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Ostvorpommern Streit um den Breitbandausbau
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Streit um den Breitbandausbau
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00:00 30.03.2017

Deutschland ist beim Breitbandausbau so etwas wie ein Entwicklungsland. Das ist auch für die Tourismuswirtschaft schlecht. So mancher mit Smartphone und Tabletrechner ausgerüstete Gast kann seine Ausstattung angesichts mieser Hoch- und Herunterladeraten in den Hotels nur sehr eingeschränkt nutzen. Die Verbindung wird umso schlechter, je größer die Entfernung vom Hauptverteiler ist. Denn in der Regel übernimmt nur ein Kupferkabel das letzte Stück des Weges zum Endverbraucher.Mit einem 300 Millionen Euro schweren Programm will das Land nun für ganz Mecklenburg-Vorpommern Übertragungsraten von 100 Mbit pro Sekunde erreichen (die OZ berichtete).

Aber ist das genug? Private Investoren versprechen sogar die zehnfache Geschwindigkeit des Landesprogramms, wie jüngst die „Deutsche Glasfaser“ in Rethwisch. Sie investieren ohne Fördergeld und holen sich das Geld dann über die Gebühren ihrer Kunden zurück.

Der Greifswalder Unternehmensberater Torsten Kurschus hält das für den besseren Weg. „Angesichts der internationalen Entwicklung sind 100 Mbit kein wirklicher Fortschritt“, meint er. „Schon heute benötigt ein Hotel mit 30 Betten mindestens eine 500 MBit-Leitung, um Urlaubs- und Entertainmentansprüche der Gäste zu befriedigen.“ Es gehe um den Endverbraucher und die Wirtschaft. Das Landesprogramm komme zu spät und bevorzuge die Telekom, sagt Torsten Kurschus. In der Politik findet seine Ansicht derzeit wenig Gehör. „Lasst die Finger von privaten Anbietern, die Glasfasernetze für schnelles Internet in Gemeinden anbieten. Sonst ist die erhoffte Förderung durchs Land auch für alle anderen futsch.“ So fasste Amtsvorsteher Detlef Neumann die Ausführungen des zuständigen Sachgebietsleiters Heiko Burgas auf einer Sitzung des Landhäger Amtsausschusses zusammen.

eob

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