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Trennung von Moor und Groß Kieshof

Greifswald Trennung von Moor und Groß Kieshof

Ingenieurbüro legt Vorschlag vor: Naturschutz und Anwohner sollen profitieren

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Greifswald. Seit Jahren sorgt das Kieshofer Moor für erregte Diskussionen. In nassen Sommern steht Wasser auf Weideflächen und in Kellern, Mücken piesacken die Bürger des nahen Groß Kieshof. Andererseits ist der Wasserstand in dem durch europäisches Recht geschützten Moor zu niedrig. Jetzt ist eine Lösung in Sicht. Sie wurde durch das Ingenieurbüro „Umweltplan“

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Ingenieurbüro legt Vorschlag vor: Naturschutz und Anwohner sollen profitieren

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auf der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Wackerow am Donnerstagabend vorgestellt.

Ein erstes Projekt zur Lösung der Probleme wurde 2014 verworfen. „Es war nicht förderfähig“, begründete Uwe Lenschow, Leiter der Abteilung Naturschutz und Naturparke des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung). Es hätte zwar dem Ort, aber nicht dem Moor genutzt.

„Der Minister hat 2014 eine gute Lösung versprochen“, erinnerte er. Den Groß Kieshofern, den Landwirten und dem Moor soll es besser gehen. „Wir haben zwei Jahre gründlich geprüft und viele Varianten erwogen“, so Lenschow. An den Details müsse unter Einbeziehung der Bürger gearbeitet werden.

„Wir wollen die Entwässerung der Ortslage Groß Kieshof und des Moores entkoppeln“, erläuterte Lars Kanter, Fachgruppenleiter Hydrogeologie bei Umweltplan. Dafür sollen Drainagen verlegt werden, damit möglichst kein Wasser mehr in Keller und Kläranlagen läuft. Dieses Wasser soll über eine Sammelleitung Richtung Kohlgraben abgeführt werden.

Bleibt noch das Grünland, das zum Teil zu niedrig liegt. Dort sammelt sich bei Regen Wasser, in Senken vermehren sich die kleinsten Stechmücken, die Gnitzen, die das Dorf in der Vergangenheit heimsuchten. Außerdem ist keine Weidehaltung möglich, wenn Wasser auf der Wiese steht. Dieses Problem könnte mit Aufschüttungen zwischen zehn und 70 Zentimetern gelöst werden, sofern die Eigentümer zustimmten, erläuterte Kanter. Zielmarke sind 5,40 Meter NHN (Normalhöhennull/über dem Meeresspiegel). Im Moor selbst solle mit Hilfe eines Staus ein Grundwasserstand von 4,70 Meter eingestellt werden, so Kanter weiter. „Das Moor soll wieder so feucht werden wie 2012 und der Ort trockener als 2012 sein. Das ist technisch machbar und förderfähig“, fasste Kanter zusammen. Damit könne sich das Naturschutzgebiet als Lebensraum moortypischer Pflanzen und Tiere wieder im Sinne der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie entwickeln.

Es sei angenehm, nichts mehr von einer Moorerweiterung auf 50 bis 80 Hektar zu hören, sagte der Groß Kieshofer Dieter Schwieger. „Darauf lässt sich aufbauen.“

Ein Problem bleibt indes: Wenn der Grundwasserspiegel im Moor dauerhaft bei 4,70 Meter liegt, hat das Auswirkungen auf den Wald am Moor. Er wird dann teilweise unter Wasser stehen. Bäume werden geschwächt und können absterben. Keine guten Vorzeichen für die Zukunft der Forstwirtschaft in diesem Bereich.

Über diese Problematik soll nun mit den Eigentümern, das ist zum größten Teil die Universität, gesprochen werden.

Einen Plan B hatte Uwe Lenschow nicht mitgebracht. „Ohne Moorschutz gibt es keine Fördermittel“, betonte er. Der Wackerower Bauausschuss und die Gemeindevertretung wollen sich jetzt intensiv mit dem Material befassen, so der stellvertretende Bürgermeister Karl-Heinz Tietze.

Ein Lehr- und Forschungsobjekt der Uni Greifswald

Das Kieshofer Moor wurde 1938 als Naturschutzgebiet mit einer Größe von 30 Hektar ausgewiesen. Es ist ein Lehr- und Forschungsobjekt der Universität Greifswald.

Auslöser der aktuellen Probleme war der durch das damalige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) genehmigte Einbau eines Stauwerks 1994. Die Genehmigung war unrechtmäßig erfolgt.

Derzeit kann das Naturschutzgebiet nicht auf einem Steg begangen werden. Dieser musste wegen Baufälligkeit gesperrt und dann zurückgebaut werden. Dass das Begehen wieder möglich gemacht wird, darum bemüht sich der Studentenzirkel „Jean Baptiste de Lamarck“, der das Moor seit DDR-Zeiten betreut. Neben Hinweistafeln soll es Führungen zu verschiedenen Themen geben.

Eckhard Oberdörfer

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