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Ostvorpommern Viel Geld für Neuenkirchens Wehr
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Viel Geld für Neuenkirchens Wehr
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00:00 20.10.2017
Bürgermeister Frank Weichbrodt (links) und Wehrführer Heiko Burgas im Feuerwehrhaus. Quelle: Foto: Eckhard Oberdörfer
Neuenkirchen

Die Gemeinde Neuenkirchen hat nach der Wende einiges in ihre Feuerwehr investiert. Sichtbarstes Zeichen ist das neue Haus direkt neben dem Amtsgebäude.

Jetzt muss die Fassade des Gebäudes saniert werden. Das wird etwa 60000 Euro kosten.

Allerdings werden die Arbeiten wohl nicht mehr in diesem Jahr stattfinden, schätzt die zuständige Sachgebietsleiterin des Amtes Landhagen, Gundula Neumann, ein. Außerdem möchte Neuenkirchen seit Jahren einen behindertengerechten Aufzug im Gebäude einbauen. „Den brauchen wir, um den Saal für Versammlungen zu nutzen“, sagt Bürgermeister Frank Weichbrodt. Die Chancen auf EU-Fördermittel für dieses Projekt ständen gut.

Die größte Investition der kommenden Jahre wird allerdings die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs sein. „Unsere Gemeindevertretung will dafür Fördermittel beantragen“, informiert Weichbrodt. Das ist ein Tagesordnungspunkt der nächsten Sitzung. Die Finanzierung der nötigen mehr als 300000 Euro erfolgt üblicherweise zu je einem Drittel durch das Land, den Kreis und die Gemeinde. Das Fahrzeug werde nach den Bedürfnissen der Gemeinde gebaut. Das allein dauere rund 18 Monate, so Weichbrodt. Der Bedarf in Deutschland sei groß. „Es gibt Wartezeiten“, sagt Wehrführer Heiko Burgas. Er rechnet mit mindestens vier Jahren, bis die Wehr ihr neues Fahrzeug in Besitz nehmen kann.

Das jetzige Feuerwehrauto stammt aus dem Jahre 1996 und ist abgeschrieben.Das Fahrzeug müsse aktuell häufig in die Werkstatt, begründet Burgas die Notwendigkeit der Anschaffung. „Es ist nicht mehr zuverlässig.“ Was es bedeutet, wenn man zu lange wartet, habe man beim Kommandowagen erlebt. Der kam nicht mehr durch den Tüv. Die Neuenkirchener Wehr ist regional bedeutsam. „Wir leisten rund um die Uhr technische Hilfe bei Unfällen“, erläutert Wehrleiter Heiko Burgas. „Das heißt, wir befreien zum Beispiel eingeklemmte Personen aus ihren Fahrzeugen.“ Die Neuenkirchener fahren stets gemeinsam mit den Feuerwehren von Groß Petershagen, Wackerow und Mesekenhagen zum Einsatz. „So sind wir schlagkräftiger.“, sagt Burgas. Seit 2015 ist diese Zusammenarbeit vertraglich geregelt.

Für alle Feuerwehren sei es heute schwieriger geworden, genug Leute für Einsätze am Tag zusammenzubekommen, schätzt Frank Weichbrodt ein. Ein Grund: Nur wenige arbeiten in der Gemeinde.

Mit Tagen der offenen Tür, ja sogar mit persönlichen Anschreiben an die Bürger und viel Jugendarbeit versuchen die Gemeinden das Problem zu lösen. „Wir haben einen stabilen Kern, alle sind mit Freude dabei“, betont Heiko Burgas. „Aber zehn Leute mehr wären gut. Schließlich haben wir ein großes Gewerbegebiet, Schule und Kindergarten. Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen sei übrigens gut.

Sorgen bereitet den Gemeinden die Löschwasserversorgung. Bei der nötigen Entkrautung von Naturteichen gebe es regelmäßig Konflikte mit dem Umweltamt, das sich – vorsichtig gesprochen –, mit der Genehmigung schwer tut. Ein Problem, das Mesekenhagens Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein bestätigt. Seine Gemeinde gilt im Amt als Vorreiter beim Bau unterirdischer Wasserspeicher. Die sind allerdings teuer. Einer kostet etwa 95000 Euro, so Frank Weichbrodt. Und Hydranten? Die seien auf dem Land nicht leistungsfähig genug, sagt Seidlein. In Greifswald sei das anders.

Feuerwehr im Einsatz

21 Mal rückte die Freiwillige Feuerwehr Neuenkirchen in diesem Jahr bis Anfang August aus. Von 2012 bis 2016 hatte die Feuerwehr durchschnittlich 29 Einsätze jährlich.

Etwa zur Hälfte halfen die Feuerwehrleute in den Ortsteilen der Gemeinde Neuenkirchen. In etwa 30 Prozent wurden sie in andere Gemeinden des Amtes Landhagen gerufen, so zu Unfällen auf der Bundesstraße. Auch in Peenemünde, Löcknitz und Friedland waren sie im Einsatz.

Eckhard Oberdörfer

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