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Ostvorpommern Mitschüler besser als Lehrer
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Mitschüler besser als Lehrer
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00:00 09.06.2017
Greifswald

Mitschüler motivieren deutsche Jugendliche mehr zum Lernen als die Lehrer. Wie eine Studie der Universität Greifswald ergab, zieht ein Drittel (34 Prozent) der Achtklässler ihre Motivation aus der Beziehung zu ihren Mitschülern. Nur bei jedem zehnten Schüler ist die Motivation allein lehrerabhängig. 29 Prozent der Schüler motivieren sich selbst zum Lernen, wie die Studienleiterin und Greifswalder Erziehungswissenschaftlerin Diana Raufelder sagte.

Damit zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede zu anderen Ländern wie Kanada, Russland oder den Philippinen, ergab die internationale Lernvergleichsstudie Soziale-Emotionale Lernfaktoren (SELF).

In den vier Ländern wurden insgesamt mehr als 3200 Schüler befragt, in Deutschland allein 1088. Es konnte festgestellt werden, dass in Deutschland der Autonomiegedanke und die von Jugendlichen geforderte Selbstkontrolle starken Einfluss auf die schulische Motivation habe, sagte Raufelder. Das Verhältnis zu ihren Lehrern sei häufig formeller und distanzierter als etwa in Kanada.

Die Erkenntnisse zur schulischen Motivation von Jugendlichen liefern den Wissenschaftlern Ansätze für die Gestaltung des Unterrichts. Schüler, deren Motivation stark an soziale Bindungen gekoppelt sei, könnten beispielsweise vom Gruppenunterricht profitieren, sagte Raufelder. Individualisierte Unterrichtstechniken wie Lernbüro, forschendes Lernen, Lerntagebücher und Freiarbeit kämen hingegen eher Schülern zugute, die sich unabhängig von Mitschülern und Lehrern motivieren.

In Kanada, dessen Bildungssystem als eines der besten unter den OECD-Ländern gelte, sieht sich die Mehrheit der Schüler (57 Prozent) sowohl durch Mitschüler und Lehrer motiviert. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch in Russland. Die Untersuchung in Deutschland wurde nach Angaben der Universität in einer Kombination aus Fragebögen, Interviews und einer fMRT-Studie (funktionelle Magnetresonanztomographie) mit 1088 Schülern im Schuljahr 2011/2012 durchgeführt und nach zwei Jahren wiederholt. Es wurden Schüler an 23 Gymnasien und Oberschulen in Brandenburg befragt.

Martina Rathke

OZ

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