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Ostvorpommern Unter Polizeischutz ins Peenetal
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07:27 28.08.2013
Auf kostenlosen Exkursionen wirbt der Verein Naturschutz Peeental für die einzigartige Landschaft. Quelle: OZ

Fast wären sie mit Eiern und Tomaten beworfen worden. Unter Polizeischutz besuchten mehr als 90 Männer, Frauen und Kinder an einem Augusttag vor drei Jahren vernässte Gebiete im Peenetal. Kees Vegelin, Landschaftsökologe und Agraringenieur, war dabei. Er und weitere Naturschützer hatten den Ausflug organisiert. Und damit eine Handvoll Leute provoziert, die die aufwendige Flutung einst trockengelegter Flächen verteufelten. In Leuten wie Vegelin sahen sie Mitschuldige an der ihrer Meinung nach fatalen Entwicklung. Die, argumentierten sie, habe erhebliche Schäden angerichtet. In den schwer zugänglichen Überflutungsgebieten würden sich Wildschweine ungehindert vermehren können. Zudem seien sie ein ideales Brutgebiet für Mücken.

Mückenplage im Peenetal? Kees Vegelin winkt ab. „Da ist nichts dran“, sagt der Mann, der die Flusslandschaft so oft durchkämmt wie nur wenige. Das Gegenteil sei womöglich der Fall. Auch Wildschweine gebe es hier nicht wie Sand am Meer. „Da sind die riesigen Maisfelder eine viel größere Problemzone.“

Vegelin ist Mitglied im Verein „Naturschutz Peenetal“. Der war vor nunmehr 20 Jahren gegründet worden und hatte von Anfang an alle Anstrengungen unterstützt, die unverbaute, jedoch in großen Abschnitten trockengelegte Niedermoorlandschaft zu renaturieren und unter Schutz zu stellen. Die maßgeblichen Akteure waren andere: Mehr als 25 Millionen Euro investierten Bund und Land in die schrittweise „Instandsetzung“ des Peenetals. Mehr als zwei Millionen Euro steuerte ein Zweckverband bei, dem mehrere Kommunen und Landkreise angehörten. 5500 Hektar Land kaufte er auf und ließ frühere Moorflächen, denen Grabensysteme und Pumpen Wasser entzogen hatten, wieder fluten.

Nach Ansicht Vegelins konnte dem Peenetal nichts Besseres passieren. Die Wiedervernässung sei in vielerlei Hinsicht ein Segen. Der heute wassergesättigte Torf binde Schadstoffe und mache die Luft sauberer. Zudem hätten sich in den Renaturierungsflächen Tiere angesiedelt, die man schon nicht mehr in Deutschland wähnte. Um Anklam bildete sich die größte mitteleuropäische Brutkolonie von Weißflügel- und Weißbartseeschwalben heraus. Der Polder Rustow-Randow bei Loitz wiederum wurde dank Wiedervernässung zum Brut- und Rastgebiet von Kranichen.

Am Sonnabend will Kees Vegelin Menschen durch diesen Polder führen. Wie im August vor drei Jahren hat sein Verein zu einer eintägigen Exkursion durch das Peenetal eingeladen. Eier und Tomaten müssen die Teilnehmer diesmal nicht fürchten.

Mit Bus und Schiff durchs Peenetal
Anlässlich seines 20-Jahr-Jubiläums lädt der Verein „Naturschutz Peenetal“am Sonnabend zu einer Busexkursion ein. 13 Uhr geht es los, Treffpunkt ist der Parkplatz am Demminer Hafen. Die Teilnahme kostet zwei Euro pro Person. Erste Station ist der Polder Rustow-Randow, von dort geht es später nach Gützkow in die Peenewiesen. Letzte Station ist Menzlin, wo um 17.45 Uhr die Rückfahrt nach Demmin startet. In Demmin haben Teilnehmer anschließend die Möglichkeit, an einer abendlichen Schifffahrt zum Kummerower See teilzunehmen. Sie endet 21.45 Uhr in Demmin und kostet zehn Euro pro Person. Die Teilnahme erfolgt nach Reihenfolge der Anmeldung. Bei 50 Teilnehmern sind Bus und Boot voll. Anmeldungen nimmt der Verein unter

☎ 0176 / 781 060 27 entgegen.

Sven Jeske

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