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Waisenhaus für Fischotter eröffnet

Quilow Waisenhaus für Fischotter eröffnet

Verletzte und hilfsbedürftige Tiere können in Quilow wieder aufgepäppelt werden.

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Bingo! Die Auffangstation für Fischotter zum Großteil aus Mitteln der Umwelt-Lotterie im NDR finanziert.

Quelle: Fotos: Kai Lachmann

Quilow. Bis zu 60 Fischotter jährlich werden in Mecklenburg-Vorpommern überfahren. Hinzu kommen Tiere, die durch Fallen oder von Menschen und Hunden zugefügte Verletzungen verenden. Die Tierart ist vom Aussterben bedroht. Sie steht wie auch ihr Lebensraum europaweit unter Schutz.

Geranda Olsthoorn, Vorsitzende des Vereins Naturstation Peenetal, schätzt, dass die Hälfte der weiblichen Opfer Nachwuchs hat. „Die Tiere sind auf ihre Mutter, die Fähe, angewiesen und brauchen ihren Schutz“, erzählt die Biologin. „Erst wenn sie zehn oder elf Monate alt sind, fangen sie an, selbstständig Fisch zu jagen.“ Kümmert sich nach dem Unfall-Tod der Mutter niemand um die kleinen Otter, verhungern sie.

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Wir können Ottern aus ganz MV helfen.“Geranda Olsthoorn, Betreiberin der Station

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Um das zu verhindern, hat die gebürtige Niederländerin zusammen mit ihrem Mann, vielen freiwilligen Helfern und der finanziellen Unterstützung aus der Umwelt-Lotterie Bingo in Quilow bei Anklam eine Auffangstation für Fischotter aufgebaut. Kostenpunkt: 28 000 Euro. Nach mehreren Monaten Bauzeit wurde sie gestern der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Stall gibt es Räume für drei Ottergruppen. Dahinter befinden sich Freiluft-Volieren aus Auslaufflächen mit einem Teich und zwei Kanus. Die ausgemusterten Boote werden noch voll Wasser gefüllt, damit die Tiere darin ein paar Meter schwimmen können.

Die Station mit Platz für bis zu zwölf Tiere wird Olsthoorn zusammen mit ihrem Mann ehrenamtlich betreiben. „Man macht, was man kann. Und wenn man Spaß dabei hat, hält man es auch durch“, sagt die 45-Jährige, die bei der Stiftung Umwelt- und Naturschutz arbeitet.

„Wir werden die Tiere zunächst aufpäppeln. Danach untersucht sie ein Tierarzt. Sind sie verletzt, müssen wir entscheiden, ob sie in der freien Natur überlebensfähig sind.“ Ist das der Fall, werden sie nach der Genesung wie die anderen Tiere auch später in ihr Revier zurückgebracht. Sollte die Verletzung schlimmer sein, gibt es noch die Möglichkeit, den Otter an eine Zuchtstation zu geben.

Und wie kommen die Otter nach Quilow? „Dafür gibt es den Otternotruf“, sagt Geranda Olsthoorn, die auch ihre Diplomarbeit über Fischotter geschrieben hat. Wer also einen hilfsbedürftigen Otter sieht, sollte sich melden. „Dann entscheiden wir, ob Hilfe benötigt wird und organisieren sie“, so die Otter-Expertin.

Der Notruf ist Tag und Nacht erreichbar. „Wir haben ein Netzwerk von Helfern im Land, sodass Tiere aus ganz MV hergebracht werden können.“ Nur besuchen kann man die Otter nicht. Sie sollen sich nicht zu sehr an Menschen gewöhnen. Außerdem sei die Auffangstation eher als Krankenhaus zu betrachten. „Das hier ist kein Zoo“, stellt Olsthoorn klar.

Otternotruf: ☎ 0176 / 99 77 23 08

 

Kai Lachmann

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