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00:05 20.06.2017
Ich möchte mehr Fördermittel für Karlsburg holen. Frederik Wolf, Einzelbewerber

Am Sonntag wählen die Karlsburger für die nächsten zwei Jahre ein neues Gemeindeoberhaupt. Die 1018 Wahlberechtigten müssen sich entscheiden zwischen Rolf Warkus (76) von der Wählergemeinschaft und Frederik Wolf (37), Einzelbewerber. Am Freitag stellten sich die beiden Kandidaten auf einer Wählerversammlung den Fragen der 70 anwesenden Bürger.

Karlsburgs Zukunftsfähigkeit muss gesichert sein. Rolf Warkus, Wählergemeinschaft

Feuerwehrgerätehaus, Windpark, Massentierhaltung, Fusionsverhandlungen, Fördermittel und auch die Suche nach einem Atommüllendlager für Deutschland kamen zur Sprache.

Frederik Wolf ist in der Kommunalpolitik seit drei Jahren aktiv. Als gewähltes Mitglied der Gemeindevertretung arbeitet er im Finanzausschuss mit. Wenn er gewählt wird, möchte er als Gemeindeoberhaupt nicht nur reagieren, sondern selbst gestalten. „Natürlich ist mir die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde bekannt. Wir werden in absehbarer Zeit, also in den kommenden Jahren, keinen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen“, sagte er. Dennoch erhofft er sich mehr Fördermittel für Karlsburg und will dazu „auch mal quer denken.“ Mit der Gemeindevertretung will er nicht mehr „nur im eigenen Saft schmoren“, diesen Eindruck hat er gegenwärtig vom Ortsrat. Mehr Transparenz müsse her, fordert er deshalb und verspricht, bei seiner Wahl zum Bürgermeister dafür zu sorgen, dass Grundstücksverkäufe dann im öffentlichen Teil behandelt werden. Am Herzen liegt ihm auch die bessere digitale Aufstellung der Gemeinde. „Die Kommune braucht einen modernen Internetauftritt, wo schnell auf aktuelle Themen reagiert werden kann“, betont er.

Rolf Warkus ist ein kommunalpolitisches Urgestein. 20 Jahre lang, von 1994 bis 2014, war er Gemeindeoberhaupt in Karlsburg und hat viele wichtige Entscheidungen mitgetragen. Derzeit führt er kommissarisch als erster Stellvertreter des Bürgermeisters die Amtsgeschäfte. Bis zur nächsten Kommunalwahl in zwei Jahren würde er gerne weitermachen, „um Vorhaben zu Ende zu bringen und um die Zukunftsfähigkeit Karlsburgs durch eine kluge Fusion sicherzustellen“, wie er betont. Durch seinen reichen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet ließe sich das Bestmögliche herausholen. Mehr als noch mal zwei Jahre sollen es als Bürgermeister nicht werden. „Die Wählergemeinschaft wird 2019 einen jüngeren Kandidaten präsentieren.“

Den indirekt erhobenen Vorwurf Wolfs, Warkus sei zu alt für den Posten, lässt dieser nicht gelten. „Ich bin fit und engagiere mich sehr“, sagt er. Als Beispiel nennt er das neues Feuerwehrgerätehaus, mit dessen Bau im kommenden Jahr begonnen werden soll. Während der Versammlung fragten mehrere Bürger, warum der Bau nicht früher beginne. „Natürlich kann man das fordern, aber dann muss auch das Geld da sein. Ist es aber nicht, deshalb sparen wir weiter den Eigenanteil an, um 2018 zu beginnen und eine hohe Landesförderung zu erhalten“, so Warkus.

Sorgen bereitet den Karlsburgern der mögliche Ausbau des Windkraft-Gebietes in Moeckowberg und ein eventuell weiteres Gebiet mit bis zu acht Mühlen in Steinfurth. Beide Kandidaten äußerten ebenso wie der Moderator des Abends, der frühere Bürgermeister Thomas Kohnert, Verständnis für eine ablehnende Haltung. Kohnert machte deutlich, dass im Fall von Moeckowberg die Gemeinde wegen des Teilflächennutzungsplanes ein Mitspracherecht habe. Bei Steinfurth sei das nicht so, es handele sich um Privatland.

Frederik Wolf wollte während der Versammlung eine umfassende Recherche zur möglichen Nutzung des Salzstocks von Moeckow für ein Atommüllendlager präsentieren. Da es sich aber um eine Fragerunde der Einwohner handelte, bat Kohnert, davon Abstand zu nehmen und eine extra Veranstaltung durchzuführen. Einig waren sich Warkus und Wolf indes darin, dass das Nachdenken über die Nutzung des Salzstocks zur Atommülllagerung nie Realität werden dürfe.

Cornelia Meerkatz

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