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Windräder sollen kleiner als 200 Meter sein

Greifswald Windräder sollen kleiner als 200 Meter sein

Greifswald möchte den historischen Caspar-David-Friedrich-Blick erhalten – so gut es geht

Greifswald. Die letzte Etappe im Streit um die Windeignungsgebiete in Vorpommern läuft. Zum dritten Mal, und zwar bis zum 17. Juli, können Gemeinden zur beabsichtigten Änderung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms für Vorpommern Stellung nehmen. Dort sind insgesamt 53 Bereiche vorgesehen, in denen Windräder aufgestellt werden dürfen. 43 befinden sich auf dem Territorium von Vorpommern-Greifswald. Seit 2015 wird um die Eignungsgebiete gerungen.

 

OZ-Bild

53 neue Windeignungsgebiete sollen im östlichen Landesteil festgelegt werden, davon alleine 43 in Vorpommern-Greifswald.

Quelle: Foto: Jens Büttner/dpa

Eignungsgebiete

In den Kreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen stehen laut Entwurf des Raumentwicklungsprogramms künftig knapp 5900 Hektar für die Errichtung von Windrädern zur Verfügung. Sie befinden sich in 53 Eignungsgebieten. Usedom, Darß und Zingst sind ausgenommen.

Auf dem Territorium der Kreisstadt wird es auch in Zukunft keine Windräder geben. Aber die geplanten Anlagen bei Behrenhoff und Dargelin werden künftig zur Stadtsilhouette von Greifswald gehören, obwohl diese unter besonderem Schutz steht. Genau wie die schon bestehenden Windkraftanlagen bei Hinrichshagen/Helmshagen. „Die geplanten Windräder bei Behrenhoff werden bei guter Sicht Teil der denkmalgeschützten Ansicht der Stadt von Norden sein, obwohl sie etwa zwölf Kilometer entfernt von Greifswald stehen“, informierte Bauamtsleiter Thilo Kaiser den städtischen Bauausschuss. Das hat ein Gutachten des Büros Ingenieurplanung Ost im Auftrag des Regionalen Planungsverbandes ergeben. Trotzdem hat die Landesdenkmalpflege wegen ihrer Sicht nach nur geringfügiger Auswirkungen der Planung zugestimmt. Auf dem Territorium von Behrenhoff sind 13 knapp 200 Meter hohe Anlagen geplant. Die Windräder sind damit doppelt so hoch wie der Dom – und es gibt schon Windkraftanlagen, die noch höher sind.

„Die direkte Lage (in der Silhouette – Anm. d. Red.) einiger Windenergieanlagen zwischen den Kirchen St. Nikolai und St. Jacobi beeinträchtigt den sensibelsten Teil der historischen Stadtansicht“, heißt es in der Stellungnahme, die die Verwaltung dem Bauausschuss zur Abstimmung vorlegte. Dort wird darauf hingewiesen, dass auch schon die vorhandenen Windräder bei Grimmen, Dersekow, Hinrichshagen und Helmshagen Teil der Greifswalder Silhouette sind.

Die Repowering genannte Aufrüstung der Windräder im Raum Helmshagen/Hinrichshagen auf 150 Meter im Jahre 2015 ist Teil zwei der Stellungnahme der Stadt. „Sie sind von unterschiedlichen Standorten im Norden der Stadt aus sichtbar und beeinträchtigen bereits heute die Stadtansicht“, heißt es dort. Bei Bekanntwerden der Repowering-Pläne gab es Proteste. Schon 2011, 2012, 2013 wurde geprüft und begutachtet. Die Pläne verändert das nicht.

Laut dem Greifswalder Kunstgeschichtsprofessor Kilian Heck konterkarierte schon die Aufstellung dieser Windräder die Bemühungen Greifswalds, als Stadt Caspar David Friedrichs zu werben. Friedrich hat die Stadt von verschiedenen Seiten gemalt. „Wir sprachen uns vergeblich gegen das Repowering bei Helmshagen/Hinrichshagen aus“, erinnerte Jürgen Liedtke (CDU) im Bauausschuss. Er zeigte sich pessimistisch zum Sinn einer neuen Stellungnahme der Stadt. „Nichts zu machen, ist das Schlimmste, was man machen kann“, meinte dagegen Thomas Lange (SPD). Auch Peter Madjarov (Grüne) sprach sich dafür aus, einer Argumentation des Gutachtens zu folgen, die die Stadt in ihrer Stellungnahme aufgreift. Wenigstens die Höhenbegrenzung auf maximal 200 Meter inklusive Rotoren soll demnach Teil der Festlegungen für das Raumentwicklungsprogramm Vorpommern werden, fordert die Stadt in ihrer Stellungnahme. Neun Volksvertreter stimmten dafür, fünf enthielten sich der Stimme.

Die letztlich von der Bürgerschaft zu beschließende Stellungnahme geht an den Regionalen Planungsverband Vorpommern. Dessen Versammlung wird dann nach Abwägung über die Windeignungsgebiete beschließen. Abschließend entscheidet die Landesregierung.

Eckhard Oberdörfer

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