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Ostvorpommern Pommerscher Plattkahn für Nachwelt gerettet
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00:00 16.01.2015
Michael Mäuslein, Kurator am Deutschen Meeresmuseum, mit dem Pommerschen Plattkahn auf dem Dänholm. Quelle: Bernd Hinkeldey
Wolgast

Etwas verloren wirkt der alte Fischerkahn vor der Bootshalle im Nautineum. Keine neugierigen Besucherblicke, kein Hinweis auf seine Bedeutung. Aber das wird sich ändern. Denn das Holzboot ist ein sogenannter Pommerscher Plattkahn.

Es sind vor allem die historischen Aspekte aus dem Leben der Küstenfischer an der Ostsee, die solch Zeitzeugnisse für Michael Mäuslein, Kurator für Fischereigeschichte am Deutschen Meeresmuseum, so wertvoll machen. Das neue Exponat soll in die Sammlung traditioneller Arbeitsmittel der heimischen Fischerei aufgenommen werden. Bislang lag das Fischerboot in einer offenen Remise in Wolgast. Sein Besitzer war im Mai 2014 gestorben. Die Nachkommen von Georg Höft übergaben das stillgelegte Fischerboot dem Meeresmuseum. Den längsgeplankten Plattkahn hatte Höft 1974 in der Wolgaster Bootswerft in Auftrag gegeben. Das Boot trat damit das Erbe eines weitaus älteren Originals an: ein quergedieltes Bodenplankenboot, dessen Bauart Höft 1946 aus seiner Heimat auf der Insel Wollin mitbrachte. Auch dieses historische Relikt lag schon im Meeresmuseum, wurde aber 1988 wegen seines schlechten Zustandes aufgegeben.

Ein ähnliches Ende soll dem Nachfolgeboot erspart bleiben. „Es ist wegen seiner vielen Besonderheiten ein unverzichtbares Zeugnis eines vergehenden Handwerks“, meint der Experte. Der Blockpolt oder Plattkahn mit Balkensteven, wie der Bootstyp im alten Pommern bezeichnet wurde, eignete sich wegen des fehlenden Kiels und glatten Bodens optimal zum Fischen in den flachen inneren Seegewässern.

Fischer Georg Höft übte die Reusen- und Stellnetzfischerei in Wolgast bis zuletzt als Nebenerwerbsfischer aus, wofür das „F“ in der Fischereinummer WOG.F48 steht. Manche Bootsteile zeigen die Handschrift des Fischers, der Fangvorrichtungen ersetzte. „Ein großartiges Zeugnis für die Arbeitskultur im traditionellen Fischfang“, urteilt Michael Mäuslein.



Tom Schröter

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