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Peene-Dorf Stolpe im Fokus der Medien

Stolpe Peene-Dorf Stolpe im Fokus der Medien

Bürgermeister Falk erfährt per Zufall vom Staatsbesuch mit der Kanzlerin / Gäste genießen Rehspezialitäten

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Auf dem Anklamer Flugplatz landete der Hubschrauber der Bundespolizei, in dem Angela Merkel aus Berlin eingeflogen wurde.

Stolpe. Zunächst hielt Bürgermeister Marcel Falk die gestrige Aktion für einen Aprilscherz. Am ersten Tag des Monats bekam er von der Polizeiinspektion die Anfrage, ob die Beamten das örtliche Dörphus nutzen können, um ihre Notdurft zu verrichten. „Eigentlich habe ich erst dadurch erfahren, dass die Bundeskanzlerin kommt“, sagt der 39-Jährige. Durch seine ehrenamtliche Tätigkeit musste er beim Landkreis — seinem Arbeitgeber — sogar einen Tag Urlaub einreichen. „Alles ging schnell. Aber zum Glück passte noch der Eintrag ins Gästebuch in das Protokoll“, sagt er gestern stolz am Rande der 43. Regionalkonferenz der Regierungschefs der ostdeutschen Bundesländer in Stolpe.

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Bürgermeister Falk erfährt per Zufall vom Staatsbesuch mit der Kanzlerin / Gäste genießen Rehspezialitäten

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In dem kleinen Ort bei Anklam wohnen etwa 180 Einwohner. Doch gestern bekam Stolpe deutschlandweite Aufmerksamkeit. „Das ist beste Werbung für die Gemeinde. Beim Fototermin fragte mich Frau Merkel, was ich beruflich mache. Ich antwortete, dass ich mich um Asylangelegenheiten kümmere und Wohnraum für Flüchtlinge suche. Das fand sie toll“, erzählt der Bürgermeister.

Während die Ministerpräsidenten beim Mittagessen regionale Rehspezialitäten verzehrten, hörte man durch die verhangenen Wolken die Rotorblätter des Kanzlerinnenhubschraubers. Sie landete auf dem Flugplatz in Anklam. Pünktlich, genau so, wie es das Protokoll vorgesehen hatte. Und vor dem Gutshaus wurde sie weder durch Demonstranten noch durch klatschende Zuschauer empfangen. Einzig das Vogelgezwitscher war von den Bäumen zu hören, als sie mit ihrer gepanzerten Limousine die Pflasterstraße zum Gutshaus hinauf kam.

Nach einem Plausch mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ging es mit den anderen Ministerpräsidenten zum obligatorischen Gruppenfoto. Nach dem Eintrag ins Gästebuch der Gemeinde machten sich die Landesvertreter und die Kanzlerin zur Beratung an die Arbeit — in einem ehemaligen Pferdestall, der nun als Konferenzraum dient.

Während sich die Männer und Frauen ihre Gedanken über die Ost-West-Rentenangleichung und die Förderung strukturschwacher Regionen machten, hatte Marko Büttner Zeit für eine Pause. Der 53-Jährige ist der Fahrer von Stanislaw Tillich (CDU), dem Ministerpräsidenten von Sachsen. „Das Auto ist neu, praktisch auf der ersten Fahrt. Ich probiere noch die Technik“, sagt er. Seit sieben Jahren fährt der Mann mit der Brille und den nach hinten gekämmten Haaren seinen Chef zu Terminen. „80 000 Kilometer kommen da im Jahr zusammen“, betont er. Der 7er BMW ist für Tillich ein rollender Schreibtisch. „Er macht da so gut wie alles drin. Nach langen Fahrten stapeln sich auf der Rücksitzbank die Papiere. Für die Landschaften, die während der Fahrt an ihm vorbeirauschen, hat er keinen Blick.“ Nach dem Termin in Stolpe rollten die beiden Wagen — der zweite ist für seine Leibwächter — weiter nach Werder bei Potsdam. „Wir sind seit heute morgen um 8 Uhr unterwegs. Manche Tage sind sehr lang, aber dieser Termin ist sehr schön. Mir gefällt der Ort“, sagt Büttner.

Nach eineinhalb Stunden reist Bundeskanzlerin Merkel wieder ab. In Kolonne fahren die schwarzen Fahrzeuge vom Hof. Danach übernehmen wieder die Vögel das Gezwitscher im Revier — und der Mannschaft des Gutshauses bleibt Zeit, um die Spuren des Besuches zu beseitigen.

Zahlen und Fakten

28 Vertreter regionaler und überregionaler Zeitungen sowie TV-Sender berichteten vom Besuch der Ministerpräsidenten und Angela Merkel.

30 Mitarbeiter des Gutshauses in Stolpe sorgten für die Gäste.

Als Sachsen-Anhalts MP Reiner Haseloff Merkel beglückwünschte, dass so schöne Landschaften zu ihrem Wahlkreis gehörten, korrigierte sie ihn. Der Ort an der Peene gehöre nicht dazu.

Darauf regte Haseloff scherzhaft eine Kreisreform an. „Ich habe bei der letzten Reform erst Greifswald dazu bekommen. Das reicht“, sagte Merkel.

Von Hannes Ewert

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