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Mehr Miteinander in der Flüchtlingshilfe

Anklam Mehr Miteinander in der Flüchtlingshilfe

14 verschiedene Gruppen arbeiten am Integrationskonzept des Landkreises mit

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Schauten sich erste Ergebnisse fürs Integrationskonzept an: Sozialdezernent Dirk Scheer, die Leiterin der Flüchtlingsunterkunft Brandteichstraße Nadine Kapell, Regionalzentrumsleiter Eric Wallis, Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann, der Chef der Arbeitsagentur Greifswald Heiko Miraß und Christopher Denda (SPD, v.l.). FOTO: ANKE RADLOF

Anklam. Es mutete am Mittwochnachmittag im Anklamer „Volkshaus“ wie eine kleine Messe an: 14 verschiedene Projektstände, allesamt dicht umringt von interessierten Gesprächspartnern. Der Landkreis hatte zusammen mit dem Regionalzentrum für demokratische Kultur zu einer Zwischenkonferenz zum Integrationskonzept für Vorpommern-Greifswald eingeladen – um Resümee zu ziehen und die kommenden Aufgaben abzustecken.

Vor knapp einem Jahr gab es in Anklam ein erstes Treffen dieser Art mit dem Ziel, die Integration von Flüchtlingen im Landkreis besser zu organisieren. Das sei nach den Worten von Dirk Scheer, Sozialdezernent des Landkreises, auch dringend notwendig gewesen. „Wir haben vergangenes Jahr ab Ende August/Anfang September täglich Flüchtlinge in einem Umfang zugewiesen bekommen, mit dem nicht zu rechnen war. Allein im letzten Quartal 2015 waren es über 3000 Flüchtlinge. Das hat uns vor große Herausforderungen gestellt, nicht nur organisatorisch, sondern auch physisch und psychisch“, erinnert er.

Die Neuankömmlinge brauchten eine Unterkunft, mussten gekleidet, verpflegt, medizinisch versorgt werden. Und es mussten Integrations- und Sprachkurse organisiert und die Behörden auf die neuen Bürger vorbereitet werden. Dass diese Aufgabe bewältigt wurde, sei zu einem Großteil den vielfältigen Aktivitäten von ehrenamtlichen Helfern, Vereinen und den Bürgermeistern zu verdanken. „Wir als Verwaltung hätten diese Aufgabe nie allein bewältigen können“, betont der Dezernent.

Aber: Dieser Gesamtprozess verlief nicht ohne Konflikte. Misstrauen in Richtung der Verwaltung und umgekehrt in Richtung der ehrenamtlichen Helfer und Vereine waren keine Ausnahme. Deshalb suchten der Landkreis mit Dirk Scheer an der Spitze und das Regionalzentrum in Person von Eric Wallis eine Lösung, um die Kräfte für die Flüchtlinge zu bündeln und Vorbehalte auszuräumen. Ein Integrationskonzept musste her. „Es galt zwischen den Akteuren Vertrauen zu schaffen. Das geschieht erst, wenn man sich kennt und miteinander spricht“, sagt Eric Wallis. Integration ist nach seiner Maßgabe nur gemeinsam zu schaffen. Immerhin leben im Kreis insgesamt 11 000 Ausländer, über 30 Prozent davon seien Migranten.

Umso erfreuter waren Scheer und Wallis, dass der Einladung zur Zwischenkonferenz an die 100 Gäste gefolgt waren, darunter auch die Landesintegrationsbeauftragte Dagmar Kaselitz und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) sowie mehrere Kreistagsmitglieder. „Allerdings sind nicht alle Fraktionen unserer Einladung gefolgt“, bedauert Wallis. So fehlten die CDU und die Grünen. Dagegen waren die AfD und die NPD nicht eingeladen worden, „da sie die Integration von Flüchtlingen ablehnen“, erklärt Eric Wallis.

Am Integrationskonzept arbeiten nunmehr 14 Arbeitsgruppen an verschiedensten Themen ergebnisorientiert mit. Dazu gehören die AGs Qualifizierung & Arbeit, Beratung & Betreuung, Schule & Bildung, Gesundheit, Sprachförderung, interkulturelle Öffnung & Willkommenskultur, Wohnen & Unterbringung sowie Kita & Kinderbetreuung. Am Mittwoch wurden erste Ergebnisse vorgestellt. „Dabei merkt man, dass aus den Einzelkämpfern ein Netzwerk geworden ist. Verständnis für andere Meinungen ist an der Tagesordnung“, so der Leiter des Regionalzentrums.

Durch die Arbeit in den Gruppen sei sichtbar geworden, wo es Probleme gab und gibt und wie diese gelöst werden können. Im Kreis arbeiten deshalb inzwischen sieben Integrationslotsen sowie zwei Koordinatorinnen für Bildungsangebote. Bis zum 30. April sollen die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse einreichen, um das Integrationskonzept dann öffentlich zu präsentieren. Dazu gehört auch eine 20-minütige Filmdokumentation.

Cornelia Meerkatz

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