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Ostvorpommern Wahlwerbung im Festumzug
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00:00 31.08.2016
Viele Jubiläen, ein Fest: Nach 30 Jahren erlebte das Seebad Lubmin Ende Juli wieder einen großen Umzug. Quelle: Sven Jeske

Auf den Usedomer CDU–Landtagskandidaten Karl-Heinz Schröder (64) sind einige Lubminer immer noch etwas sauer. Der Mann hatte den Festumzug „130 Jahre Seebad“

In Lubmin hat der CDU-Landtagskandidat Karl-Heinz Schröder für Aufregung gesorgt

am 23. Juli dazu benutzt, um kräftig Werbung für seine Wahl am 3. September zu machen. Dabei soll er sich mehr oder weniger ungebeten mit einem Auto samt Wahlwerbeaufschrift in den Umzug eingereiht und, so bestätigen es mehrere Zeugen im Seebad, Kugelschreiber und Feuerzeuge ins Publikum geworfen haben. Eine Frau soll dabei leicht verletzt worden sein.

Karl-Heinz Schröder bestreitet, seinerzeit Feuerzeuge oder ähnliche Werbematerialien aus dem Auto geworfen zu haben. „Ich habe Kindern Bonbons zugeworfen, ja. Alles andere ist 100-prozentig nicht richtig.“ Zum Festumzug nach Lubmin sei er an jenem Tag gekommen, weil das Seebad am Bodden zu seinem Wahlkreis gehöre und er sich den Bürgern dort habe bekannt machen wollte, sagt der Christdemokrat, der in Neppermin auf der Insel Usedom lebt und seit 1997 ununterbrochen Mitglied des Kreistags ist.

Sein Auftritt beim Lubminer Festumzug sorgt bei Hauptorganisator Dietrich Gülzow (71, parteilos) immer noch für etwas Unverständnis. „Ich war überrascht, als dieser mir unbekannte Mann kurz vor Beginn des Umzugs auftauchte und erklärte, mitfahren zu wollen.“ Gülzow selbst gibt an, bis dahin gar nichts von Karl-Heinz Schröder gewusst zu haben. „Ich hielt ihn zunächst gar für einen SPD-Mann.“

Wie Schröder schließlich dazu kam, sich mit seinem Wahlwerbeauto einfach in den lang und breit vorbereiteten Umzug einzureihen, sei ihm heute noch ein Rätsel, sagt der Lubminer. „Das war doch kein Umzug für die Landtagswahl!“ gibt er zu bedenken.

Gefragt, wer ihm denn erlaubt habe, mit seinem Wahlwerbeauto beim Festumzug mitzufahren, wich Schröder gestern aus. „An Namen kann ich mich nicht erinnern. Irgendeiner meinte, ich solle mich als Vorletzter im Zug einreihen.“

Doris Mattis, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands Lubmin, erklärte gestern, sehr wohl zu wissen, wer Karl-Heinz Schröder zum Mitfahren einlud. Genaueres aber wollte auch sie nicht sagen. Dass Schröder das Fest in Lubmin besuchen wollte, um auf sich aufmerksam zu machen, sei zumindest dem CDU-Gemeindeverband vorab bekannt gewesen. „Er wollte eigentlich bei uns mitlaufen. Aber wir waren alle in verschiedenen Abschnitten des Umzugs eingeteilt und außerdem kostümiert. Wie hätte er da mitmachen können?“ So sei Karl-Heinz Schröder schließlich in seinem „netten Auto“ mitgefahren. Dass sich Leute nun darüber aufregen, habe wohl mit der bevorstehenden Wahl zu tun, deutet Mattis an. Es hätte jeder Partei freigestanden, sich in den Lubminer Festumzug einzureihen, meint sie. Sie sehe das Alles ganz pragmatsich. Mit seinem Auftritt habe Karl-Heinz Schröder immerhin erreicht, was er wollte: sich ins Gespräch zu bringen.

Frank Tornow, langjähriger Gemeindevertreter für die SPD, reagierte gestern weniger entspannt. „Das war ein Festumzug zu Ehren verschiedener Gemeinde-Jubiläen – 130 Jahre Seebad, 40 Jahre Eisbader, 115 Jahre Feuerwehr, 25 Jahre Volkshochschule. Da hatte so eine Wahlwerbung gar nichts zu suchen!“

Sven Jeske

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