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Verbände lehnen Küstenradweg ab

Greifswald Verbände lehnen Küstenradweg ab

Pläne des Landes für einen Radweg von Greifswald nach Stralsund ernten Kritik.

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Die frühere Fernverkehrsstraße 96, kürzeste Verbindung zwischen Greifswald und Stralsund, soll für einen Radweg nicht in Frage kommen. Lediglich zwischen Neuenkirchen und Mesekenhagen ist ein Wegeabschnitt geplant worden.

Quelle: Sven Jeske

Greifswald. Der seit langem diskutierte Bau eines Radwegs zwischen Greifswald und Stralsund ruft Radler- und Umweltverbände auf den Plan. Sowohl der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) als auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben sich gegen einen küstennahen Verlauf einer solchen Trasse ausgesprochen, der die Naturschutzgebiete Devin bei Stralsund und Kormoransiedlung Niederhof (Gemeinde Sundhagen) einbezieht. Unterstützung erfahren sie jetzt durch den ökologischen Verkehrsclub Deutschland. Dessen Landesvorstand, Torsten Wierschin, erklärte, man lehne die küstenbegleitende Radwegführung und insbesondere den Umweg über Devin und Niederhof entschieden ab.

Ein Radweg weit abseits der B105 / B96-alt sei nicht nur teurer in Bau und Unterhalt, er wäre auch unattraktiv für den Alltagsverkehr, gibt Wierschin zu bedenken. Zugleich fordert er die betroffenen Kommunen, Landkreise (Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald) und das Land auf, sich gegenüber dem Bund für einen Radweg entlang der B 105 (Greifswald - Stralsund) stark zu machen. Der Bund dürfe sich hier nicht aus seiner Verantwortung ziehen. Der Autoverkehr auf der B 105 rechtfertige den Bau eines Radwegs dort.

Nach einschlägigen Untersuchungen hatte das Land drei Streckenvarianten für den Weg ins Spiel gebracht: Variante eins (geplante Kosten: 6,8 Millionen Euro) führt durch das Naturschutzgebiet der Halbinsel Devin bis nach Neuhof und von dort am Ufer entlang über Niederhof und Stahlbrode. Variante zwei (6,4 Millionen Euro) spart die Halbinsel Devin aus und trifft erst in Niederhof auf den Uferweg. Die kostengünstigste Variante drei (3,4 Millionen Euro) verläuft parallel zur alten Kopfsteinpflasterstraße B 96.

Die Stralsunder Bürgerschaft hatte sich im Mai auf keine Variante festgelegt, aber mehrheitlich für einen „küstennahen“ Radweg ausgesprochen. Auch in der Gemeinde Sundhagen ist man für die Küstenstrecke. Der Touristen wegen. Doch um die alleine könne es bei diesem Radweg nicht gehen, meint Steffen Burkhardt, Landesvorsitzender vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. „Unser Anliegen ist es, vornehmlich den Alltagsradverkehr zu stärken. Für die Ortschaften zwischen Greifswald und Stralsund und ihre Bevölkerung hat ein Küstenradweg keine verbindende Funktion.“ Nicht verkehrsorientiert, sondern mit Blick auf die Natur lehnt der BUND einen Küstenweg durch Niederhof und Devin ab. „Wir finden es problematisch, dass Radfahrer durch Naturschutzgebiete gelenkt werden sollen“, sagt Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Im Schweriner Wirtschaftsministerium wird ein Trassenverlauf auf der ehemaligen alten B 96 als „wenig zielführend“ bewertet. Eine andere Streckenführung sei wünschenswert, erklärt Ministeriumssprecher Gunnar Bauer. „Eine Festlegung auf eine bestimmte Variante hat unser Haus nicht“, fügt er hinzu. Derzeit erfolgten konkrete Planungen in Verantwortung der Gemeinden. Jene wollten eine möglichst küstennahe Lösung, die aus touristischer Sicht sicherlich die attraktivste Variante sei.

Torsten Wierschin vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland sieht den Küstenradweg noch nicht in trockenen Tüchern. Naturschutzverbände würden notfalls juristische Schritte einleiten, sollte der Weg durch Naturschutzgebiete geführt werden. „Weitere, jahrelange Verzögerungen des Radwegebaus wären die Folge.“

 



Sven Jeske

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