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Seltenes Obst: Pfarrer plant Arboretum

Neuenkirchen Seltenes Obst: Pfarrer plant Arboretum

Müschens Rosenapfel wurde erst 2002 wiederentdeckt / er wächst in Greifswald und wohl auch in Neuenkirchen

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Thoralf Weiß, Ingrid Müller und Volker Gummelt (von links) beguachten Äpfel im Pfarrgarten von Neuenkirchen. Im Hintergrund. Fotos (2): Eckhard Oberdörfer

Neuenkirchen. Der etwa 4000 Quadratmeter große Garten hinter dem malerischen Pfarrhaus von Neuenkirchen ist ein kleines Paradies mit alten Bäumen. In den letzten Jahren wurde viel in deren Pflege investiert, Sorten von Äpfeln und Birnen bestimmt. Der Garten werde viel für Veranstaltungen genutzt, erzählt Pastor Volker Gummelt. Besucher interessierten sich sehr für die Bäume, berichtet er.

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Müschens Rosenapfel wurde erst 2002 wiederentdeckt / er wächst in Greifswald und wohl auch in Neuenkirchen

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Wahrscheinlich steht hier ein sehr alter Baum , ein „Müschens Rosenapfel“. Er trägt den Namen des Mecklenburger Kantors Franz Hermann Müschen (1774 bis 1845), der ihn als „Weißer Sommer-Rambour“

beschrieb. Die jetzige Bezeichnung geht auf dessen Sohn zurück. „Müschens Rosenapfel galt lange als ausgestorben“, erzählt Thoralf Weiß vom Botanischen Garten der Uni. Er befasst sich in seiner Freizeit intensiv mit Obstbäumen in Greifswald und Umgebung. 2002 wurde Müschens Rosenapfel bei Sternberg und Wien wiederentdeckt. „In einem Garten in der Nähe der Greifswalder Marienkirche steht ein „Müschens Rosenapfel“, so Weiß. Er hat Neuenkirchener Früchte dem Apfelexperten Jens Meyer vorgelegt, als dieser vor kurzem in Steinfurth zu Gast war. Der wollte sich indes nicht festlegen. „Der Baum muss erst veredelt werden, damit dann kräftigere Früchte wachsen, die sich bestimmen lassen“, informiert Weiß. Der Geschmack dieses Apfels sei pikant, überaus köstlich und erdbeerartig, heißt es in einem Handbuch. Auf jeden Fall sei der Neuenkirchener Baum sehr alt.

Im Pfarrgarten stehen viele Sorten, beispielsweise eine große „Orleansrenette“, eine sehr alte und wohlschmeckende Sorte. Der Name werde nicht von der Stadt Orleans abgeleitet, sondern von der Farbe, erläutert Thoralf Weiß.

Auch die „Schöne von Herrnhut“ wächst in Neuenkirchen. Der Name nimmt Bezug auf den Herkunftsort, aus dem die Herrnhuter Sterne stammen. Auch der erstmals 1856 von Ferdinand Jühlke beschriebene „Pommersche Krummstiel“ kann bewundert werden. Jühlke war zu diesem Zeitpunkt Gartenbaulehrer an der Staats- und landwirtschaftlichen Akademie in Eldena. Die Sorte „Transparent von Cornel“ war der Lieblingsapfel der Familie des Vorgängers von Volker Gummelt. „Man erkennt sie an der farblosen Schale mit den roten Flecken“, erläutert Weiß. „Diese Sorte eignet sich sehr gut für Apfelmus“, schätzt Ingrid Müller ein, die sich in der Kirchengemeinde engagiert. Und die „Gute Graue“ sei die beste Suppenbirne, sagt sie. Mit Mehlklößen einfach köstlich. Die „Gute Graue“ könnte mit geschätzt rund 200 Jahren der älteste Obstbaum des Pfarrgarten sei. „Ich würde ihn gern als kleines Arboretum gestalten“, sagt Volker Gummelt. Thoralf Weiß sagt Hilfe bei der Beschriftung zu. Für den Laien sind die Sorten oft schwer unterscheidbar.

Thoralf Weiß sucht häufig die Hilfe von Jens Meyer, wenn es um die Bestimmung der Sorte geht. Aussehen, Kerne, der Geschmack sind wichtige Anhaltspunkte. „Etwa 80 Prozent der vorgelegten Äpfel kann ich bestimmen“, so Meyer bei der letzten Apfelbestimmung in Steinfurth. Er hat eine große Apfelkernsammlung. „Für den Laien sieht das alles gleich aus“, meint Thoralf Weiß. Noch schwieriger sei es bei Birnen, da gebe es auch weniger Experten. In Meyers Garten stehen 250 Birnen, die Hälfte kann er einer Sorte zuordnen.

Weniger DDR im Osten

Laut Experte Jens Meyer stehen im Osten Mecklenburg-Vorpommerns weniger Äpfelbäume mit Sorten aus der DDR als im Westen des Bundeslandes. Bei der Sortenbestimmung in Steinfurth wurde ihm kein weiterer „ Müschens Rosenapfel“ vorgelegt. Es waren aber andere seltene und alte Sorten darunter, wie beispielsweise „Englische Spitalrenette“, „Pommerscher Schneeapfel“, „Pommerscher Langsüßer“,

„Alantapfel“ und „Nathusius-Taubenapfel“.

Eckhard Oberdörfer

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