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Ostvorpommern Vom Frikativ zu Frikadellen – auch das war der Kreistag
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Vom Frikativ zu Frikadellen – auch das war der Kreistag
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00:01 08.06.2016

Greifswald. Swinoujscie – dieser Ortsname ist für deutsche Verhältnisse so schwierig zu artikulieren, dass sogar das OZ-Textprogramm schon an den Sonderzeichen scheitert.

Eigentlich gehören da noch Akzent-Striche auf die beiden Ss. Sie bezeichnen den stimmlosen alveolopalatalen Frikativ. Was? Genau. Kreistagspräsident Michael Sack (CDU) könnte ihnen das sicherlich hinreichend erklären. Denn bei der Vorstellung der Gastredner ging ihm „Rafal Lysiak und Ryszard Knec aus Swinoujscie“ (ja, auch hier fehlen Sonderzeichen) unfallfrei über die Lippen. Szacun, Panie Prezydencie!

Großen Respekt zollte auch der SPD-Abgeordnete Patrick Dahlemann. Wem? Ach, wie immer fast allen. Meistens bekommen die Verwaltungsmitarbeiter ihren in Wörter gegossenen Strauß

Blumen, weil sie „dicke Bretter bohren“ mussten, ein „hartes Stück Arbeit“ bewältigt, Kommunen „aktiv einbezogen“ und manchmal mitunter „Neuland beschritten“ hätten. Sogar seinem Vorredner dankte er für die „hervorragende Einbringung“ des Themas. Eigentlich seien ja 90 Prozent von dem, was er loben äh ansprechen wollte, schon gesagt. Dahlemann, ganz politischer Charmeur, nutzte dann trotzdem noch seine komplette Redezeit für weitere Komplimente. Michael Sack im Anschluss offenbar leicht erschöpft: „Na da bin ich ja froh, dass 90 Prozent schon vorher gesagt wurden.“

Auch David Wulff von der FDP versuchte, sich mit warmen Worten Freunde zu machen, und das noch viel unverblümter. Nachdem CDU-Mann Axel Hochschild sich zum Thema Kita-Gebühren geäußert hatte, ging Wulff ans Rednerpult und sagte, er könne dem, was Herr Hochheim just gesagt habe, nur zustimmen. Die gesamte CDU-Fraktion stellte per Zwischenruf klar, dass eben nicht Herr HochHEIM, sondern Herr HochSCHILD am Mikro war. Wulff blieb locker: „Ja, aber Herrn Hochheim unterstütze ich auch immer, egal was er sagt.“

Nicht so viel sagen wollte hingegen Mathias Archut. Im Dienste der Piratenpartei ersetzte er Martin Banduch im Kreistag, der sich nicht zu den Gründen seines Rücktritt äußerte. Was ist da los? „Herr Archut, möchten Sie etwas zum Zustand ihrer Partei sagen?“ Klare Antwort: „Nein!“ Hm. Auf der Piratenflagge stand früher mal die Forderung nach mehr Transparenz. Vielleicht kommt das ja wieder.

Zum Schluss noch ein Ausflug in die Kulinarik: Heinz Powils (SPD) beschwerte sich ja auf der vorletzten Kreistagssitzung in Greifswald, dass die Speisekarte in der Stadthalle zu brezelig sei. Als positives Gegenbeispiel nannte er das Angebot in Pasewalk. Nun wurde dort am Montagabend mal wieder das volle Programm aufgetischt. Typisch vorpommersch bestanden die Snacks überwiegend aus Fleisch. So zog sich ein permanenter Geruch von Frikadellen und Bockwurst durch den Saal. Stimmen, die nächste Sitzung in der Kreishauptstadt dann bei Greifen-Fleisch abzuhalten, wurden allerdings nicht laut. Wahrscheinlich waren alle zu sehr mit Kauen beschäftigt. kl

OZ

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