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Verein hilft Kindern aus Weißrussland

Greifswald Verein hilft Kindern aus Weißrussland

Die Tschernobylhilfe Vorpommern engagiert sich seit 26 Jahren

Greifswald. 15- bis 16 000 Euro: So viel Geld benötigt der Verein „Tschernobyl-Hilfe Vorpommern“ jedes Jahr, um ein zweiwöchiges Ferienlager für Kinder aus Weißrussland auf die Beine zu stellen. Aus eigener Kraft bekommt die nur 24 Mitglieder zählende Gemeinschaft diese Summe nicht zusammen. Und so ist die Tschernobylhilfe Vorpommern auf die finanzielle Hilfe anderer angewiesen.

Spenden willkommen

Die „Tschernobylhilfe Vorpommern“ bedankt sich bei allen, die den diesjährigen Ferienaufenthalt weißrussischer Kinder unterstützten. Zugleich bittet sie neuerlich um Spenden, damit auch 2017 ein Ferienlager organisiert werden kann. Die Spendenkonto-Verbindung lautet: Sparkasse Vorpommern, IBAN: DE 55 1505 0500 0232 0000 00, BIC: NOLADE21GRW

Im vergangenen Jahr reichten die Spenden nicht hin. Und so fiel der Erholungsaufenthalt für mehr als 20 bedürftige Mädchen und Jungen, erstmals in der damals 25-jährigen Vereinsgeschichte, ins Wasser. 2016 indes gab es wieder ein Ferienlager. Auf der Suche nach Geldgebern hatten Vereinsmitglieder unter anderem die vom Bundestag veröffentlichte Parteispender-Liste bemüht. „Wir haben dann an diverse auf der Liste vermerkte Spender geschrieben, mit teilweisem Erfolg“, schildert Vereinsmitglied André Fiedler.

„Früher“, erinnert sich Gundula Neumann, Mitglied der Tschernobylhilfe Vorpommern seit 1996, „haben auch die Stadt Greifswald und der damalige Landkreis Ostvorpommern unser Engagement mit Geld unterstützt.“ Doch das sei lange vorbei.

30 Jahre ist das Unglück im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl inzwischen her. In den Köpfen vieler Vorpommern sei die Katastrophe von damals in weite Ferne gerückt. „Die Leute hier sind nicht mehr so aufgeschlossen, wenn wir sie um Spenden bitten“, schildert Vereinsmitglied Jeannette Neumann. Das ändere sich zuweilen, schildere man ihnen, dass Menschen in der Tschernobyl nahen weißrussischen Region Gomel noch immer unter den Folgen der Reaktorexplosion von 1986 leiden: Schilddrüsenerkrankungen etwa seien dort an der Tagesordnung.

Die Region Gomel, gut 120 Kilometer von Tschernobyl entfernt, war eines der Gebiete, die durch das Unglück am stärksten radioaktiv verseucht wurden. Die meiste Strahlung aus dem explodierten Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl kam, von Regenwolken getragen, ins Gomeler Gebiet. Rund um Gomel wurden damals bis zu 2000 Becquerel (Strahlungseinheit) pro Liter Milch gemessen. Die Kontamination der Pilze lag bei bis zu 200000 Becquerel pro Kilo. Zum Vergleich: Der maximal zugelassene Wert in Deutschland ist 370.

Gesunde Luft, Natur, Erlebnisse – das ist es, was die „Tschernobylhilfe Vorpommern“ Kindern aus dieser Gegend Jahr um Jahr bietet. Für die sei das sehr viel, macht Vereinsmitglied Martin Scheitor deutlich. „Die Mädchen und Jungen erinnern sich ihr Leben lang daran.“

Ja, es sei mühselig, immer aufs neue Spenden zu sammeln, damit weitere weißrussische Kinder nach Vorpommern kommen können, räumt André Fiedler ein. „Doch wir kriegen auch viel zurück: Die Freude und der Dank der Kinder rühren menschlich an.“ Schon deshalb lohne sich der ganze Aufwand.

Sven Jeske

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