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SPD-Politiker: Ladebow maritim entwickeln

Greifswald SPD-Politiker: Ladebow maritim entwickeln

Erneut gibt es Störfeuer von Seiten der SPD gegen den Gewerbehafen in Ladebow. Sozialdemokratische Politiker hatten in den letzten Jahren diesen Weg immer wieder kritisiert.

Greifswald. Erneut gibt es Störfeuer von Seiten der SPD gegen den Gewerbehafen in Ladebow. Sozialdemokratische Politiker hatten in den letzten Jahren diesen Weg immer wieder kritisiert. Erst 2014 beschloss die Bürgerschaft den zugehörigen Bebauungsplan und beerdigte die Idee der „Weißen Stadt“ am Bodden. Das Land drohte Rückforderungen für mehrere Millionen Euro Förderung des Gewerbestandortes an. Einen Investor für den Traum von Wohnungen und maritimem Tourismus gab es nie.

 

OZ-Bild

Der Hafen Ladebow soll künftig auf Dünger- und Getreideumschlag verzichten.

Quelle: Peter Binder

Eine touristische Entwicklung des Ha- fens ist unmöglich.“Heino Förste, Ortsrat Wieck/Ladebow

Die lange Geschichte des Gewerbehafens

1993beschloss die Bürgerschaft die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den früheren Hafen der Volksmarine in Ladebow. Damals war eine ausschließlich gewerbliche Nutzung das Ziel. 13 Millionen Euro Fördermittel flossen dafür. Erst 2014 beschloss die Bürgerschaft den Bebauungsplan für den Hafen, die Bahnlinie wurde erneut eröffnet.

„Greifswald sollte auf die ländlichen Güter Getreide, Dünger und Holz verzichten“, fordert nun der sozialdemokratische Kreistagsabgeordnete Günther Jikeli aus Usedom, Mitglied des Wirtschaftsausschusses. Auf diese drei Güter würden 90 bis 95 Prozent des Umschlags entfallen. Mehr Masse sei nicht möglich. Sein Vorschlag: Vierow und Wolgast schlagen die Güter für die Landwirtschaft um, Lubmin sei der Hafen für Industrieansiedlungen. Darum, so der Politiker, sollte sich die Kreisstadt für eine maritime Entwicklung Ladebows entscheiden. Er bescheinigt Greifswald eine sehr erfolgreiche industrielle Gewerbeentwicklung insbesondere dank Hanseyachts. 1000 Arbeitsplätze seien bei der Bootsbauerfirma und „im maritimen Gewerbetourismus“ entstanden.

Nach Jikelis Ansicht gibt es keinen wirtschaftlichen Bedarf für die vier Wirtschaftshäfen Ladebow, Vierow, Lubmin und Wolgast an Vorpommerns Küste. Sie befänden sich in einem ruinösen Wettbewerb.

„Ladebow hat nach Angaben des statistischen Amtes von Mecklenburg-Vorpommern 2014 etwa 117000 Tonnen umgeschlagen. Das ist viel zu wenig“, sagt Jikeli. „Der Güterbahnanschluss wurde erst vor drei Jahren mit einer Millioneninvestition fertiggestellt, wird aber fast nie benutzt.“

An dem laut Jikeli ruinösen Wettbewerb sei nicht die Marktwirtschaft schuld, sondern eine „Überförderung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Kreisstadt Greifswald.“

Der Wirtschaftsausschuss des Kreistags will sich jetzt eingehender auf der Grundlage von Zahlen mit den Häfen befassen. Die Greifswalderin Birgit Socher (Linke) möchte die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern einbeziehen. Marlies Seiffert (Linke) aus Karlshagen erinnerte auf der Sitzung am Mittwoch daran, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) für nötige Ausbaggerungen einen Nachweis der Wirtschaftlichkeit fordere. Peenemünde und Peenemünde Nord fielen damit als Häfen weg, Ausbaggerungen im Achterwasser zum Hafen Stagnieß/Ückeritz werde es nicht mehr geben.

Der stellvertretende Ortsratsvorsitzende Wieck/Ladebow, Heino Förste (Linke), geht indes davon aus, dass die für Ladebow nötige Ausbaggerung (die OZ berichtete) 2016 erfolge und verweist auf ein Interview der OSTSEE-ZEITUNG mit WSA-Chef Holger Brydda. „Die SPD-Leute blenden aus, dass Vierow, Sassnitz und Stralsund ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben“, ergänzt Ortsratschef Bernd Lieschefsky (Bürgerliste). Das Argument Konkurrenz sei falsch. Denn der Agrarhändler Beiselen, der in Ladebow gerade eine neue Halle baute, würde Vorpommern ohne den Stadthafen gar nicht anlaufen. „Die Stadt hat gar keinen Gestaltungsspielraum“, sagt er. „Denn Greifswald gehört nur der kleinste Teil der Flächen.“ Die ansässigen Betriebe, denen die Grundstücke gehören, hätten mehrfach erklärt, dass sie Ladebow nicht verlassen wollten.

Von Eckhard Oberdörfer

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