus, dem soziokulturellen Zentrum der Stadt. Heute weiß sie: „Es ist ein himmelweiter Unterschied, alleine vor sich hin zu malen oder in Gemeinschaft wie hier in Weitenhagen.“ Wer malen lernen wolle, sei auf die Erfahrung und Hinweise anderer angewiesen. „Man schmort ja ansonsten im eigenen Saft und kommt nicht weiter.“

Bis Ende April noch dauert das geförderte Kleinprojekt in Weitenhagen. Gabriele Hauswald hofft, dass Teilnehmer dem Malen darüber hinaus treu bleiben und zur kleinen Gruppe von Hobbymalern stoßen, die es in Weitenhagen schon seit 2005 gibt.

Die Bilder des aktuellen Kurses werden nicht die ersten Objekte sein, die das Dorfgemeinschaftshaus zieren. Dem jetzigen Malprojekt ging 2013 ein gleichfalls gefördertes Keramikprojekt voraus, an dem sich 21 Frauen der Gemeinde beteiligten. In 540 Arbeitsstunden fertigten sie 41 plastische Tafelbilder aus Ton, mit Szenen, Motiven und Örtlichkeiten aus ihrem Heimatdorf und ihrer Heimatregion: das backsteinerne Eingangsportal zum Weitenhagener Kirchhof, ein reetgedecktes Fachwerkhaus, Fußballspieler, Feuerwehrmänner im Einsatz, Schwalben, Fische, Möwen... Sie zieren seitdem eine Wand des Gebäudes.

In Gemeinschaft lernt es sich anders.“Marlies Heyer, Projektteilnehmerin



Sven Jeske

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