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Mieten für Hartz-IV-Empfänger: Nachbessern fordert SPD

Greifswald Mieten für Hartz-IV-Empfänger: Nachbessern fordert SPD

In Ueckermünde gibt es wenige unsanierte Mietshäuser / Dadurch sind die günstigsten Wohnungen dort teurer als in Greifswald

Greifswald. Norbert Raulin, Chef der Kreistagsfraktion SPD/Grüne, schimpft über die aktuelle Richtlinie des Kreises zu den Kosten der Unterkunft. Hinter dem sperrigen Wort verbirgt sich die Regelung, wie hoch die Wohnungsmieten sein dürfen, die Langzeitarbeitslose vom Amt erstattet bekommen.

Sollte die Miete der Hartz-IV-Empfänger über den Werten liegen, die vom Kreis als „angemessen“ befunden wurden, müssen sich die Betroffenen im schlimmsten Fall eine neue Wohnung suchen. Im Oktober 2015 ist die Richtlinie von der Kreisverwaltung komplett überarbeitet worden (die OZ berichtete). „Die Richtlinie haut hinten und vorne nicht hin“, moniert Raulin. Der Fraktionschef von SPD/Grünen ist gleichzeitig Geschäftsführer der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft (UMG). Sein Unternehmen habe mit den Folgen der Regelung zu kämpfen. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 55 Quadratmetern kostet bei der UMG aktuell 318,69 Euro kalt, erklärt Raulin. Die laut Richtlinie angemessene Kaltmiete sieht jedoch maximal 261 Euro vor. „Wir werden als Unternehmen vom Staat betrogen. Denn die Differenz bekommen wir nicht wieder“, sagt Raulin. Alternativ habe er die Wahl, Hartz-IV-Empfängern künftig keinen Wohnraum mehr zur Verfügung zu stellen. Das könne jedoch auch nicht im Interesse des Kreises liegen.

Zum Hintergrund: Traditionell lagen die erlaubten Mieten für Langzeitarbeitslose im Ex-Kreis Uecker-Randow deutlich höher als in Greifswald und Ostvorpommern. Während Hartz-IV-Empfänger in Greifswald in der Regel in unsanierten oder nur teilweise sanierten Wohnungen zu günstigeren Konditionen mieten können, gibt es bei der UMG faktisch keine unsanierten Wohnungen mehr. Das Mietniveau liegt dadurch automatisch höher.

Von kat

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