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Ostvorpommern Zwei Kandidaten fürs Bürgermeisteramt
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07:40 21.03.2017
Das Rathaus von Loitz: Hier „regiert“ derzeit Michael Sack von der CDU. Ein Satiriker vom Land will wie er Bürgermeister werden. Quelle: Foto: Petra Hase
Loitz

3755 Bürger der Stadt Loitz sind aufgerufen, am 9. April einen neuen Bürgermeister zu wählen. Zwei Männer wollen in den nächsten sieben Jahren die Entwicklung der Kleinstadt und ihrer dörflichen Ortsteile gestalten. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine ist Amtsinhaber Michael Sack von der CDU, ruhig im Ton und auch sonst sehr ausgeglichen. Der andere, Roland Gorsleben, vertritt die Satirepartei Die Partei und wirkt mit seiner wilden Frisur und seinem billigen Anzug äußerlich ziemlich verrückt. Andererseits hat sein Satire-Werkzeugkasten von politischen Spitzen bis hin zu dadaistischen Ideen einiges zu bieten.

„„Wir Bürger- meister bereiten uns darauf vor, gute Pensionäre zu werden.“ Peter Gorsleben (Die Partei) Bürgermeisterkandidat
„Ich arbeite schon lange daran, dass sich die Außenwahrneh- mung unserer kleinen Stadt Loitz verbessert. Michael Sack (CDU) Bürgermeisterkandidat

Loitz hat in den vergangenen 20 Jahren ein Drittel seiner Einwohner verloren. In der Kleinstadt selbst wohnen etwa 2500 Menschen, das Bauland ist günstg. Die Ortsdurchfahrt gibt aufgrund leerstehender Häuser und Ladenräume seit langem kein besonders schönes Bild mehr ab. Doch es tut sich etwas in dem Peenestädtchen. Dank eines vom Bund angeschobenen Projektes ist einiges auf den Weg gebracht worden. Wissenschaftler analysierten die demographische Situation und prognostizierten Loitz eine Zukunft geprägt von Überalterung, Arbeitslosigkeit und Abwanderung. Viele Aspekte der Daseinsfürsorge wurden untersucht: Schule, Nahverkehr, Müllabfuhr, Feuerwehr, Wie schafft man es, das alles aufrecht zu erhalten und den Ort und die Region möglicherweise sogar wieder attraktiv(er) zu machen?

Die Antwort lautet grundsätzlich: Stärkung der Zivilgesellschaft, bürgerschaftliches Engagement. Mehrere Ideen wurden entwickelt und zum Teil auch umgesetzt. Hier möchte Michael Sack weitermachen.

„Ich arbeite schon sehr lange daran, dass sich die Außenwahrnehmung von Loitz verbessert“, sagt er. „Wir haben hier viel Leben im Ort“, sagt Sack und nennt die zahlreichen Vereine als Beispiel.

Deshalb könnten die Loitzer ruhig etwas mehr Stolz zeigen. Das diesjährige Ortsjubiläum – Loitz feiert 775 – wäre gar nicht denkbar, würden sich nicht zahlreiche Bewohner einbringen.

Eine größere Aufgabe sieht Sack in der alten Stärkefabrik. Die stillgelegte Anlage steht nahe des Ortszentrums und wartet auf Ideen. „Außerdem haben wir noch unerschlossene Gebiete, für die wir Bebauungspläne erarbeiten wollen.“

Der 43-Jährige ist in Loitz zu Hause. Wohl jeder kennt ihn. „Der Job macht mir Spaß und ich hoffe, dass ich auch so rüberkomme“, sagt der dreifache Familienvater. Zu seinem politischen Gegner vermag er nicht so recht etwas zu sagen. „Ich finde ihn interessant“, versucht es Sack .

Roland Gorsleben, laut eigener Schätzung irgendwas zwischen sieben und 77 Jahren alt, mag das gefallen. Der Mann aus dem Dorf Zarnekla hat schon im vergangenen Jahr im Landtagswahlkampf mitgemischt und regionale Aufmerksamkeit auf sich lenken können. Im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt will er sich einfach an den Amtsinhaber hängen. „Wenn er schon etwas organisiert, muss ich es ja nicht auch noch tun.“ Sack zu Ehren möchte Gorsleben eine Loitzer Gasse nach ihm benennen. Nur ein dummer Wähler sei ein guter Wähler, überschrieb er seinen Wahlauftritt im Internet. Für den künftigen Bürgermeister listete er zehn Gebote auf. „Wir treiben Sport und halten unsere Körper sauber und rund“, lautet eines. „Wir bereiten uns darauf vor, gute Pensionäre zu werden“, ein anderes.

Kai Lachmann

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