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Saatzüchter brauchen langen Atem

Ranzin Saatzüchter brauchen langen Atem

Ranziner Unternehmen entwickelt neue Getreidesorten, die dem Klimawandel gewachsen sind

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Ein Bild aus den letzten Augusttagen: Beim Dreschen ist viel Handarbeit vonnöten, deshalb werden auch jedes Jahr Saisonarbeiter gesucht.

Ranzin. Der Biss ins knackige Körnerbrötchen ist für Frühstücksliebhaber mit wenig Überlegung verbunden. Schmecken soll es, satt machen – und möglichst noch gesund sein.

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Ranziner Unternehmen entwickelt neue Getreidesorten, die dem Klimawandel gewachsen sind

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Über Backeigenschaften des verwendeten Getreides macht sich kaum einer Gedanken. Im Gegensatz zu Carsten Reinbrecht, Getreidezüchter der Streng-Engelen GmbH in Ranzin zwischen Gützkow und Züssow.

Mit einem Team von gerademal sechs Leuten versucht der promovierte Agrarwissenschaftler, neue Sorten zu entwickeln. Doch was so einfach klingt, ist mit einem immensen Aufwand, großer Geduld und vielen Rückschlägen verbunden. Kurzum: „Man braucht einen langen Atem. Mindestens zehn Jahre vergehen von der Kreuzung bis zur Prüfung des Bundessortenamtes“, sagt der 52-Jährige. Und selbst dann sei die Zulassung für den Markt – Ziel aller Saatzüchter – noch nicht in Papier und Tüten. Reinbrecht, seit 2005 in Ranzin, ist das noch nicht einmal geglückt. Sein Gesicht verrät trotzdem keinen Frust über mangelnden Erfolg. Ganz im Gegenteil: „Die Arbeit ist spannend, abwechslungsreich und absolut sinnvoll“, versichert der gebürtige Niedersachse.

Fakt ist: Die Landwirtschaft müsse sich auf den Klimawandel einstellen. „Neue Sorten müssen nicht nur höhere Erträge als die vorhandenen bringen oder bessere Qualitätsmerkmale aufweisen, etwa bei den Backeigenschaften“, erklärt Carsten Reinbrecht. Vielmehr seien Sorten gefragt, die zum Beispiel mit einer langen Frühjahrstrockenheit zurecht kommen und sich gegenüber tierischen Schädlingen wie der Orangefarbenen Weizengallmücke oder verschiedenen Pilzen als resistent erweisen. Getreidekrankheiten, so der gelernte Landwirt, gebe es reichlich: ob Gelb- oder Braunrost, Halmbruch oder Mehltau, Blattdürre oder Fusarium, eine Gattung schädigender Pilze, die den Saatzüchtern auf den Testparzellen gerade in diesem Sommer wieder zu schaffen machte. Auch Viruserkrankungen beim Weizen, so Reinbrecht, seien in der Perspektive eine Herausforderung: „Noch haben wir in Deutschland nicht das Problem. Anders die Landwirtschaft in Frankreich. Wird es bei uns in den kommenden Jahren wärmer, werden wir damit sicher auch konfrontiert“, vermutet der Saatzüchter.

Auf etwa 32 Hektar rings um Ranzin laufen die Versuche der Streng-Engelen GmbH, die ihren Hauptsitz im bayerischen Aspachhof hat und darüber hinaus noch in Büchling, ebenfalls Bayern, agiert. Auf Miniparzellen von sechs bis maximal 15 Quadratmetern werden Winterweizen, Wintergerste und Wintertriticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) angebaut. Gerade ist das Korn unter Dach und Fach – aufgrund des nassen Sommers mit reichlicher Verzögerung – da begann vorige Woche auch schon wieder die Aussaat. Streng wissenschaftlich – mit penibel begutachtetem und abgewogenem Saatgut. Eine Sämaschine in Miniaturausgabe hilft dabei. Genau wie bei der Ernte Mini-Mähdrescher über den Acker touren, während Saisonkräfte das Korn absacken, akkurat etikettieren und andere Hilfsarbeiten erledigen. Zwölf-Stunden-Tage, so Carsten Reinbrecht, sind im Sommer Normalität. Nur im Winterhalbjahr werde es etwas ruhiger. „Dann führen wir die Versuchslisten, drucken Feldbücher, bereiten Etiketten vor und warten unsere Maschinen“, nennt er einige der Aufgaben. Und zwischendurch heißt es: Hoffen. Hoffen, dass die neuen Kreuzungen den herkömmlichen Sorten überlegen sind. Reinbrecht:

„Bei Triticale verzeichnen wir ganz ordentliche Ergebnisse. Jetzt kommt das letzte Prüfjahr. Die Chancen auf Zulassung stehen also gut.“

Petra Hase

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