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Ostvorpommern Raus aus der Uni, rein ins Klassenzimmer
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Raus aus der Uni, rein ins Klassenzimmer
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00:05 09.06.2017
Lea Stunkat (25) unterstützt die Fünftklässler Jakob Gust (11) und Jasmin Haack (11), die zum ersten Mal mit mobilen Computern, iPads, arbeiteten. Quelle: Fotos: Peter Binder
Neuenkirchen

Sind die Lehrer aus dem Haus, mischen die Studenten den Unterricht auf. So geschehen in dieser Woche in der Regionalen Schule „Am Bodden“ in Neuenkirchen. 120 Greifswalder Lehramtsstudenten übernahmen das Haus unter dem Motto „Schule machen“, um den dortigen Alltag kennenzulernen. Die Lehrer bilden sich in dieser Zeit fort.

120 Greifswalder Lehramtsstudenten organisieren drei Tage lang den Alltag der Schule in Neuenkirchen

„Der intensive Kontakt über drei Tage verlangt gutes Planen“, sagt Vincent Neumann (25), der Deutsch und Geschichte studiert. In seiner fünften Klasse beschäftigen sich die rund 20 Kinder unter den Augen von sieben Studenten mit zugeteilten Themen, „innerhalb derer sie aber frei arbeiten können.“ Auch spontane Änderungen und Anpassungen seien möglich.

In dem Klassenzimmer geht es geschäftig zu. Schüler kommen mit iPads in der Hand zu Vincent Neumann, er beantwortet ihre Fragen zum „Webquest“ genannten Projekt. „Wir sehen uns als Lernbegleiter. Die Schüler sollen von sich aus lernen wollen. Das ist das Entscheidende“, sagt er. Er und seine 119 Kommilitonen bereiteten sich in Seminaren mit Schulpädagogen und Fachdidaktikern wie Grit Jarmer, (Dozentin Deutsch), vor: „Viele sammeln hier ihre ersten Unterrichtserfahrungen, lernen, wie viel Vorbereitung nötig ist, werden sicherer und bekommen ein Selbstbild von sich als Lehrer“, sagt sie.

Die Unterrichtsplanung-, durchführung und die Pausenaufsicht für die Klassen vier bis neun (die zehnten Klassen nehmen wegen der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfungen nicht teil) liegt in den Händen der angehenden Lehrer. Sie bieten den Schülern verschiedene Projekte an, in Deutsch, Englisch oder Geschichte. Der größte Unterschied zum regulären Unterricht: Die Anzahl der Lehrkräfte. In jeder Klasse betreuen mehrere Lehramtsanwärter kleine Schülergruppen, helfen, beraten, setzen Impulse in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten.

Fünftklässler beantworten Fragen wie „Stellen Roboter eine Gefahr dar?“ oder illustrieren auf ihren iPads Roboter aus der Zukunft. In Neuenkirchen haben ab der 7. Klasse aufwärts alle ein iPad, die Fünftklässler machen somit ihre ersten Erfahrungen mit den mobilen Computern. „Ich finde die Abwechslung gut“, sagt der 12-jährige Oliver Römer. „Die Studenten sind locker. Die Arbeit mit den iPads macht Spaß.“

„Der normale Unterricht kann langweilig sein“, sagt Luca-Stefan Suckow. Doch nicht die Projektwoche: Der 13-jährige Siebtklässler arbeitet je nach Aufgabe allein, in einer Gruppe oder sitzt, eine Szene aus einem Text imitierend, schweigend einem Mitschüler gegenüber, um zu prüfen, ob Personen auch ohne Worte kommunizieren können. Danach beantworten die beiden Fragen an den Text. „Die Angebote sind toll. Mehr Gruppenarbeit wünsche ich mir auch im normalen Unterricht“, sagt Suckow.

Solche Wünsche müsse man ernst nehmen, fordert Judith Weckwerth (25), wissenschaftliche Mitarbeiterin der Schulpädagogik. „Die alte Lehre wird langsam abgelöst, der Schüler steht im Mittelpunkt, nicht der Frontalunterricht. Das ist das Großartige an dieser Woche: Neue Methoden und praktische Erfahrung als Lehrer werden miteinander verbunden“, sagt sie.

Christopher Gottschalk

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