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Ostvorpommern Mesekenhagen: Erdölsuche löst Ängste aus
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Mesekenhagen: Erdölsuche löst Ängste aus
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00:00 18.04.2013
Die Zeiten, da Firmen mit dem Kopf durch die Wand konnten, sind vorbei.“Thomas Schröter, CEP-Sprecher
Mesekenhagen

Trotz Einwänden aus der Bevölkerung hält das nach Erdölvorkommen suchende deutsch-kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) an seiner Absicht fest, entsprechende Erkundungen im Raum Mesekenhagen nördlich von Greifswald anzustellen. Landwirte befürchten, dass dazu eingesetzte schwere Messfahrzeuge die Drainagen auf ihren Äckern zerstören könnten. Bürger haben Angst um ihre Häuser, da zur Erkundung des Untergrunds Erschütterungen ausgelöst werden sollen.

CEP sei dabei, die Vorbehalte auszuräumen, erklärte gestern Unternehmenssprecher Thomas Schröter. Von den Drainagen auf den Feldern habe sein Unternehmen nichts gewusst. „In öffentlichen Karten sind sie nicht ausgewiesen. Die Entwässerungsrohre sollen noch aus dem 19. Jahrhundert stammen.“ CEP habe sich inzwischen die handgezeichneten Drainagekarten aus dieser Zeit besorgt und sei dabei, sie zu digitalisieren. So wolle man Aufschluss über die genaue Lage der Entwässerungsrohre erlangen. Wisse man, wo sie verlaufen, könne man die Messungen abseits von ihnen vornehmen. „Die andere Variante wäre, dass die Messfahrzeuge über die Drainagen fahren und CEP beschädigte Rohe durch neue ersetzt“, meinte Schröter. CEP sei bereit, auch den Bürgern entgegenzukommen, die um ihre Häuser fürchten. „Wir werden einen vereidigten Gutachter bestellen, der die Gebäude in Augenschein nimmt, bevor wir mit Messungen beginnen.“ Diese Bestandsaufnahme sei wichtig, sollten infolge der Messungen tatsächlich Schäden an Häusern auftreten, was, so Schröter, eher unwahrscheinlich sei. Die Messungen bei Mesekenhagen würden voraussichtlich erst im kommenden Jahr vorgenommen. Bis dahin wolle man Einvernehmen mit der Gemeinde und ihrer Bevölkerung herstellen. Zwar gebe das Bergrecht so ein Einvernehmen für die geplanten Erkundungen nicht eindeutig vor. Doch sei CEP an Akzeptanz gelegen. „Die Zeiten, in denen Firmen in Deutschland mit dem Kopf durch die Wand konnten, sind vorbei“, betonte Schröter.

Die DDR hatte schon vor Jahrzehnten ein Erdöl-Förderfeld bei Mesekenhagen erschlossen. 1992 wurde es an die Gaz de France Suez GmbH verkauft, die es noch heute ausbeutet. CEP vermutet über dieses Förderfeld hinaus weitere Lagerstätten.

Um Hinweise auf eventuelle Ölvorkommen zu erlangen, will die Firma seismische Messungen vornehmen lassen. Dazu soll das Gebiet schachbrettartig mit Messpunkt-Linien durchzogen werden, entlang derer sogenannte Geophone (Erdmikrophone) und Messkabel ausgelegt werden. Anschließend sollen Spezialfahrzeuge die Punkte abfahren und mittels Rüttelplatte Schwingungen auslösen. Das Prinzip: Die Schwingungen setzen sich in Form von Schallwellen in die Tiefe fort und werden dort von Gesteinsschichten reflektiert. Die Geophone nehmen die reflektierten Bodenschwingungen auf und messen sie. Aus den so erlangten Daten erstellen Fachleute mit Hilfe von Computern schließlich ein dreidimensionales Modell des Untergrunds.

Bürger können Fragen stellen und Hinweise geben
Zwei bis drei Wochen würden die Erkundungsmessungen der Firma CEP im Raum Mesekenhagen andauern. Erfolgen dürften sie nur außerhalb der Brut- und Rastzeiten von Vögeln. Sollte es Hinweise auf Erdöl-Lagerstätten geben, würde CEP über eine Probebohrung nachdenken. Um sie auszuführen, müsste das Unternehmen ein neuerliches Genehmigungsverfahren in Gang setzen. Eine Probebohrung nähme sechs bis acht Wochen in Anspruch.

Im Sommer 2013 soll es eine erneute Abstimmungsrunde mit der Gemeinde Mesekenhagen geben. Bis Ende Mai haben Bürger Gelegenheit, Fragen, Hinweise und Bedenken zum Erkundungsvorhaben an die Gemeinde bzw. die Verwaltung des Amtes Landhagen zu übermitteln.

Sven Jeske

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