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Vergangenheit überschattet Urnengang

Züssow Vergangenheit überschattet Urnengang

Bürgermeisterwahl: In Lühmannsdorf und Wrangelsburg treffen alte Rivalen aufeinander.

Züssow. In zwei Gemeinden des Amtes Züssow treffen bei der Bürgermeister-Direktwahl am 25. Mai alte Rivalen aufeinander.

In Lühmannsdorf hat der langjährige ehemalige Bürgermeister Artur Schuldt seine Niederlage von vor fünf Jahren offenbar nicht vergessen und macht seiner Amtsnachfolgerin Esther Hall den Posten nun wieder streitig. 204 Stimmen hatte Hall, Mitglied der Wählergemeinschaft „Lühmannsdorf aktiv“ (WG), bei der Bürgermeisterwahl 2009 erhalten. 167 waren auf Schuldt entfallen. Der hatte vor dem damaligen Urnengang bekundet, Hall könne ihn nicht leiden. Esther Hall, die vor der Wahl 2009 bereits 15 Jahre als Gemeindevertreterin tätig gewesen war, stand Schuldts Führungsstil kritisch gegenüber. Kaum im Amt, sah sie sich veranlasst, Beschlüsse aufzuheben, die ihr Vorgänger noch kurz vor Ablauf seiner Bürgermeisterzeit mit dem alten Gemeinderat gefällt hatte. Toiletten wollten Arthur Schuldt und andere bauen lassen: im Haus der Feuerwehr und im schmucken Gemeindezentrum. Mehr als 20 000 Euro sollte die Kommune in die WC investieren. Dafür berief der scheidende Bürgermeister nach der verloren gegangenen Wahl nochmal eine Sitzung der alten, mehrheitlich ihm zugetanen Gemeindevertretung ein. Esther Hall stand den WC-Plänen skeptisch gegenüber. Auch weil das Gemeindezentrum einen modernen Sanitärbereich hatte und im Grunde keinen zusätzlichen brauchte. Hall konfrontierte die Aufsichtsbehörde bei der Kreisverwaltung mit dem Fall. Die prüfte und beanstandete die WC-Beschlüsse. Der neue Gemeinderat unter Esther Hall setzte sie außer Kraft.

Von der Vergangenheit überschattet dürfte auch die bevorstehende Bürgermeisterwahl in Wrangelsburg sein. Ex-Landrat Herbert Kautz (CDU) tritt gegen Amtsinhaber Andreas Juds (Wählergemeinschaft Wrangelsburg-Aktiv) an. Das wollte er schon 2009. Damals allerdings wurde er vom Wahlausschuss des Amtes Züssow nicht zur Bürgermeisterwahl zugelassen, weil das Bundesamt für Justiz in Bonn sein Führungszeugnis nicht rechtzeitig zugeschickt hatte. Kautz, der alle sonstigen formalen Anforderungen für die Kandidatur erfüllt hatte, reagierte enttäuscht und mit Unverständnis. Die Züssower Amtsverwaltung hatte angegeben, seinen Zeugnisantrag zeitgleich mit den Anträgen anderer Bürgermeister-Kandidaten online nach Bonn geschickt zu haben. Die anderen Kandidaten erhielten ihr Zeugnis rechtzeitig, Kautz blieb ohne. Ein Mitarbeiter des Bundesamts hatte damals klargestellt, dass Herbert Kautz sein Führungszeugnis rechtzeitig erhalten hätte, wenn die Amtsverwaltung in Züssow die Dringlichkeit des Vorgangs betont hätte. Das aber war nicht geschehen. 2014 ging alles glatt, darf Herbert Kautz gegen Andreas Juds kandidieren. Der Wahlausgang ist nicht absehbar. Zumal es mit Gemeindevertreter Joachim Hey (Einzelbewerber) einen dritten Bewerber gibt.

 



Sven Jeske

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