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Ostvorpommern Opernale 2016: Mozart auf Platt
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Opernale 2016: Mozart auf Platt
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00:01 24.03.2016

Alle Aufführungstermine stehen fest, der Programmflyer ist kurz vor dem Druck: Am 7. April soll der Opernale-Flyer 2016 erscheinen.

„Niederdeutsch trifft Hochkultur“ ist das diesjährige Motto, und „De Zauberfläut“ spannt dabei den Bogen von Mozarts Wiener Charme zu plattdeutscher Heimatverbundenheit. Nachdem die Opernale-Macher um die künstlerische Leiterin Henriette Sehmsdorf im vergangenen Jahr zu 15 „Wohnzimmerkonzerten“ mit einem künstlerischen Querschnitt der vorherigen Opernalen eingeladen hatten, starten sie in ihrem sechsten Jahr wieder mit ihrem großen Festivalformat voll durch: „De Zauberfläut“ wird es vom 26. August bis zum 11. September neunmal geben.

„Alles wird wesentlich aufwändiger als im Vorjahr“, sagt Henriette Sehmsdorf. Bei jeder der Aufführungen, deren Sprechtexte von Petra Schwaan-Nandke - der Niederdeutsch-Fachfrau aus Wilmshagen - auf Platt geboten werden, sind 45 Männer und Frauen eingespannt - vom Künstler auf der Bühne bis zum Einlasser. 400 Stühle müssen beispielsweise in der Griebenower Turmscheune platziert werden, Sicherheitspersonal engagiert, der Kartenvorverkauf organisiert werden. Unmittelbar vor den Aufführungen - genau drei Wochen lang - üben die Künstler Mozarts Oper intensiv auf Schloss Bröllin bei Pasewalk, wo sie Probestätten und Unterkünfte einer Kulturstiftung nutzen können. Dort gibt es auch die „erste Premiere“ und eine weitere Aufführung.

Ab dem 1. September folgen sieben Opernale-Veranstaltungen in der Griebenower Turmscheune. Jeweils gehört eine Stückeinführung zum Programm. In Griebenow gehören je nach Aufführungstag die Premierenfeier, Nachtkonzerte, Newcomerkonzerte mit jungen deutschen, polnischen und syrischen Künstlern, „Zauberhafte Diners“ jeweils an den Sonnabenden, Instrumentenbau-Angebote für Kinder und Führungen durch die barocke Schloss- und Parkanlage zum Rahmenprogramm.

„Die Nachtkonzerte sind beispielsweise etwas ganz Besonderes“, schwärmt Henriette Sehmsdorf. Die Musiker hätten so viel Lust und Spaß daran, gemeinsam zu musizieren, dass sie an den beiden Freitagen neben der eigentlichen Oper in der Griebenower Schlosskapelle zusätzliche Konzerte einplanen. Ein wenig Sorgen macht der künstlerischen Leiterin, wie das Ganze bezahlt werden soll. Im Vorfeld schon entstehen zum Beispiel Kosten fürs Bühnenbild, die Bestuhlung, für das Einstudieren, die Werbung und die Kostüme. Sehmsdorf: „Jede einzelne Aufführung kostet dann nochmal 6000 Euro. Unsere Einnahmen liegen bei ausverkauftem Haus maximal bei je 3000 Euro. Ohne Förderung geht also gar nichts - aber da sieht es nicht so schlecht aus.“

Wenn die Opernale wirtschaftlich arbeiten sollte, müsste der Eintrittspreis bei 90 Euro je Karte liegen. „Damit kann aber Oper auf dem platten Land nicht Fuß fassen“, ist Henriette Sehmsdorf überzeugt. Die Eintrittspreise liegen zwischen 20 und 35 Euro. Außerdem gibt es jede Menge Rabatte. Die Nachtkonzerte beispielsweise sind kostenfrei, es wird um eine Spende gebeten. Der Vorverkauf beginnt am 1. Mai. Wer nicht nur Kultur genießen, sondern auch fördern und sich gleichzeitig schon jetzt einen festen Platz sichern will, sollte eine der 500 Opernale-Aktien für je 49 Euro erwerben.

Von Almut Jaekel

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