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Ostvorpommern Nach Giftunfall: Behörde gibt Entwarnung
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Nach Giftunfall: Behörde gibt Entwarnung
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00:01 10.05.2016
Gängige Praxis: Einsatz von Herbiziden in der Landwirtschaft. Für ihre Anwendung gibt es Vorschriften. Quelle: Foto:patrick Pleul

Müssow. Nach dem Auslaufen von etwa 4000 Litern Pflanzenschutzmittel infolge eines Unfalls am Wochenende in Müssow bei Behrenhoff (die OZ berichtete) rechnen Fachleute offenbar mit keinen weiteren Gefahren für die Umwelt. Noch am Unfalltag war verunreinigtes Erdreich abgetragen und entsorgt worden. Eine zwei bis drei Meter dicke Lehmschicht darunter habe verhindert, dass das chemische Spritzmittel in tiefere Erdschichten und so ins Grundwasser eindringen konnte, teilte das Umweltamt des Kreises gestern mit.

Eine dicke Lehmschicht hat Schlimmeres verhindert.“Achim Froitzheim, Kreissprecher

Am Montagvormittag hatten Mitarbeiter der Behörde und Kreis-Straßenmeister Hardy Rieck die Unfallstelle noch einmal kontrolliert. „Ein Anwohner wies darauf hin, dass es trotz Bodenaustauschs noch eine Fläche von etwa zwei Quadratmetern gebe, die stark mit dem Pflanzenschutzmittel belastet sei. Daraufhin haben die Kontrolleure festgelegt, dass die Erde auf dieser ebenfalls ausgetauscht wird“, schilderte Achim Froitzheim, Sprecher der Kreisverwaltung gestern.

Bei dem Unfall am Sonnabend war ein Landwirt aus Klein Kiesow mit seinem Traktor samt Feldspritze in einer Kurve ins Schleudern geraten. Dabei riss die mit Pflanzenschutzmittel gefüllte Maschine ab und überschlug sich. „Die Feldspritze lief komplett leer, das Zeug hat ekelhaft gestunken“, schilderte Heiko Burgas von der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen, die mit weiteren Wehren Spezialfahrzeuge und auf Gefahrgut geschulte Einsatzkräfte stellte.

Das ausgelaufene Pflanzenschutzmittel war laut Kreisumweltamt eine Kombination aus 20 Liter des Wachstumsreglers CCC720 von Beyer und 7,2 Liter des Herbizids Ariane C, gemischt mit 4000 Litern Wasser. CCC720 trägt zur Halmverkürzung und -festigung von Winterweizen, Winterroggen, Triticale, Sommerweizen und Hafer bei. Ariane C sei ein Herbizid, das Landwirte auf ihren Getreideschlägen ausbrächten, um das Wachstum von nahrungszehrenden Kornblumen zu bekämpfen, erklärte Markus Clausen, Chef des Landguts Behrenhoff. „Es ist ein gängiges Mittel, unbedenklich, die vorschriftmäßige Anwendung vorausgesetzt“, betonte er.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Bvl) hat Ariane C vorerst bis einschließlich 2018 zugelassen. Vorab sei es in einem Gemeinschaftsverfahren der Europäischen Union bewertet worden, erklärte Bvl-Sprecherin Nina Banspach. Laut Bvl ist Ariane C als solches gesundheitsschädlich beim Einatmen. Für den Umgang mit dem Herbizid werden Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz angeraten. Zur Vermeidung einer Kontamination der Umwelt seien geeignete Behälter zu verwenden.

Auf Anweisung des Kreisumweltamts wurden nach dem Vorfall in Müssow etwa 15 Kubikmeter kontaminierte Erde in ein Silo des unfallverursachenden Landwirts verbracht, der für die Lagerung wassergefährdender Stoffe geeignet ist.

Von Sven Jeske

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