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Schwarzwildjagd: Kreis als Modellregion

Greifswald Schwarzwildjagd: Kreis als Modellregion

Jäger sollen bei kleinen Frischlingen die Kosten der Trichinenprobe erlassen bekommen.

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Quelle: Kai-Uwe Ottenbreit

Greifswald. Der Wildschweinbestand im Land steigt von Jahr zu Jahr. „Wildschweine sorgen immer für ein ganzes Bündel von Problemen: Sie wühlen die Wiesen und Sportplätze um, höhlen Deiche aus, verursachen in den landwirtschaftlichen Kulturen große Schäden und gelten als potenzielle Überträger der Schweinepest“, erläutert Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Außerdem herrsche ein reiches Nahrungsangebot für die Tiere. Schwarzkitteln soll es deshalb mehr denn je an den Kragen gehen. Und jetzt auch den ganz kleinen Frischlingen. Der Kreis möchte dabei Modellregion für das Land werden. Das ist das Ergebnis des 4. Symposiums zum Schwarzwild in Anklam.

Auf Initiative der Kreisjagdbehörde kamen Vertreter der Kreisjägerschaft und des Landesjagdverbandes, des Kreisbauernverbandes, der Forstämter, des Kreisveterinäramtes, der Wildschadensausgleichkasse und des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Vorpommern zusammen. Gemeinsam berieten sie Möglichkeiten zur Eindämmung der sich stetig vergrößernden Population. „Zwar wurden im Jagdjahr 2015/16 bisher an die 1500 Stück Schwarzwild, davon 536 bei Gesellschaftsjagden, erlegt“, sagt Froitzheim. „Aber durch den milden Winter, ein umfangreiches Futterangebot und die Tatsache, dass Wildschweine wegen ihrer Nachtaktivität nicht einfach zu jagen sind, ist der Bestand nach wie vor sehr hoch.“

Um des Problems Herr zu werden, haben die Teilnehmer des Symposiums der Politik nun den Vorschlag unterbreitet, stärker die sogenannte Jugendklasse, also Frischlinge mit einem Gewicht bis zu 20 Kilo, zu bejagen. Jäger lehnten dies bisher meist ab, da finanziell dafür kein Anreiz bestand. Für so kleine Tiere gibt es nicht mehr als 20 bis 30 Euro. Allein die notwendige Trichinenuntersuchung kostet aber schon 10 Euro. Trichinen sind winzige Fadenwürmer, die beim Verzehr des Fleisches auf den Menschen übertragen werden können. „Um die Erlegung und Vermarktung dieser kleinen Tiere finanziell tragbar zu gestalten, will der Landkreis bei Frischlingen bis 20 Kilo Aufbruchgewicht den Jägern die Kosten dieser Untersuchung erlassen“, erklärt der Kreissprecher. Das sei bislang einmalig in MV.

Wenn das Landwirtschaftsministerium dem Vorschlag zustimme, könne der Kreis also zur Modellregion im Land werden. Schwerin sei sehr interessiert. Die untere Jagdbehörde erhofft sich zudem Unterstützung durch die Forstämter sowie das Stalu bei der Feststellung widerrechtlicher Fütterungen.

Torsten Hackert, Leiter des Forstamtes Jägerhof in Greifswald-Eldena, begrüßt die Vorreiterrolle des Landkreises bei der Verringerung des Wildschweinbestandes. „Es geht um eine effektive Bejagung des Schwarzwildes. Wir im Forstamt tun das bereits flächenübergreifend, denn niemand bekommt allein das Problem gelöst“, so Hackert. Die für den Abschuss geringgewichtiger Frischlinge gefundene Lösung begrüße er daher.

Wachsende Population
9206 Stück Schwarzwild (Bachen und Keiler) wurden im Jagdjahr 2014/15 im gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald erlegt. Im Jagdjahr 2013/14 waren es dagegen nur 7366 Wildschweine.
10 Euro kostet eine Trichinenprobe. Sie ist Pflicht bei erlegtem Wild. Die Untersuchung führt das Veterinäramt durch.

 



Cornelia Meerkatz

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Greifswald/Anklam
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