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Ostvorpommern Neuer Tempel für einen alten Park
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00:01 24.05.2016
Die Reste des früheren Apollotempels im Park sind noch deutlich zu erkennen. Sie sollen in die neue Anlage einbezogen werden.

40 Jahre nach seinem Abriss soll ein früherer kleiner Rundpavillon im Park von Ludwigsburg neu erstehen. Die Denkmalbehörde des Kreises, heißt es, habe die von engagierten Bürgern erstellten Rekonstruktionspläne befürwortet. Noch in diesem Sommer wolle man das Fundament für die Neufassung der Anlage legen, teilte Gernot Hübner, Landschaftsarchitekt und Mitstreiter einer Initiative für die schrittweise Restaurierung des früheren Schlossparks, mit.

Schlosspark Ludwigsburg: angelegt Ende des 18. Jahrhunderts. 2015 erfolgte die umfangreichste Neupflanzung nach 70 Jahren. Quelle: Fotos: Sven Jeske
Entwurf der geplanten Metall- Neufassung des Pavillons.
Schlosspark Ludwigsburg: angelegt Ende des 18. Jahrhunderts. 2015 erfolgte die umfangreichste Neupflanzung nach 70 Jahren. Quelle: Fotos: Sven Jeske

Das Geld reicht vorerst für das Fundament. Weitere Spenden sind vonnöten.“Gernot Hübner, Landschaftsarchitekt

Errichtet werden soll der Neubau dort, wo einst sein Vorbild stand: Kurz vor 1800 hatte der damalige Ludwigsburger Schlossherr am nördlichen Ende eines Park-Querwegs einen etwa vier Meter hohen Hügel aufschütten und darauf einen offenen Rundpavillon mit acht hölzernen Säulen aufstellen lassen. In dessen Mitte postierte man eine Figur des Apoll, Gott der schönen Künste.

„Derlei Tempel standen seinerzeit in vielen Gärten und Landschaftsparks“, weiß Gernot Hübner. „Mit ihnen wollten die Besitzer ihre kulturelle Aufgeschlossenheit und Bildung demonstrieren.“

Der Pavillon von Ludwigsburg überstand fast eineinhalb Jahrhunderte. 1945 soll er von sowjetischen Soldaten beschädigt worden sein, Sie hätten die barocke Vase der Pavillonspitze heruntergeschossen.

„Anfang der 1970er Jahre wurde der Tempel dann bis auf die Säulenstümpfe abgerissen“, schildert Gernot Hübner. „Er soll baufällig gewesen sein.“

Noch heute kann man die Reste des ursprünglichen Baus auf dem Hügel besichtigen. Eine originalgetreue Rekonstruktion wurde von Fachleuten verworfen. Zum einen existieren vom Vorgänger keine Bauzeichnungen mit den exakten Maßen. Zum anderen gingen Teile des Tempelchens nach dessen Abriss verloren.

Geplant sei nunmehr eine lichtgraue Metallkonstruktion, die in Kubatur und Form dem früheren Pavillon nachempfunden ist, erklärt Hübner. In ihrer Mitte wolle man einen kniehohen quadratischen Sockel anlegen und mit einer Metallplatte bedecken lassen, die mit Informationen versehen werden solle. Als Pavillondach sei eine „offene pergolenähnliche Rippenkonstruktion ohne geschlossene Bedeckung“

vorgesehen. Die noch vorhandenen Reste des Originaltempels sollen nicht beseitigt, sondern in die neue Anlage einbezogen werden.

Bereits 2013 hatte Gernot Hübner in Abstimmung mit der Gemeinde Loissin (Parkeigner) und einer von Bürgern getragenen Parkinitiative die baulichen Überreste des Originals vermessen und Materialproben genommen. Schnell reifte die Absicht eines Neuaufbaus. Dieser könne als Aussichts- und Versammlungspunkt fungieren und so Besucher in den Park ziehen, gibt Gernot Hübner zu bedenken.

Ende März 2015 hatten Mitglieder des Greifswalder Rotary Clubs sowie Bewohner des Dorfes im Ludwigsburger Park die umfangreichste Neupflanzung von Gehölzen seit 1945 vorgenommen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte die Initiative mit 4800 Euro. Allein in diesem Jahr gab es laut Hübner bislang vier ehrenamtliche Pflegeeinsätze für den Park.

Auftakt zum Neubau des Apollotempels war 2015 ein Sommerfest im Schlosspark. Der Einladung des Rotary Clubs Greifswald folgten 200 Menschen. Damit Spenden zusammenkommen, hatten sich die Rotarier allerhand einfallen lassen: Die Gruppe „Karussell“ gab ein halbstündiges Konzert und stellte ihre Gage der Parkinitiative zur Verfügung. Ein Kunstmaler zeichnete vier Bilder mit dem Tempel, die versteigert wurden. Losverkäufe und weitere Zuwendungen erhöhten den Spendenerlös der Veranstaltung auf 6000 Euro. „Dieses Geld reicht, um mit dem Tempelneubau zu beginnen“, macht Gernot Hübner deutlich. Nicht nur er hofft auf weitere Spenden.

Sven Jeske

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