Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Zum Wiedersehen nach Anklam

Welzin Zum Wiedersehen nach Anklam

9000 Ostpreußen, 5000 Pommern, 1000 Schlesier und Sudetendeutsche — 15000 Namen umfasst die Datei des Bundes der Vertriebenen in Anklam. Friedhelm Schülke half seinerzeit, sie einzurichten.

Voriger Artikel
Bürgerstiftung klärt Schüler über gesunde Lebensmittel auf
Nächster Artikel
Radwegebau bleibt Wunsch

Zum Jubiläum erklingt Musik und wird getanzt.

Quelle: OZ-Archiv

Welzin. 9000 Ostpreußen, 5000 Pommern, 1000 Schlesier und Sudetendeutsche — 15000 Namen umfasst die Datei des Bundes der Vertriebenen in Anklam. Friedhelm Schülke half seinerzeit, sie einzurichten. Er weiß, nicht alle einst registrierten Menschen sind noch am Leben. Auf die Idee, die Namen der inzwischen Verstorbenen zu löschen, käme er deshalb nicht. „Diese Datei ist ein Reservoir. Sie versetzt uns in die Lage, Auskunft zu geben und Kontakt zu noch lebenden Vertriebenen oder ihren Familien aufzunehmen.“

 

OZ-Bild

Diese Treffen haben ihre eigene Dynamik.“Friedhelm Schülke, Mitveranstalter

Nirgendwo anders im Land wird die Erinnerung an das Schicksal der durch den Zweiten Weltkrieg vertriebenen Deutschen so konsequent hoch gehalten wie in Anklam. Heute vor 25 Jahren kamen hier erstmals Menschen zusammen, die ihre oder ihrer Familie Heimat in Folge des Kriegsgeschehens verlassen mussten. „Mehr als 500 fanden sich damals im Anklamer Theater ein“, erinnert sich Manfred Schukat, maßgeblicher Organisator. „Es war ein Wagnis. Wir waren die ersten im Land, die sowas angingen.“

Mit einer kleinen Zeitungsannonce hatten Schukat und Schülke zu dem Treffen eingeladen. Die Resonanz überraschte sie. „Die Leute strömten geradezu herbei“, schildert Schülke. „Es war wie ein Dammbruch, nach Jahrzehnten in der DDR, in denen das Schicksal der Vertriebenen mehr und mehr verdrängt worden war.“ Es habe Leute gegeben, die dem unerwarteten Zustrom ein baldiges Ende voraussagten. „Es hieß, viele von denen seien nur zu unserem Treffen gekommen, um als Vertriebene staatlich anerkannt und finanziell unterstützt zu werden. Hätten die Leute ihr Geld, würden sie wegbleiben.“ Die Prophezeiung hat sich nicht erfüllt. Schukat und Schülke organisierten ein Treffen nach dem anderen. Bis heute waren Tausende in Anklam dabei. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

„Inzwischen“, schildert Schülke, „sind es die in die 1940er Jahren Geborenen, die unseren Einladungen folgen. Sie wollen auch heimatliche Atmosphäre spüren.“

Am Sonnabend ist es wiedermal soweit: Im „Volkshaus“, eine Art Sporthalle im Zentrum der Peenestadt, feiert der Anklamer Bund der Vertriebenen sein 25-jähriges Bestehen. Verknüpft ist die Jubiläumsveranstaltung mit einem „großen Heimattreffen“, wie Schukat und Schülke die Zusammenkunft einst Vertriebener und Familienangehöriger einst Vertriebener bezeichnen. „Wir rechnen mit etwa 700 Menschen“, machen die Veranstalter deutlich.

Es gibt Königsberger Klops und Honiglikör. Blasmusiker aus Redefin spielen den Trakehner Marsch. Es singen ein russischer Chor aus dem früheren Ostpreußen, heute russischer Oblast Kaliningrad, und ein Heimatchor aus dem polnischen Lidzbark Warminski (früher Heilsberg in Ostpreußen). Erwartet wird auch eine Jugendtanzgruppe aus Bartoszyce in Masuren (Polen), früher Bartenstein. Für nur zehn Euro sei alles zu haben, sagt Schülke: Mehrstündiges Kulturprogramm, Mittag, Kaffee, Kuchen, Schnaps. Womöglich lockt das preisgünstige Gesamtpaket, vielleicht die Aussicht, Bekannte zu sehen und unter Menschen zu kommen. Die Treffen in Anklam, sagt Schülke hätten ihre eigene Dynamik. „Nicht selten sind wir Organisatoren nur Zaungäste.“

Hier gerinnt Usedoms Käse

Usedoms Käse kommt aus Welzin. Hier verarbeitet Steffen Schultze die Kuhmilch eines Biohofs. In einem Kupferkessel erwärmt er die Milch zunächst auf 30 Grad Celsius, dann gibt er Lab hinzu. Das Enzym aus dem Kälbermagen lässt die Milch gerinnen. Ein automatisches Rührwerk sorgt dafür, dass sie dabei gleichmäßig bewegt wird. Das Ergebnis: Usedomer Jung, drei Monate gereift und mild; Usedomer Mittel, sechs Monate gereift, kräftig im Geschmack;   Usedomer Alt,12 Monate gereift und sehr würzig sowie Welziner Hartkäse, mild und nussig.

Foto: Peter Machule

Von Sven Jeske

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostvorpommern
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.