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Ostvorpommern Mit neun Straußen fing alles an
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00:00 09.02.2017
Gutsbesitzer Jan Büschgens vor seinem Straußengehege in Owstin. Quelle: Foto: Privat

„Eigentlich wollten wir nur ein Ferienhaus an der Ostsee kaufen“, verrät Jan Büschgens, der Gut Owstin 1999 auf einer Auktion „blind gekauft“ hat. Doch aus der Idee mit dem„Ferienhaus“ wurde dann recht spontan ein altes Gut, das während des ersten Besuchs des Ehepaares „einen schockierenden Anblick“ bot.

All das ist nachzulesen in einer neu erarbeiteten Chronik über das Gut. Zeiten des Wandels lassen sich im Nachhinein gut nachzeichnen und verstehen. Wie in vielen Orten liegen auch in Owstin Vergangenheit und Gegenwart eng beieinander.

Die Idee, eine Chronik von Owstin erarbeiten zu lassen, hatte Jan Büschgens schon lange. In Margot Krempien fand er eine sehr geeignete und engagierte Historikerin mit viel Erfahrung. Der Gutsherr und die gebürtige Schwerinerin, die heute als Rentnerin in der Nähe von Ribnitz-Damgarten lebt, lernten sich eher zufällig über den Grafiker Andreas Dietzel kennen, mit dem Krempien über viele Jahre schon zusammenarbeitet. Die Beschäftigung mit Owstin war für Margot Krempien auch eine Reise in ihre eigene Vergangenheit, da sie Parallelen zu dem Dorf erkannte, in dem sie selbst aufgewachsen ist.

Das Jahr 1353 ist das Gründungsjahr des Owstiner Guts, in der Chronik werden „600 Jahre lebendige Geschichte von 1353 bis zur Gegenwart“ präsentiert, so Margot Krempien, die mit großer Leidenschaft und Fleiß fast drei Jahre an dem Buch gearbeitet hat. Es umfasst etwa 300 Seiten, die mit viel interessantem Bildmaterial und historischen Urkunden bereichert sind. Ihre Recherchen unternahm die Historikerin aber nicht nur in Owstin selbst, sondern auch in Archiven, in denen sie interessantes Material für das Buch finden konnte. „Es ist meine eigentliche Arbeit, zu der ich zurückgekommen bin“, gibt Krempien zu verstehen, die ihre Leidenschaft für die Geschichte immer noch gern auslebt. Es werden „Güter der Umgebung vorgestellt und ein Stück vorpommersche Geschichte nahe gebracht“, so die Verfasserin.

Jan Büschgens lobt an der Chronik besonders die „erstklassige Recherche“ und die Erklärung der Bedeutung von Gut Owstin für die Regionalgeschichte. Die Verwandtschaftsverhältnisse der von Owstins als Gründerfamilie mit anderen Herrscherfamilien werden ebenfalls gut veranschaulicht. Außerdem kommen „viele ehemalige Owstiner immer wieder und freuen sich auf das Buch“, stellt Büschgens voller Stolz und Freude klar.

Krempien stattete für die Chronik dem Ort Owstin mehrere Besuche ab, befragte Bewohner und hörte sich ihre privaten Geschichten an. Sie flossen in das Buch ein. Auch die LPG-Zeit in der DDR konnte sie dadurch genau beleuchten. „Die Bewohner des Ortes haben wesentlich zur Chronik beigetragen“, so Krempien.

Von der Verantwortung, das Gut zu führen, kann der engagierte Besitzer Jan Büschgens viel erzählen. Die Struktur des damaligen Gutsbetriebes ist seit 1999 eine ganz andere. Heute steht die Straußenzucht im Vordergrund, mit der er eine Alternative zum Rindfleisch aufzeigen wollte, das im Jahr 2000 durch die BSE-Krise in Verruf geraten war. Mit neun Straußen fing Büschgens damals an, sie lieferten dann drei Jahre später das erste Fleisch. Auch über eine eigene zertifizierte Schlachterei verfügt das Gut. Auf eine gute Mitarbeiterschaft kann Büschgens ebenso zählen, Gutsverwalter Jörg Steindorff war ab der ersten Stunde mit eigenen Ideen dabei.

Büschgens Pläne sehen vor, seine Produkte auch im Internet zu vertreiben. Außerdem soll es zukünftig weg vom Ackerbau gehen und mehr Grünland entstehen, das dem Ausbau der Wasserbüffelzucht dienen soll. Dann soll es von diesen Tieren auch eine „Weihnachts- und eine Ostersalami“ geben.

Die öffentliche Buchvorstellung der Chronik von Owstin soll Ende Mai erfolgen, dann soll das Werk auch im Buchhandel erhältlich sein.

Patrick Uhlig

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