Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Pommerscher Plattkahn für Nachwelt gerettet

Wolgast/Stralsund Pommerscher Plattkahn für Nachwelt gerettet

Ein Wolgaster Fischer ließ das Boot 1974 nach dem Vorbild eines weitaus älteren Exemplars von der Insel Wollin bauen.

Voriger Artikel
Ostreisen für die Verständigung
Nächster Artikel
Schöne Dörfer: Landrätin ruft zum Wettstreit auf

Michael Mäuslein, Kurator am Deutschen Meeresmuseum, mit dem Pommerschen Plattkahn auf dem Dänholm.

Quelle: Bernd Hinkeldey

Wolgast. Etwas verloren wirkt der alte Fischerkahn vor der Bootshalle im Nautineum. Keine neugierigen Besucherblicke, kein Hinweis auf seine Bedeutung. Aber das wird sich ändern. Denn das Holzboot ist ein sogenannter Pommerscher Plattkahn.

Es sind vor allem die historischen Aspekte aus dem Leben der Küstenfischer an der Ostsee, die solch Zeitzeugnisse für Michael Mäuslein, Kurator für Fischereigeschichte am Deutschen Meeresmuseum, so wertvoll machen. Das neue Exponat soll in die Sammlung traditioneller Arbeitsmittel der heimischen Fischerei aufgenommen werden. Bislang lag das Fischerboot in einer offenen Remise in Wolgast. Sein Besitzer war im Mai 2014 gestorben. Die Nachkommen von Georg Höft übergaben das stillgelegte Fischerboot dem Meeresmuseum. Den längsgeplankten Plattkahn hatte Höft 1974 in der Wolgaster Bootswerft in Auftrag gegeben. Das Boot trat damit das Erbe eines weitaus älteren Originals an: ein quergedieltes Bodenplankenboot, dessen Bauart Höft 1946 aus seiner Heimat auf der Insel Wollin mitbrachte. Auch dieses historische Relikt lag schon im Meeresmuseum, wurde aber 1988 wegen seines schlechten Zustandes aufgegeben.

Ein ähnliches Ende soll dem Nachfolgeboot erspart bleiben. „Es ist wegen seiner vielen Besonderheiten ein unverzichtbares Zeugnis eines vergehenden Handwerks“, meint der Experte. Der Blockpolt oder Plattkahn mit Balkensteven, wie der Bootstyp im alten Pommern bezeichnet wurde, eignete sich wegen des fehlenden Kiels und glatten Bodens optimal zum Fischen in den flachen inneren Seegewässern.

Fischer Georg Höft übte die Reusen- und Stellnetzfischerei in Wolgast bis zuletzt als Nebenerwerbsfischer aus, wofür das „F“ in der Fischereinummer WOG.F48 steht. Manche Bootsteile zeigen die Handschrift des Fischers, der Fangvorrichtungen ersetzte. „Ein großartiges Zeugnis für die Arbeitskultur im traditionellen Fischfang“, urteilt Michael Mäuslein.

 



Tom Schröter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostvorpommern
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.