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Ostvorpommern Wald, Wiesen und Wasser: Die Vorpommern lieben ihre Heimat
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Wald, Wiesen und Wasser: Die Vorpommern lieben ihre Heimat
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00:00 18.05.2016
Kleinod Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Menschen der Region wissen die Vielfalt der Natur zu schätzen. Quelle: Dpa/jens Büttner

Greifswald. Die Menschen in Vorpommern lieben ihre Heimat. Ihre Verbundenheit ist sogar überdurchschnittlich hoch. Dies hat der Lehrstuhls für Nachhaltigkeitswissenschaft und Angewandte Geographie der Universität Greifswald ergeben. Demnach haben 82,2 Prozent angegeben, dass ihnen die Landschaft und Natur sehr gefallen, 71,9 Prozent fühlen sich stark mit der Region verbunden.

Die Umfrage fand im Rahmen des Verbundvorhabens „Schatz an der Küste“ statt. Über 1000 Leute in der Vorpommerschen Boddenlandschaft und der Rostocker Heide wurden zur Natur und Landschaft ihrer Region befragt. „Hintergrund ist, dass diese Region zu einem von 30 Gebieten gehören, die für die biologische Vielfalt in Deutschland von besonderer Bedeutung sind“, erklärt Anne Kettner, Mitautorin der Studie. Diese Region nachhaltig zu schützen und zu nutzen, ist das Ziel des Verbundprojektes „Schatz an der Küste“. „Das möchten wir mit den Menschen, die hier leben, gemeinsam machen“, so Kettner. Deshalb sei es wichtig zu erfahren, was die Bewohner über ihre Region wissen und denken. „Wir waren überrascht, dass die Verbundenheit so groß ist“, sagt Anne Kettner. „Das ist keineswegs in allen Regionen Deutschlands der Fall“, ergänzt Prof. Susanne Stoll-Kleemann. Befragungen im südlichen Brandenburg, in der Niederlausitz, hätten ergeben, dass die dortigen Bürger nicht so heimatverbunden seien wie die Vorpommern. „Wir würden jetzt gern herausfinden, ob man die Ergebnisse dieser Studie auf Vorpommern-Greifswald übertragen kann“, so Stoll-Kleemann. Bisher habe man dafür leider keine Geldgeber. Vielleicht ist Crowdfunding eine Möglichkeit“, sagt die Professorin. Das wäre das Spendensammeln im Internet für so ein Anschlussprojekt.

Über die Hälfte der Befragten der aktuellen Studie ist übrigens in der Region geboren und aufgewachsen. Das passe gut mit der Aussage zusammen, dass mehr als die Hälfte der Befragten so viel Zeit wie möglich in der Natur verbringen wollen. Dabei sind besonders der Wald (32,3 Prozent) und das Meer (31,3 Prozent) wichtig. Spazierengehen, Wandern sowie Radfahren und Schwimmen sind beliebte Freizeitaktivitäten.

„Wir können auf die facetten- und artenreiche Natur- und Landschaft stolz sein“, sagt Anne Kettner. Schließlich gehe es auch um die Frage, wie man möglicherweise mit dem Pfund, ein Hotspot Deutschlands zu sein, weiter wuchern kann. „Doch dafür ist der Schutz der Region einfach wichtig.“ Und dass es an diesem Punkt noch einigen Aufklärungsbedarf gibt, habe die Umfrage auch ergeben. Ein Großteil der Bevölkerung sieht es als nicht notwendig an, einzugreifen, weil keine negativen Veränderungen erwartet werden. „Aber genau das ist der Punkt, dass negative Veränderungen an der Natur, wie etwa die intensive Landwirtschaft, und ihre Auswirkungen sichtbar gemacht werden müssen.“

• Die gesamte Studie online: www.schatzküste.com

Das Wissen über die eigene Region

Die Bevölkerungsumfrage wurde im Rahmen des Verbundvorhabens Schatz an der Küste durchgeführt.

Schatz an der Küste ist ein vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördertes Verbundvorhaben, das von neun Organisationen umgesetzt wird.

In 30 Gemeinden wurden über 1000 Leute zur Natur und Landschaft der Region befragt. In das Untersuchungsgebiet wurden alle Gemeinden aufgenommen, die mit mindestens 50 Prozent ihrer Fläche im Hotspot-Gebiet liegen.

Die Ergebnisse geben Aufschluss über das Wissen, die Einstellung und das Verhalten in Bezug auf Natur und Landschaft.

Miriam Weber und Eckhard Oberdörfer

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