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Neue Software erklärt Runges Farbenlehre

Wolgast Neue Software erklärt Runges Farbenlehre

Im Geburtshaus des romantischen Malers in Wolgast können Besucher auch ein Rungebild kolorieren.

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Um Runges Farbenlehre besser zu verstehen, hat das Wolgaster Museum neue Computer-Plätze eingerichtet.

Quelle: D. Butenschön

Wolgast. Mit neuen Monitoren und moderner Computersoftware informiert das Rungemuseum in Wolgast nun über die Farbenlehre des in der Stadt am Peenestrom aufgewachsenen Romantikmalers Philipp Otto Runge (1777-1810). Erstellt wurde die virtuelle Demonstration vom Schweizer Literaturwissenschaftler Urs Baumann, der in den 1990-er Jahren bereits eine erste computergestützte Präsentation der Rungeschen Farbenlehre für das Museum erarbeitet hatte.

„Mit den Neuerungen haben unsere Besucher jetzt die Möglichkeit, die Farbenlehre Runges unabhängig voneinander an drei Stationen zu erleben. Und das mit einer nie dagewesenen Brillanz und Verständlichkeit“, betonte Museumsleiterin Barbara Roggow gestern.

Wie Goethe befasste sich der Maler Philipp Otto Runge mit der Ordnung der Farben. Ihm gelang es, die erste kugelförmige, dreidimensionale Farbdarstellung zu entwickeln. Bis heute lassen sich aus Runges Farbkugeln theoretisch alle Farbtöne ableiten. Zudem ist die Beziehung der Komplementärfarben ablesbar.

Die museale Reise durch die von Runge entwickelte erste dreidimensionale Farbenlehre in der deutschen Kunstgeschichte war in jüngerer Zeit ins Stocken geraten. Sowohl Soft- als auch Hardware mussten der Zeit — sie waren immerhin mehr als 15 Jahre im Einsatz — Tribut zollen. Während der erneut um Hilfe gebetene Urs Baumann an einem neuen Programm schrieb, warben Museumsleiterin Barbara Roggow und ihre Mitstreiter Fördermittel für den Ersatz der verschlissenen Rechner und für neue Monitore ein.

Am Wochenende installierte Urs Baumann auch ein Programm, dank dessen Besucher der Ausstellung das große Bild „Der Morgen“ von Runge „eigenhändig“ kolorieren und dabei die theoretischen Erkenntnisse des Romantikers nachvollziehen können.

Für Wolgasts Museumsleiterin Barbara Roggow und ihr Team sind die jüngsten technischen Neuerungen ein weiterer entscheidender Schritt, Runges Erbe einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Als sie 1997 den Auftrag erhielten, das Geburtshaus Runges in der Wolgaster Kronwiekstraße zur musealen Gedenkstätte zu gestalten, „standen wir vor einem Dilemma“, erinnert sich Roggow. „Im Haus waren nur die nackten Wände vorhanden, auch gab es in Wolgast zu jener Zeit kein einziges Originalwerk von Runge.“ Zunächst reifte der Entschluss, Reproduktionen von Werken des Mitbegründers der deutschen Romantik in der Malerei in Originalgröße so auszustellen, dass ein gewollter Abstand zum sie umgebenden historischen Gemäuer sofort zu erkennen war. Doch die Absicht, Runges Farbenlehre ebenfalls in das neue Museum zu integrieren, erwies sich als erheblich schwerer umzusetzen. Da kam der Wolgaster Museologin ein Zufall zu Hilfe: 1996 besuchte sie das Bauhausmuseum in Berlin, wo eine Ausstellung über Farbenlehren zu sehen war. Mit ihrem Macher, dem Züricher Professor Urs Baumann, kam Roggow schnell in Kontakt. Bis heute sind sie Partner. db

Museumstage in Wolgast
Die diesjährigen Wolgaster Museumstage halten weitere interessante Veranstaltungen bereit:


Vom 16. bis zum 21. April ist im Museum Kaffeemühle ein 1993 unter dem Fußboden der Wolgaster St. Petri-Kirche entdeckter Münzschatz zu sehen. Er umfasst 688 Silber- und drei Goldmünzen sowie drei Ringe.

Am 19. April hält Dr. Joachim Krüger um 19.30 Uhr den Vortrag „1713- 2013 Wolgast aus der Asche“. Er nimmt Bezug auf die Brandschatzung der alten Herzogstadt am 27. März 1713 durch russische Truppen.


Vom 23. bis 28. April präsentiert das Museum eine Auswahl besonders beeindruckender Hühnergötter. Beteiligen können sich Eigentümer von Lochsteinen aus der Region. Die schönsten Hühnergötter werden prämiert.


Geöffnet hat das das Wolgaster Stadtmuseum dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

OZ

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