Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Wald wird zur Müllkippe

Kröslin/Hanshagen Wald wird zur Müllkippe

Landkreis musste im Vorjahr knapp 500 Anzeigen wegen illegaler Entsorgung von Unrat aufnehmen

Voriger Artikel
Neuer Investor für historisches Schloss gefunden
Nächster Artikel
Laufschuhe an und ab geht’s

Im Karriner Wald am Ortseingang von Kröslin hatten Unbekannte jede Menge Müll in den Wald gekippt.

Quelle: Foto: Peter Machule

Kröslin/Hanshagen. Zerkleinerte Mauersteine, leere Farbkübel, notdürftig verschlossene Müllbeutel, leere Tetrapacks, zahllose Plastetüten und Verpackungen, benutzte Kinderwindeln, leere Metallbehälter mit Resten von Hydrauliköl und weiterer Unrat – all das wurde in den vergangenen Wochen in den Karriner Wald, in unmittelbarer Nähe zur stark frequentierten Landesstraße 262 zwischen Kröslin und Wolgast gekippt. Kröslins Bürgermeister ließ den Müll nun von Gemeindearbeitern abfahren.

OZ-Bild

Landkreis musste im Vorjahr knapp 500 Anzeigen wegen illegaler Entsorgung von Unrat aufnehmen

Zur Bildergalerie

„Immer wieder werden dem Ordnungsamt illegale Müllhalden im Wald und an Straßenrändern aufgezeigt. Im vergangenen Jahr hatten wir ein riesiges Problem im Wald von Kräpelin an der K 22. Von Gartenmöbeln, Schränken, Autoreifen, alten Lampen, einem Kühlschrank bis hin zu Matratzen, Bettzeug und Bauschutt war alles dabei“, schildert Astrid Holzhüter, Verwaltungschefin des Amtes Lubmin.

Dabei könne jeder Bürger beim Landkreis kostenlos die Abholung des Sperrmülls beantragen, sagt sie. „Es ist unverantwortlich, der Natur so zu schaden“, sagt Holzhüter.

Beim Landkreis Vorpommern- Greifswald kennt man das Problem: 2016 wurden insgesamt 493 illegale Müllentsorgungen angezeigt, wobei in 167 Fällen die Verursacher ermittelt und bestraft werden konnten.

Im Jahr zuvor waren es 514 illegale Müllentsorgungen, 174 Verursacher wurden abgestraft. „Bei diesen Müllentsorgungen handelte es sich oftmals um Haus- und Sperrmüll, Bauschutt, Autoreifen, Farbeimer, Kühlschränke, Fernsehgeräte und Sondermüll wie Asbest und Dämmwolle“, erklärt Anke Radlof, Mitarbeiterin der Pressestelle des Landkreises. Es sei meist sehr schwierig, einen Verursacher auszumachen. „Entweder wird jemand beobachtet oder im Müll ist ein Adressaufkleber zu finden“, so Radlof.

Zu den Kosten weiß sie zu berichten, dass diese abhängig von der Art und Menge der abgelagerten Abfälle sind. „Sie können sich auf mehrere hundert bis mehrere tausend Euro belaufen“, so die Landkreismitarbeiterin. Radlof verweist auch auf mögliche Bußgeldverfahren, wenn die Verursacher ermittelt werden können. Werden gefährliche Abfälle abgelagert, etwa Asbestplatten oder mit Schadstoffen behaftetes anderes Baumaterial, könne von der Behörde auch der Verdacht einer Straftat ausgesprochen werden.

Revierförster Hubertus Peters in Spandowerhagen wird immer wieder mit illegalen Müllkippen konfrontiert: „Solcher Frevel muss hart bestraft werden, weil er nicht nottut. Der Landkreis hat bei der kostenlosen Sperrmüllentsorgung hervorragende Regularien.“

Der Karriner Wald und Kräpelin sind leider keine Einzelfälle. Auch Universitätsforstdirektor Wolfgang von Diest kennt das leidige Problem. „In Hanshagen fand vor Ostern ein großer Subbotnik statt, wo der Waldrand entlang der B 109 und der Kreisstraße 20 gesäubert wurde. Allein dort kamen zehn Kubikmeter Müll zusammen“, berichtet er. Von Wodkaflaschen über Plaste und Bauschutt bis hin zu benutzten Rentner-Pampers sei alles dabei gewesen. Als er am Nachmittag erneut dort entlangfuhr, lagen bereits wieder Tüten und Kaffeebecher am Straßenrand. Nicht anders verhält es sich nach Aussage von Forstamtsleiter Felix Adolphi auf Usedom. „An den Parkplätzen entlang der B 110 und B 111 findet man vor allem Flaschen, Kaffeebecher und Verpackungen. Bauschutt, Autoreifen und Kühlschränke werden tiefer in den Wald gefahren und abgekippt.“ Adolphi hat für die Vermüllung der Natur kein Verständnis und hofft, dass immer mehr Bürger genau hinschauen, wer was in den Wald fährt.

Cornelia Meerkatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Gelben Sack abschaffen
Eine überfüllte Wertstofftonne, eine Mülltonne für Pappe und Papier und Tonnen für Buntglas in einem Berliner Wohngebiet.

Die Grünen wollen bei einer möglichen Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl ein neues Müllsystem einführen und den Gelben Sack abschaffen.

mehr
Mehr aus Ostvorpommern
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.