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Streit um Wohnungsvergabe in Lubmin

Lubmin Streit um Wohnungsvergabe in Lubmin

Das Rote Kreuz baut 45 Wohnungen. Eine Kommission hat sie vergeben. Ein Paar ging leer aus und ist wütend.

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Das Lachen ist ihnen vergangen. Seit 2011 warteten Hedwig und Josef Czogalla auf eine altersgerechte Wohnung in Lubmin. Vergeblich, wie sich dieser Tage herausstellte.

Quelle: privat

Lubmin. Zoff um die Vergabe von neugebauten altersgerechten Wohnungen in Lubmin: 45 lässt der Kreisverband Ostvorpommern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hier gerade fertigstellen. Eine Kommission hat entschieden, wer sie bekommen soll. Das sorgt nun für Ärger. Ein Paar aus Baden-Württemberg will gar einen Anwalt einschalten, um zu klären, warum es nicht berücksichtigt wurde.

Hedwig und Josef Czogalla aus Bruchsal bei Karlsruhe machen geltend, bereits 2011 einen Wohnungsantrag für die damals bereits geplante neue DRK-Wohnanlage in Lubmin gestellt zu haben. „Wir standen seitdem auf einer Warteliste und haben in der Sache immer wieder Kontakt zur Geschäftsführung des Rot-Kreuz-Verbands in Anklam aufgenommen“, schildert Josef Czogalla (60), der unter Multipler Sklerose leidet. Im Januar erkundigten sich die Eheleute neuerlich nach dem Stand der Dinge. „Man teilte uns mit, dass am 29.März ein Tag der offenen Tür stattfinde und wir uns dann in Lubmin über alles informieren könnten“, erzählt Hedwig Czogalla (62). Am 6. März hätten sie und ihr Mann schließlich nochmals in Anklam angerufen, „um sicherzugehen, dass es bei dem Termin bleibt“. In Anklam sei dieser bestätigt worden. Zugleich, so das Ehepaar, sei es darauf hingewiesen worden, dass die Wohnungen durch eine Kommission vergeben würden. „Das war für uns ganz neu. Doch wir wurden beruhigt. Das werde schon klappen, da wir schon so lange warteten“, schildert Josef Czogalla.

Was folgt, ist Ernüchterung: Als Czogallas am 20. März wieder in Anklam anrufen, erfahren sie, dass die Kommission ihnen keine der 45 betreuten Wohnungen in Lubmin zuerkannt hat. In Bruchsal herrscht Verbitterung. Überzeugt davon, nach Lubmin ziehen zu können, haben Czogallas bereits Möbel und Hausrat verkauft (weil die neue Wohnung kleiner als ihre jetzige sein sollte) und eine Umzugsfirma ausgesucht. „Der ganze Ärger belastet uns psychisch. Von den Telefonaten und den Fahrten ins 860 Kilometer entfernte Anklam mal gar nicht zu reden“, machen sie deutlich.

In der Geschäftsführung des DRK-Kreisverbands zeigte man gestern Verständnis für den Unmut der Eheleute. Thomas Weißensee, für altersgerechtes Wohnen zuständiger Mitarbeiter, bedauerte, dass Hedwig und Josef Czogalla durch die Vergabekommission nicht berücksichtigt wurden. Allerdings hätten sie zuvor auch nie eine feste Wohnungszusage erhalten. „Wir haben stets darauf hingewiesen, dass es mehr Bewerber als Wohnungen gibt.“ Die Czogallas, so Weißensee, seien nicht die Einzigen, die am Ende leer ausgingen.

Die Wohnungsvergabekommission, von der das Ehepaar bis Anfang März nichts gewusst haben will, bestand Weißensee zufolge aus zwei Mitgliedern des DRK-Verbandsvorstands, einem Abteilungsleiter der Geschäftsführung sowie der Leiterin der Lubminer Sozialstation. Es sei darauf geachtet worden, dass kein Mitglied der Kommission zuvor mit Antragstellern zu tun hatte. So habe man vermeiden wollen, dass die Vergabe von Sympathien für bestimmte Antragsteller beeinflusst wird. Die Wohnungsvergabe, so Weißensee, sei nach bestimmten Kriterien erfolgt: „Uns ging es zum einen darum, vorrangig Menschen aus der Region zu berücksichtigen. Zudem Antragsteller, die vor Jahren von hier weggezogen waren, nun aber wegen ihrer Kinder wieder zurückwollten.“ Auch die Behinderung eines Menschen und sein derzeitiger Wohnraum hätten eine Rolle gespielt. Die Kommission, beteuert Weißensee, habe nicht leichtfertig entschieden.

Die Czogallas mag das nicht überzeugen. Sie haben sich beim DRK-Geschäftsführer beschwert. Bis heute gaben sie ihm Zeit zu antworten. Andernfalls würde sich ihr Anwalt melden.

Der Ärger belastet uns psychisch.“Hedwig und Josef Czogalla aus Bruchsal

 



Sven Jeske

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